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Ausbildung

Bronze im Finn Dinghy

Steinhuder Meer. 72 Finn Segler nahmen maßen sich bei der Deutschen Meisterschaft beim Schaumburg-Lippischen Seglerverein. Nick Heuwinkel, Trainer der Jüngsten- und Regattagruppe, holte Bronze für den KYC. Er berichtet:

Ich bin am Dienstagvormittag am Veranstaltungsort eingetroffen. Auf meinem Tagesprogramm stand noch das Kleben von Segelnummern und die Anmeldung! Als ich mich dann auch auf dem Parkplatz mit meinem Camper nett eingerichtet hatte, habe ich noch mal fix das Revier erkundet. 
Am Mittwoch, den 12.08.2020, war der erste Start für 14 Uhr angesetzt. Der Wind sah äußerst vielversprechend aus und wehte mit 10-14 Knoten über den See. Da ich früher im Opti viele Wasserstunden auf dem Steinhuder Meer verbracht habe, war meine Hoffnung auf wenige Dreher und Böen von Anfang an verschwunden und ich wusste, dass es essenziell sein wird, Ausschau nach Windfeldern zu halten. Beim Segeln zum Startschiff ist mir allerdings das erste Missgeschick passiert! Mein Unterliekstrecker ist ganz hinten am Baum von der Rolle gesprungen und dadurch gerissen. Als Notbehelf habe ich das Segel dann mit einem Bändsel am Baum fixiert. Ein Strecker weniger, um den man sich Gedanken machen muss!
Wir segelten drei Rennen am ersten Tag. Wie erwartet war der Wind drehig und böig, dennoch konnte ich mich im ersten Rennen an der Luvtonne ganz vorne im Feld platzieren. Da wir genug Wind hatten und Flagge O gesetzt war, wurde der Vorwind zum Kräftemessen. Ich konnte mich vom Hauptfeld absetzten und beendete das Rennen als Dritter. Die zwei weiteren Läufe an Tag eins verliefen ähnlich, sodass ich mich am Ende des Tages weit oben in der Ergebnisliste wiedergefunden habe. Abends stand die Eröffnung auf dem Programm. Durch das warme und trockene Wetter konnte sich die gesamte Eröffnung im Freien abspielen.
Am zweiten Wettfahrttag zeigte der Windmesser circa 6-9 Knoten an. Der Wind war instabil und es war schwer vorhersehbar, wie der nächste Winddreher einen beeinflussen würde. Im ersten Rennen an Tag zwei war ich ziemlich weit hinten, doch durch eine Windböe, die nur auf der rechten Seite des Vorwindes war, gelang es mir wieder an die Spitze des Feldes zu kommen. Während des Rennens fand ich meinen Rhythmus und arbeitete mich weiter nach vorne. Ich konnte das Rennen an Platz zwei beenden. Im zweiten Rennen mischte sich das Feld wieder auf den Vorwindkursen neu, dennoch gelang es mir, mich noch auf Platz 9 zu retten. Im dritten Rennen des Tages erwischte es mich dann mit voller Breitseite! Ich war am Start etwas zurückhaltender, da in den Wettfahrten zuvor schon einige Frühstarts verteilt worden waren. Die Quittung dafür habe ich direkt bekommen und schaffte es nicht, mich von hinten durch das Feld durchzukämpfen. Mit einem 29. Platz beendete ich den Tag. Trotzdem konnte ich mir den dritten Platz in der Ergebnisliste sichern. 
Tag drei bescherte uns Seglern einen Tag an Land. Da ich an Position drei platziert war, spielte mir das ganz gut in die Karten. Als dann gegen 16 Uhr der Wettfahrttag im Gesamten abgebrochen wurde, stand dem Grillabend nichts mehr im Weg! 
Der Samstag, letzter Segeltag, brachte noch mal etwas Spannung mit sich. Die Windvorhersage sah äußerst schlecht aus und der Wettfahrtleiter zog Startverschiebung hoch. Allerdings entwickelte sich ein Windfeld und der Start wurde für 11 Uhr angesetzt. Während des Rennens flaute der Wind konstant ab. Durch den Abbruch der Wettfahrt auf dem ersten Vorwindkurs hatte ich meinen dritten Platz in der Gesamtergebnisliste sicher! Eine Medaille bei einer Deutschen Meisterschaft zu gewinnen in einer olympischen Bootsklasse ist für mich definitiv das bisherige Highlight der Segelsaison 2020!
Die Siegerehrung fand im Anschluss statt. Man musste sich die Pokale selbst nehmen, da die Siegerehrung kontaktlos ablief, dennoch waren alle froh, dass die Regatta stattfinden konnte. Die Klassenvereinigung und der SLSV haben uns Finn-Seglern eine tolle Regatta geboten und diese war einer deutschen Meisterschaft mehr als würdig! Alle Segler haben sich an die Corona-Auflagen gehalten, was es uns ermöglicht hat, unserer Leidenschaft nachzugehen. Vielen Dank an den Schaumburg-Lippischen Seglerverein, die Wettfahrtleitung und die Finn-Klassenvereinigung! 
Ich hoffe, es werden dieses Jahr noch weitere Events stattfinden und freue mich, an der Kieler Woche 2020 teilzunehmen!  
Sportliche Grüße, 
Nick Heuwinkel (GER 332) 

Foto: (c) Pia Kuhlmann 

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