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Route du Rhum: Der Countdown läuft

Saint Malo. Eine Rekordflotte von 138 Seglerinnen und Seglern ist bereit für den Start des Transatlantik-Klassikers – seit Tagen. Bis zu 50 Knoten bliesen am Sonntag über den Atlantik. Genug, fand die Wettfahrtleitung, für die erste Startverschiebung in der Geschichte der Regatta. KYC-Ehrenmitglied Boris Herrmann ist startklar für seine erste Einhandregatta seit der Vendée Globe, jetzt an Bord der im September frisch getauften neu gebauten „Malizia - Seaexplorer". Am Mittwoch, 9. November, um 14:15 Uhr soll es nun endlich losgehen.

Boris Herrmann noch in Gesellschaft beim Training vor Saint Malo. (c) Antoine Auriol

Das Rennen, das alle vier Jahre stattfindet und Millionen von Fans in den Hafen von Saint Malo in der Bretagne lockt, ist für seine schwierigen Starts bekannt. 2002 kam nur etwas mehr als die Hälfte der Flotte ins Ziel. Die 3.500 Seemeilen lange Strecke führt 131 Skipper und sieben Skipperinnen vom europäischen Winter bis zu den Passatwinden von Guadeloupe. „Erst kommt die Feuertaufe, dann die Barfußroute“, so Herrmann. „Uns erwarten voraussichtlich drei starke Stürme, die wir auf dem Kurs nach Westen bewältigen müssen.“ Doch dann darf sich die Flotte auf Segeln bei tropischen Bedingungen freuen.
Für den 41-jährigen ist das Rennen ein Test unter Regattabedingungen. Bisher ist er weniger als 30 Tage auf der neuen Yacht "Malizia - Seaexplorer" gesegelt. „Man muss sehen, wie man mit dem Seegang klarkommt, wenn das Schiff anfängt, auf seinen Foils abzuheben und dann aus mehreren Metern Höhe wieder runterkracht.“ 20 Stunden vor dem Start überlegt der Norddeutsche im Interview: „Ich denke, wir haben alles gemacht, was möglich war, um das Boot so zuverlässig und so schnell wie möglich zu machen“, so Herrmann. 
Am späten Dienstagnachmittag hat die neue Malizia das Dock verlassen, um in der Bucht von Dinard festzumachen, wo sie über Nacht bleibt, bevor sie morgen an die Startlinie der Route du Rhum - Destination Guadeloupe fährt. 
Die Wettervorhersage für den morgigen Mittwoch ist deutlich günstiger als für die vergangenen Tage. Team Malizia Co-Skipper und Wetterspezialist Will Harris erklärte in einem Interview: „Es wird viel vernünftiger sein. Der Start wird ziemlich chaotisch sein, und dann gibt es bei Fréhel vier Knoten Gegenströmung, das wird also knifflig. Es wird voll sein. Hier müssen alle besonders vorsichtig sein. Entlang der bretonischen Küste hat man dann einen Vorteil, wenn man einen sauberen Start hinlegt, um wegzukommen. Die erste Front wird sich am Donnerstagabend nähern. Etwa 200 Meilen vor der Küste kommt sie zum Stillstand, so dass sie nicht weiter auf uns zustürmt, sondern von einem Hochdruckgebiet über Europa aufgehalten wird. Und dann holt die Front dahinter auf. Dann muss man sich entscheiden, ob man versucht, sie zu durchdringen, oder ob man sie umgeht und einen flacheren Seegang bekommt. Wir brauchen also nur 15 Knoten Wind und flacheres Wasser, und wir werden schneller sein als bei 35 Knoten Wind und drei Meter hohen Wellen. Danach muss man sich durch ein unübersichtliches Azorenhoch kämpfen, das besonders auf der Ostseite unübersichtlich ist. Dort entwickelt sich auch ein kleines Tief. Und das wird sich alles ändern. Die Grundvoraussetzung ist also, dass man Ushant westlich umrundet, dann seine Wetterstrategie überdenkt, durchatmet und sich entscheidet. Und das könnte die große Entscheidung sein, die das ganze Rennen entscheidet, ob man nach Westen vorstößt oder etwas weiter nach Süden geht, je nachdem, welche Ziele man hat. Zwischen Ushant und den Azoren gibt es drei oder vier Besonderheiten, die es zu überwinden gilt".

Nach Hermanns Schätzung ist mit einer Renndauer von elf bis zwölf Tagen zu rechnen. Seine Ziele? Ankommen und den Neubau weiterentwickeln.


Dabeisein:

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