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Arndt: Streiche Malaga, setze Lissabon.

Die Reparaturwoche an Land in Sanxenxo war nicht aufzuholen, zumal auch der Portugiesische Norder überhaupt nicht blies und durch den Yanmar ersetzt werden musste. Jeden Tag bislang ziemliche Plempe mit nur kurzen Segelversuchen. Schon mit der verlorenen guten Woche in Sanxenxo war es unvermeidlich, dass sich die weiteren Etappen jeweils entsprechend verschieben, so dass das neue Endziel der Crew 6 Lissabon wurde – eigentlich der Starthafen.
Nach Baiona (siehe letzter Bericht) lief die ARNDT Povoa de Varzim an, eine Marina mit guten Liegeplätzen, keinen sanitären Anlagen, einem netten Hafenmeister (den wir zuvor nicht auf Kanal 9 angerufen hatten, was er zunächst gar nicht komisch fand…) und einer Abhängigkeit der Crew vom Skipper, denn der hatte seinen Fingerabdruck beim nachgeholten Einklarieren abgeben müssen. Und das überklettersichere Eingangstor zur Steganlage war nur durch Fingerauflegen zu öffnen. Ein Dinner in einer portugiesischen Kneipe rundete den Motortag mit ca 60 sm ab.
Vom folgenden Tag auf See mit immerhin gut drei Stunden Segeln (!!!) gab es außer Delphinsichtungen nichts weiter zu berichten, aber der Anlauf von Porto in den Rio Douro war imposant. Die Marina – natürlich ordentlich auf Kanal 9 zuvor angerufen (!) – bat uns zunächst vor Anker zu gehen, da man mit einer Regatta organisatorisch voll beschäftigt war. Nachdem diese (fünf Js 70 oder 80 segelten um die Wette) beendet war, wurde uns das Einlaufen genehmigt, und es konnte einer der vielen freien Plätze belegt werden.
Abends besichtigten wir zunächst das ehemalige Sherry-Südufer (heute Hot-Spot Restaurants, Kneipen, Bars, Straßenmusik etc., fuhren mit der Gondel zur alten Brücke hoch und passierten diese auf dem oberen Level zu Fuß, um die Altstadt von Porto zu erschliessen. Sehr beeindruckend – je nach Geschmack vielleicht sogar netter als Lissabon!?! Auf der unteren Passage der Brücke ging es zurück auf die Sherry-Seite in eines der unzähligen Restaurants, und von dort mit einem Uber (funktioniert prima in Porto) zurück zur Marina.
Der nächste Tag brachte uns knapp 70 sm motorend (…) nach Figueira Da Foz im Rio Mondego. Eine Marina mit fußläufig noch gerade erreichbaren Facilities in der Hafen-Rezeption, touristischer Ort mit Strand und vielen Restaurants, einer tollen Markthalle am Hafen – per se alles ganz nett – und tanken konnten wir dort vorsorglich auch.
Am Dienstag erreichten wir Nazaré (unter Motor, was ab jetzt nicht mehr erwähnt wird, es sei denn, wir segeln tatsächlich mal etwas länger als seine halbe Stunde!), die weltberühmte Riesenwellen-Surfermetropole. Von den Wellen war nichts zu spüren – wie denn auch. Die über Kanal 9 zuvor (!) angerufene Hafenmeisterin wies uns einen Liegeplatz im südlichen Teil der Marina zu und nahm sogar die Leinen an und Hauke zum Einklarieren mit in ihrem Auto. Diesmal war es nicht Haukes Fingerabdruck, sondern eine Karte, die uns Einlass erlaubte.
Der Ort (fußläufig mit Kondition zu erreichen) ist sehr auf die Surfer und den Tourismus ausgerichtet - ein nettes Gewirr enger Gassen mit unzähligen Kneipen, Nippesläden und Restaurants. Für das Dinner ausgewählt wurde Miguels, malerisch am Fuss der Klippen am Strand gelegen. Der Rückmarsch diente sehr gut zum Verbrennen der mit dem Dinner eingenommenen Kalorien.

Text: Holger Kahl
Fotos: Bohnen- Crew