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Starker Auftritt bei den 49er Worlds

Quiberon. Die Skiff-Seglerinnen des Kieler Yacht-Clubs sind bei der Weltmeisterschaft der 49er FX durchgestartet. Nach einem rasanten Auftakt für Anna Barth und Emma Kolhoff hatten im Finale Maru Scheel und Freya Feilcke die Nase vorn. Sie segelten auf Platz fünf, wurden bestes deutsches Team.

Ganz weit vorn: Maru Scheel und Freya Feilcke (c) Felix Diemer/ DSV

Es war eine turbulente WM-Woche in den olympischen Segeldisziplinen 49er und 49er FX. Ob Powerplay im Starkwind der ersten Halbzeit oder Segelschach in der zweiten WM-Hälfte: Fast 350 olympische Seglerinnen und Segler mussten die gesamte Klaviatur beherrschen, um in die Medaillenfinals vorzudringen.

Turbulente Finalläufe im 49er FX
Mit zwei Crews und einigem Medaillenhunger war das German Sailing Team in die beiden Medaillenrennen der 49erFX-Frauen eingezogen. Aufgrund der Punktkompression im neuen Finalformat der Skiffseglerinnen und -segler hatten sowohl auch Maru Scheel/Freya Feilcke (Kieler Yacht-Club) und die Olympia-Sechsten Marla Bergmann/Hanna Wille (Mühlenberger Segel-Club) vor dem Finale realistische Medaillenchancen. In den dann sehr turbulenten beiden Finalläufen wendeten sich die Blätter aller zehn Top-Crews ständig.
Die in der Woche stark dominierenden spanischen Titelverteidigerinnen (47 Punkte) verloren ihre Goldposition noch an die Norwegerinnen (46 Punkte). WM-Bronze gewann das polnische Team (51 Punkte). Mit nur einem Punkt holten Maru Scheel und Freya Feilcke Platz 5. Sie sind bestes deutsches Team. Die MSC-lerinnen wurden mit 53 Punkten im heftig umkämpfen Frauen-Finale Siebte.
Steuerfrau Maru Scheel sagte nach dem engen Finale in Quiberon: „Wir haben erst an Land erfahren, welcher Platz es geworden ist. Vor der WM hätten wir den sofort genommen. Heute war aber auch ein bisschen Schmerz dabei. Doch überwiegend sind da Stolz und Freude.“ Aufgefallen sind Maru Scheel „extrem viele Manöver“ in den Medaillenläufen. Unüblich – und Zeichen schwieriger Bedingungen.
Als beste Qualität ihrer Crew nannte Maru „das gute Bootsgefühl, das wir die ganze Woche hatten“. Es helfe sehr, wenn man nicht mit dem Boot kämpfen müsse, sondern „aus dem Boot schauen“ könne, um strategisch zu planen. Das neue Finalformat mit seiner starken Punktkompression vor den jeweils zwei Medaillenrennen hat den Rennen tatsächlich kaum vorhersehbare Ergebnisse und das erhoffte Plus an Spannung beschert. „Man kann auch sicher sagen, dass dadurch keine Matchraces aufkommen, weil alle so eng beieinander liegen und man nicht auf ein bestimmtes Team segeln kann“, so Maru weiter.

Vom Bermuda Sail GP zu den Worlds

Am 10. Mai war Anna Barth noch als Strategin auf dem deutschen F50 Katamaran auf den Bermudas, hatte mit ihrem Team das Rennen auf Platz drei beendet. Am 12. Mai startete sie dann mit Emma Kohlhoff in die 49er Worlds – und freute sich zunächst über eine Startverzögerung: Als die Flotte darauf wartete, dass sich der Wind beruhigte, „hatten wir etwas Zeit, uns wieder an das Boot zu gewöhnen“, sagte sie: „Wir hatten ein paar gute Runden, um wieder in das Boot hineinzufinden.“

Sie legten eine Raketenstart bei den Worlds hin: Anna Barth und Emma Kolhoff (c) Felix Diemer/ DSV

Ja, es war kühler als auf der idyllischen Insel im Atlantik erlebt hatte, dennoch erzählte Anna: „Wir hatten ziemlich ähnliche Bedingungen wie in Bermuda, einen ähnlich unbeständigen und wechselhaften Wind. Und wir haben den Tag mit einem Sieg abgeschlossen.“ Mit den Ergebnissen schlossen sie den ersten Tag auf Gesamtrang drei ab, punktgleich mit den amtierenden FX-Weltmeisterinnen. Auf Rang drei starteten sie in die Goldfleet. Am Ende steht unter dem Strich Platz 17 für sie.

Unter den 82 49er-Crews segelten Simon Heindl und Conrad Jacobs auf Platz 24, Kjell Haschen und Iven Anton Fromm auf Platz 46.

Erfolg für Chancenfinderinnen
Der Head Coach des German Sailing Teams, Dom Tidey, sagte nach dem WM-Finale der 49er und 49er FX: Wir blicken „auf eine der hochwertigsten Weltmeisterschaften seit Langem zurück. Im Finale ging es auch darum, die Möglichkeiten zu finden. Es gab kein Windmuster und es war auch ein bisschen Glück im Spiel.“

Zu den WM-Endergebnissen für 49er und 49erFX geht es hier.

Text: Carina Wegner

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