Kiel/ München. Nach 1972 will München bei einer möglichen Olympia-Bewerbung erneut mit Kiel ins Rennen gehen. Ministerpräsident Günther spricht von einer „großartigen Nachricht für Schleswig-Holstein“. Am Samstag entscheidet sich, welcher deutsche Bewerber ins internationale Rennen um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele gehen wird.
Bis Montagnacht um 23.59 Uhr haben die drei verbliebenen deutschen Bewerberum die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele – Berlin+, KölnRheinRuhr und München – Zeit, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zu melden, mit welchem Segelstandort sie die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ausrichten würden – wenn sie denn am Samstag in Baden-Baden beim nationalen Entscheid den Zuschlag bekommen und sich dann auch im internationalen Auswahlverfahren durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) behaupten. Berlin hatte sich bereits für Rostock-Warnemünde entschieden. Die Entscheidung von Köln-Rhein-Ruhr wird am Mittwoch öffentlich bekanntgegeben.
München nimmt Kiel als Standort für die Segelwettbewerbe mit auf die Zielgerade des nationalen Rennens um Olympische und Paralympische Spiele. Das teilten die Landeshauptstadt und die Bayerische Staatskanzlei in einer gemeinsamen Erklärung am Montagvormittag, 21. September, mit.
„München und Kiel sind ein perfektes Match. Das gemeinsame Doppel von 1972 lebt wieder auf – Süd und Nord machen gemeinsame Sache. Beide Standorte stehen für hohe Qualität und internationale Strahlkraft. Kiel ist eine Top-Adresse im Segeln und München ist eine der weltweit besten Sportstädte überhaupt. Das ist der perfekte Doppelpass in der deutschen Olympiabewerbung“, so Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Er ist sicher: „München und Kiel bieten das beste Gesamtpaket für international erfolgreiche Spiele.“
„München und Kiel haben 1972 gemeinsam Olympia-Geschichte geschrieben, jetzt wollen wir diese erfolgreiche Zusammenarbeit neu aufleben lassen. Kiel und München verbindet viel: Ein großer Rückhalt in der Bevölkerung für Sport, Erfahrung bei der Ausrichtung von Großveranstaltungen, eine starke Wirtschaft und vor allem ein gelebtes, nachhaltiges olympisches Erbe. Mit Kiel und Schleswig-Holstein haben wir einen tollen Partner im Norden, der unsere Münchner Olympiabewerbung hervorragend ergänzt“, betonte Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther ergänzte: „München und Kiel – hier kommt zusammen, was zusammengehört. Dass München sich für Kiel als Segelstandort entschieden hat, ist eine großartige Nachricht für Schleswig-Holstein. Schon 1972 haben München und Kiel gemeinsam olympische Geschichte geschrieben, mit den Spielen im Süden und den Regatten auf der Förde. Diese Geschichte wollen wir jetzt fortschreiben: München hat für die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele unsere volle Unterstützung. Wir hoffen, dass München den Zuschlag bekommt und wollen das größte Sportereignis der Welt gemeinsam nach Deutschland holen – mit einer klaren Mehrheit und ganz viel Rückenwind der Menschen in München und Kiel. Den haben wir auch von sechs Seglerverbänden, die zusammen 75 Prozent der Seglerinnen und Segler in Deutschland ausmachen. Sie haben sich am vergangenen Freitag klar für Kiel ausgesprochen. Denn: Kiel lebt Segeln. Und mit der Kieler Woche beweisen wir jedes Jahr aufs Neue, dass wir Sportgroßveranstaltungen von Weltformat ausrichten können. Wenn Olympische und Paralympische Spiele nach Deutschland kommen, gehört Kiel dazu. Damit die olympischen Segelwettbewerbe dort stattfinden, wo der Segelsport in Deutschland zu Hause ist: in einem Revier von Weltrang, am Bundesstützpunkt Segeln, mit der Infrastruktur in Schilksee – und in einer Stadt, die die Welt jedes Jahr zum Segeln einlädt.“
Auch Kiels Oberbürgermeister Dr. Samet Yilmaz erinnerte in dem Zuge an die Erfolgshistorie der beiden Olymiastandorte: „München und Kiel haben schon einmal sehr gut zusammengearbeitet und gemeinsam großartige Olympische Spiele organisiert. Nach den Regatten von 1972 lobte der Präsident des Weltsegelverbands: ‚Do it like in Kiel.‘ Gern möchten wir beweisen: Kiel.Sailing.City ist die internationale Benchmark für eine hervorragende Wettkampf-Organisation im Segelsport, Kiel ist erste Wahl als deutscher Olympia-Segelstandort.“
Die Entscheidung live in der Sportschau
Die Verkündung des nationalen Bewerbers um Olympische und Paralympische Spiele erfolgt im zweiten Teil der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB in einer Sportschau-Sondersendung live in der ARD. Die Sendung läuft von 13.45 bis 14.45 Uhr live in der ARD sowie in einigen dritten Programmen und im Live-Stream in der ARD-Mediathek.