Kiel. Die erste vom Deutschen Olympischen Sportbund gesetzte Wegmarke im Bewerbungsprozess für olympische Sommerspiele hat die Landeshauptstadt erreicht. „Unsere Arbeit ist mit Blick auf den ersten Schritt erst einmal getan, wir haben das geliefert, was von den Hauptstandorten gefordert war“, sagt Schleswig-Holsteins Innenstaatssekretärin Magdalena Finke (CDU) im Interview mit den Kieler Nachrichten.
Im Vergleich mit Rostock-Warnemünde sieht Kiel klare Vorteile auf dem Wasser. „Wir sollten die Entscheidung, welcher Standort ausgewählt wird, danach treffen, wo es die besten Bedingungen für Segel- und andere Wassersportwettbewerbe gibt“, so Magdalena Finke. „… wir haben unter anderem die besten sportlichen Bedingungen – vor allem auf dem Wasser. Diese Bedingungen waren ja einer der Kritikpunkte bei den Wettbewerben in Marseille.“
Ein weiteres, vielleicht entscheidendes Argument ist die Unterstützung vor Ort: Für Kiel sprechen die „sichtbar große Begeisterung und das Engagement für Segelevents“ sowie das historische Ja zu Olympia aus dem November 2015, wie Hauke Berndt, Vorsitzender des Kieler Yacht-Clubs, ausführt. „Die gesellschaftliche Unterstützung wird beim DOSB mitbewertet“, betont Magdalena Finke.
Die interessierten Städte und Regionen – Hamburg, Berlin mit Leipzig, Rhein-Ruhr und München – müssen bis Ende Mai ihre Ausrichterkonzepte konkretisieren. Kiel will in jedem Fall mit im Boot sitzen. „Es gibt sehr intensive Gespräche mit Berlin und Hamburg. Mit der Rhein-Ruhr-Region und München sind wir ebenfalls in Gesprächen, für sie gilt unser Konzept natürlich gleichermaßen“, so die Innenstaatssekretärin. Zur Kieler Woche etwa sollen sich die Vertreter der Städte von den Qualitäten des Segelstandorts Kiel überzeugen. Bis Ende September werden die Konzepte dann geprüft und bei der DOSB-Mitgliederversammlung Ende des Jahres vorgestellt. Im Herbst kommenden Jahres soll dann die Entscheidung für den Bewerber um die Spiele 2036, 2040 und 2044 fallen.
Hauke Berndt ist optimistisch: „Ich blicke sehr positiv nach vorn. Wir haben gute Voraussetzungen und die Weichen in die richtige Richtung gestellt.“
Text: Carina Wegner
Die Kieler Nachrichten berichten.