Schilksee. Über Pfingsten fand die alljährliche Yes Regatta vor Schilksee in der Strander Bucht statt. Unser 29er Segler, Jasper Winter, berichtet von einem herausfordernden Event:
23.05.2026,14.00 Uhr erster Start der 29er bei der YES Regatta. Dachten wir. Aber der Gradient und die Thermik, die sich wegen des fantastischen Wetters aufbauen soll, kämpfen gegeneinander an. Ein wiederkehrendes Problem dieses Wochenendes, wie sich erweisen soll. Es ist ein stiller Kampf, wie auf der Oberfläche des Wassers unschwer zu erkennen ist. Nun beginnt das Warten. Es ist lang, zäh und vor allem heiß. Gegen 17.00 Uhr hört man ein Tuten aus Kiel – Schilksee, das Zeichen für Delta, sprich Auslaufen, doch für wen? Naja, die Panik bricht so oder so aus. Nach einigen Minuten wird klar: Es geht nur für die Ilca und Europe hinaus. Kurze Hoffnung, dass jetzt der Stein ins Rollen gebracht wurde. Doch dann AP über A, keine Wettfahrten mehr für alle anderen Bootsklassen.
Der zweite Tag beginnt erfreulich, es geht wie geplant aufs Wasser. Der Wind ist leicht und die Welle kurz und steil – schwierige Bedingungen für alle. Justus und ich finden uns gut in den Tag hinein. Das viele Leichtwindtraining hat sich ausgezahlt! Wir beenden den Tag mit vier soliden Rennen und sichern uns vorerst den siebten Platz.
Die Vorhersage für den dritten Tag sieht schlecht aus – sehr, sehr schlecht. Wind ist auf jeden Fall nicht, doch die Frage ist, wie geht die Wettkampfleitung den Tag an? Warten wir an Land auf die Gefahr hin, dass wir das Windfenster, sollte es überhaupt eins geben, verpassen oder fahren wir raus und warten dort?
Die Entscheidung ist schnell getroffen: Es geht raus! Wir fangen an, uns einzusegeln, mehr so aus Routine. Klar ist, wir werden lang auf dem Wasser sein. Der Druck auf das RC ist hoch. Die Leute werden nervös, aber wieso? Ein wenig Wind baut sich auf, aber inzwischen ist es nur noch eine halbe Stunde hin bis zu letzten Startmöglichkeit! Das RC muss noch einen Kurs legen und vor allem muss sich der Wind noch stabilisieren. Der Druck ist okay, aber die Winddreher sind ununterbrochen und gigantisch. Jetzt wird es spannend. Die Wettfahrtleitung will unbedingt noch ein Rennen in den Final Fleets haben, aber dafür muss sie sich jetzt ranhalten. Um 13.51 Uhr startet das Rennen für das Gold Fleet. Puh, geschafft! Es ist mit 7 bis 10 Knoten das absolute Vielwind-Highlight dieses Wochenendes und trotz der am Anfang eher instabilen Windlage halten sich die Dreher in Grenzen. Wir ersegeln den 8. Platz, bekommen dann aber eine ärgerliche Punktstrafe. Glücklicherweise wird das unser Streicher und durch unsere Ergebnisse bei den schwierigen Bedingungen am Vortag können wir trotzdem noch ein Platz weiter nach oben klettern, also auf den 6. Platz von 88.
Alles in allem war die YES eine erfolgreiche Regatta, die unser Können gut auf die Probe gestellt hat – auf dem Wasser und im Warten.
Ergebnisse:
6. Justus Springer & Jasper Winter
14. Maiken Fromm & Cidalia Voigt
30. Amelie Röpke & Jette Springer
31. Tjelle Bonatz & Anton Lehmann
32. Charlotte Frobenius & Nele Petersen
37. Niels Tinnemeier & Luise Schmidt
41. Leif Tinnemeier & Philipp Werth
42. Loulou & Emmi Unkelbach
46. Lena Hackmann & Julius Schmidt
51. Johan Müller & Hanno Gewinn
56. Johann Pirwitz & Gregor Patitz
57. Lotta Krause & Jule Feeser
64. Felix Böhm & Maximilian Böhm