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Die Weltmeisterschaft der 29er in Porto: Sonne, Swell und Flaute

Mit großer Vorfreude reisten wir mit einem großen Team von 16 29ern vom Kieler Yacht Club Anfang der Sommerferien nach Porto zur WM.  

Unser aller Erwartungen waren hoch, obwohl die Rahmenbedingungen nicht wie geplant waren: Thomas Berg stand uns seit Ostern leider nicht mehr als Landestrainer zur Verfügung und wurde auch nur teilweise ersetzt. Patrick Böhmer hatte versucht, das aufzufangen, sehr viel mit uns trainiert, uns gut vorbereitet und die Logistik perfekt organisiert. Zudem war unser Team in Porto stark aufgestellt – vier Trainer, Patrick Böhmer, Alisa Engelmann, Ben Heinrich und Philipp Sudbrack sollten dafür sorgen, dass wir trotz zweier Bahnen bestens betreut in die WM starten konnten.  

Doch schon die lange Anreise gestaltete sich abenteuerlich, zwei Transporter blieben unterwegs zwischenzeitlich liegen und ein Streik des portugiesischen Bodenpersonals führte dazu, dass fast niemand pünktlich und mit seinem Gepäck ankam. 

Zum Glück konnte es trotzdem am 3.8. mit dem Training losgehen.  

Im Vortraining hatten wir auch noch traumhafte Bedingungen: Ab 13 Uhr waren 13-17 Knoten Wind, 1,5m Swell und 30 Grad Celsius. Wir kamen nach jedem Training mit einem fetten Grinsen an Land.  

Am Samstag, 2. August, stand zunächst die Vermessung an. Abends dann die offizielle Eröffnung: eine festliche Zeremonie, die in einem fröhlichen “Fahnenkampf” zwischen britischen und deutschen Teams gipfelte – internationale Segelstimmung pur und ein echtes Highlight für uns alle! 

Der erste Start am Sonntag sollte um 11 Uhr erfolgen, doch Flaute und Warten bestimmten den Tag. Erst nach stundenlangem Ausharren ging es mit leichtem Nordwind und rund 10 Knoten endlich aufs Wasser. Drei Rennen konnten gesegelt werden – und wir merkten schnell: Die Bedingungen unterschieden sich gravierend vom Vortraining und von dem, was wir erwartet hatten, in diesem starken Feld ist jedes Manöver entscheidend, jede Platzierung hart erkämpft, kleinste Fehler kosten viele Plätze. Fast keines unserer Teams war wirklich zufrieden.  Bei 24 angesetzten Rennen blieben wir allerdings trotzdem optimistisch.  

Montag brachte dann… nichts: Wetterumschwung, morgens Nebel, kein Wind, keine Rennen – dafür nach langem Warten gemeinsames Relaxen am Strand. Am Dienstag, dem letzten Qualifikationstag, hieß es noch einmal alles geben: Delta um 11:30 Uhr, viel Warterei auf dem Wasser und letztlich drei Rennen bei 7–13 Knoten Wind und starkem Strom – um 19:30 Uhr waren wir erst wieder im Hafen. Unsere persönlichen Ergebnisse verbesserten sich spürbar, aber trotzdem hatten bereits jetzt fast alle ihr persönliches Ziel durch die Zuteilung in die Final-Fleets verfehlt. Wir wollten weiterhin alles rausholen was noch möglich war, es uns und unseren Trainern beweisen… was am Mittwoch gründlich daneben ging.  Leichter Wind, starker Strom und seitlicher Swell machten die Bedingungen extrem anspruchsvoll und nach nur einem tricky Rennen ging es mit Startverschiebung an Land wieder in den Hafen.  Am Donnerstag ging es nach starkem Nebel erst um 16 Uhr raus, ein Rennen für Gold und Silber – bei unter 5 Knoten und 180 Grad Winddreher zum Schluss -, Bronze und Emerald kein Rennen. Zum Abschluss am Freitag dann Treffen um 8 Uhr und wieder Warten – noch mehr Nebel, die Windmaschine streikte komplett. Wenige Minuten vor der letzten Startmöglichkeit um 16 Uhr wurde dann noch angeschossen, aber gegen den Strom kam man bei dem leichten Wind nicht einmal vernünftig über die Startlinie. Der Abbruch war folgerichtig. Obwohl ein drittes Rennen bei den Finals durch einen zusätzlichen Streicher noch mal große Veränderungen bedeutet hätte, hatten andere Teams schon aufgegeben und vorzeitig auf den Weg nach Hause gemacht. Das KYC-Team hatte bis zum Schluss gehofft und kam hingegen erst gegen 17 Uhr in den Hafen, verpackte dann noch bis 21:30 Uhr, sodass wir alle trotz wenig Segelei ziemlich müde waren. Am Abflugtag wurde wieder gestreikt und wieder kam kaum jemand pünktlich mit seinem Gepäck nach Hause. So wurde An- und Abreise sinnbildlich für die Regatta:    

Statt den geplanten 24 Rennen konnte die Gold/Silver Fleet nur insgesamt 8 und Bronze/Emerald nur 7 Wettfahrten absolvieren. Zu wenig, um den suboptimalen Start in die WM noch zu kompensieren. Das viele Warten war frustrierend und es war hart, die Spannung und die Motivation bis zum Schluß aufrecht zu halten.  

Wir nehmen trotzdem gute Erinnerungen an das Vortraining, mehrere Top 10 Platzierungen in der U17 Wertung und wertvolle Erfahrungen mit, haben Geduld, Resilienz und mentale Stärke trainiert und sind nun motiviert, bei der Deutschen Meisterschaft in Warnemünde Ende September unsere Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. 

Vielen Dank insbesondere an Alica, Patrick, Philipp und Ben, den Fahrern, den Eltern und dem Kieler Yacht Club für die Unterstützung sowie Segelsport Jess für schnelle Hilfe bei Schäden vor Ort.  

Folgende Teams waren mit dabei: 

GER 2730 Marlene Fuerst, Emma Fuerst 

GER 3003 Charlotte Frobenius, Nele Petersen 

GER 3071 Ruven Klink, Julius Schmidt 

GER 3117 Emmi Unkelbach; Nora Iversen 

GER 3257 Loulou Unkelbach, Jonna Hausberg 

GER 3258 Paul Lepa, Simeon Schubach 

GER 3209 Tjelle Bonatz, Fiona Weimann 

GER 3287 Johan Mueller, Hanno Gewinn 

GER 3300 Justus Springer, Jasper Winter 

GER 3345 Adele Dorn, Ava Braunisch 

GER 3363 Niels Tinnemeier, Luise Schmidt 

GER 3386 Leif Kähler, Frederik Heisterkamp 

GER 3397 Maximilian Böhm, Liv-Grete Böttger 

GER 3441 Amelie Roepke, Karlotta Heisterkamp 

GER 3457 Maiken Fromm, Cidália Voigt 

und 

GER 3502 Hanno Rix und Maximilian Reuner 

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