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Ge-Meister-t. Aufstieg!

Hamburg. Nach zwei knapp verpassten Chancen in den beiden vergangenen Jahren kann das Team des Kieler Yacht-Clubs jetzt endlich feiern: Im Saisonfinale der Deutschen Segel-Bundesliga hat die Crew um Steuermann Moritz Peitzner die Saisonleistung des Teams perfekt gemacht. Der KYC steigt als Tabellenerster in die erste Bundesliga auf.

Bis zum letzten Rennen war es spannend auf der Außenalster. Erst am letzten von drei Regattatagen präsentierte sich die Hamburger Außenalster schwachwindig, regnerisch und in herbstliches Grau gehüllt. Die anderen beiden Tage dagegen hatten die Ausläufer des Orkantiefs, das der Ostseeküste das Jahrhunderthochwasser brachte, mit starken Sturmböen die Seglerinnen und Segler hart gefordert.
„Ich habe noch nie so viele Sonnenschüsse in der Bundesliga gesehen wie gestern“, sagt Segel-Bundesliga Geschäftsführerin Anke Nowak. „Es waren wirklich schwierige Bedingungen, die den Crews alles abverlangt haben.“ Selbst routinierte Erstligateams sprachen nach dem von heftigen Böen dominierten Spieltag davon, dass sie „eher mit sich selbst beschäftigt waren“, als sich auf das Rennen konzentrieren zu können.
Die Witterungsbedingungen wirbelten das Spieltagsranking tüchtig durcheinander. Die KYC-Crew mit Steuermann Moritz Peitzner (24), Paul Arp (23), Berrit Bellin (23) und Luca Leidholdt (24), die mit einem komfortablen Vorsprung ins Event gestartet war und an Tag eins gleich drei Siege eingefahren hatte, startete von Platz zwei in den zweiten Tag des Hamburger Spieltags – und fiel zwischenzeitlich bis auf Platz zehn ab. Sie beendete den Sturmtag auf Platz sieben. „Da haben wir uns ganz gut gefangen“, so Peitzner. „Die Motivation war auf jeden Fall sehr hoch.“ Am entscheidenden, dritten Tag des Finales fanden die Kieler zu ihrer Form zurück. Für das letzte Rennen stand das Ziel: Top drei. Es wurde ein Sieg - und damit Platz eins der Tabelle. Die Kieler Yacht-Club-Crew holt den Meister-Titel der zweiten Segel-Bundesliga. Und den Aufstieg!
„Diese Bundesliga-Saison hat den Teilnehmenden die ganze Bandbreite des seglerischen
Könnens abverlangt“, sagt Oliver Schwall, Initiator der Segel-Bundesliga. „Wir hatten Spieltage mit Leichtwind in Kiel und am Bodensee und Schwerwetter-Rennen in Travemünde und Hamburg. Da waren Allrounder-Fähigkeiten gefordert, um vorne dabei zu sein.“
Die haben die Kieler bewiesen. „Wir sind über die Saison immer Top sechs gefahren“, erzählt der Steuermann. Nach Platz sechs beim ersten Spieltag in Berlin hatten die Kieler sich über Platz fünf in Travemünde und Platz zwei in der Heimat bis auf Platz eins in Konstanz gesegelt. In Hamburg zeigten die Leichtwind-Sieger vom Bodensee nun, dass sie auch bei schwierigsten Bedingungen die Nerven behalten.
Dafür half sicher auch die Unterstützung vor Ort: „Fast unser ganzes Team ist hier“, freute sich Moritz Peitzner. „Wir haben natürlich voll Bock, nächstes Jahr in der ersten Liga zu segeln – und jetzt feiern wir zusammen den Meister!“


Text: Carina Wegner
Fotos: DSBL/ Sander van der Borch