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Regatten

Seglerinnenpower beim Helga Cup 2020

Hamburg. Gleich zwei Teams – Uppfrontinas und Pink Pearls - traten für den Kieler Yacht-Club e.V. beim HelgaCup an. Den Sieg schon in Sicht beendeten die Uppfrontinas die J70-Regatten auf Platz acht.

(c) Lars Wehrmann | Helga Cup

(c) Lars Wehrmann | Helga Cup

Die Pink Pearls (c) Lars Wehrmann | Helga Cup

Die Uppfrontinas (c) Lars Wehrmann | Helga Cup

„Bunt, divers und inklusiv“ so lautete das Motto der 2020er-Edition der Frauenregattaauf der Alster. Besondere Zeiten, besondere Umstände: Der diesjährige Helga Cup fand im Oktober, statt wie geplant im Juni statt. Die auf 42 Crews begrenzten Seglerinnen der J/70-Klasse traten auf einer Regattabahn gegeneinander an. Carlotta Heimann von den Pink Pearls und Birte Berger von den Uppfrontinas berichten:

Mit großem Spaß und Lernerfolg – Die Pink Pearls
In unserem Team gab es wesentliche Änderungen in der Crew. Aus dem Vorjahresteam war nur noch ich, Carlotta Heimann, als Taktikerin an Bord. Hannah Harnack als Steuerfrau, Annika Kemper am Trimm und Olivia Zöllner auf dem Vorschiff komplettierten das Team. Leider hatten wir aufgrund der Liga-Saison kaum Zeit, uns vor dem Helga Cup als Crew auf der J/70 einzuspielen. So zeigte unser erster Start noch eindeutig den Trainingsrückstand. Wir optimierten die Taktik und ersegelten im zweiten Rennen direkt einen zweiten Platz. Für den zweiten Tag waren sechs Rennen angesetzt. Im dritten Rennen waren wir früh an der Linie…. leider zu früh. Nachdem wir uns bereinigt hatten, lagen wir über 300 Meter hinter dem Ersten. Aufgrund der sehr kurzen Rennen war es sehr schwierig noch aufzuholen. Dennoch hatten wir im Ziel den Abstand auf 40 Meter reduziert. Der nächste Lauf lief für uns besser und wir wurden dritter. Im vorletzten Rennen lieferten wir uns gemeinsam mit vier anderen Crews einen sehr spannenden Zieldownwinder, den wir dank guter taktischer Entscheidungen als zweiter im Ziel beendeten. Es folgten zwei weitere Rennen, die wir als zweite beendeten, mit perfekten Starts und nur wenigen Metern Abstand zum ersten Platz.
Der letzte Tag startete mit sehr starken Böen, die für unser geringes Crewgewicht eine große Herausforderung waren. Die Wettfahrtleitung entschied deshalb, das Setzen der Gennaker zu verbieten - für uns ein großer Nachteil, da wir nach einem Frühstart nicht mehr die Möglichkeit hatten, durch einen guten Gennakergang aufzuholen. Später erfuhren wir, dass vier weitere Teams, die sich allerdings nicht bereinigt hatten, auch zu früh gestartet waren, wodurch wir noch einen vierten Platz erreichten. Das letzte Rennen beendeten wir auf einem sechsten Platz, so dass für uns letztendlich der 15. Rang in der Gesamtliste stand. Als uneingespielte Crew haben wir im Laufe der Regatta sehr viel gelernt, hatten viel Spaß und freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr. 

Den Sieg vor Augen – Die Uppfrontinas
Der HelgaCup 2020 startete für uns etwas anders – wir mussten aufSteuerfrau Melanie Kohlhoff verzichten, die unser Team gegründet und in den letzten Jahren solide durch den Cup gesteuert hat. Kurzerhand sprang Friederike Larsen ein, die wir als Optitrainerin und aus der Junioren Segel-Liga kannten. Die restliche Crew um Birte Berger (Taktikerin), Maren Gadischke (Trimmerin) und Susanne Sartori (Vorschiff) blieb wie gewohnt. Auch wir schafften es kaum zu trainieren und stolperten regelrecht in das Event. Eines nahmen wir jedoch aus den Vorjahren mit: Vorfreude! 
Am Freitag starteten wir direkt sehr gut in die Wettfahrten. Auch wenn wir das erste Rennen nicht für uns entscheiden konnten, führten wir das Feld an und fuhren das zweite Rennen auch als erste durchs Ziel. Ziemlich schnell war uns klar: Die Kommunikation und die Stimmung an Bord passen! Samstag zeigten wir dann, wie sehr: Von sechs Rennen gewannen wir vier und in jedem Rennen konnten wir unsere Stärken zeigen. Vom Start über die Geschwindigkeit und Höhe auf allen Kursen bis zu den Tonnenmanövern dominierten wir die Rennen, sodass wir am Ende des zweiten Tages ganz oben auf der Liste standen, ein tolles Gefühl! Für den dritten Tag galt es: cool bleiben. Das Team der HSC Women war uns auf den Fersen und dominierte die ersten Rennen bereits. Mit einem weiteren ersten und einem knappen dritten Platz starteten wir dann als zweites Team in das Finalrennen der Top Ten. Uns war klar, dass wir den Cup gewinnen können, wenn wir nichts verändern: Der Schlüssel lag in der motivierenden, fokussierten und unterstützenden Atmosphäre im Team. Genauso starteten wir dann in das Finalrennen, in dem wir zunächst als zweite um die Luvtonne gingen, das wir jedoch ab dem ersten Gate auch wieder anführten. Den Sieg vor Augen rasten wir unter Gennaker mit 13 Knoten Bootsspeed dem Ziel direkt vor dem NRV entgegen … als uns die Wettfahrtleitung mitteilte, wir hätten einen OCS: Ein knapper Frühstart, den wir nicht als solchen eingeschätzt haben und der uns vom ersten auf den achten Platz katapultierte. Dennoch war es ein Frühstart, der uns emotional nur wenig runtergezogen hat.
Ein großer Dank geht an den Norddeutschen Regatta Verein, der dieses großartige Event trotz strenger Richtlinien realisiert hat.