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Regatten

Zum Aal nach Eckernförde

Ob Familien- oder Proficrew, ob Wochenendeinsatz oder eine ganze Woche segeln, ob Langstrecke oder Windward/Leeward-Kurse, die Kieler Woche 2021 (04. bis 12. September) bietet für jede Dickschiff-Crew etwas.

Den Auftakt der Kieler Woche machen die Dickschiffe. Foto: www.segel-bilder.de

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Die Premiere auf der Asphaltfläche des Marinefliegergeschwaders MFG5 in Kiel-Holtenau im Vorjahr war ein Erfolg. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche

Erfreuen sich steigender Beliebtheit: Blokarts. Auch in diesem Jahr sind sie im Rahmen der Kieler Woche am Start. Foto: Sascha Klahn/Kieler Woche

„Wir versuchen, die ganze Bandbreite des Segelsports in Kiel anzubieten. Das gilt natürlich auch für die seegehenden Schiffe“, so Dirk Ramhorst, Organisationschef der Kieler Woche-Regatten. Und während die Planung für das Wasserprogramm durch die Verlegung in den September neu aufgestellt und intensiv mit den Wettfahrtleitungen, den Klassen sowie Aktiven gesprochen und gemeinsam geplant wurde, bleibt das Thema Landprogramm vielschichtig. „Realistisch müssen wir wohl davon ausgehen, dass Schilksee eher an 2020 als an 2019 erinnern wird. Aber wir planen vielschichtig und sind flexibel“, so Sven Christensen (Point of Sailing Marketing GmbH)

Die Verlegungen haben einige Veränderungen im Klassen-Mix mit sich gebracht. Der Wunsch einer ganzheitlichen Kieler Woche mit Segelsport und Kultur- und Volksfest stand im Vordergrund bei der Verlegung. Im Bereich Segelsport wird die Kieler Woche aber keine „normale“, sondern wieder eine ganz andere als in den Jahren zuvor. Denn die Kieler Woche 2021 steht vier Wochen nach den Olympischen Spielen unter einem anderen Licht. Viele Klassen, darunter vor allem die olympischen Klassen, haben parallele Veranstaltungen und können nicht in Kiel dabei sein. Dazu musste das Kieler Organisationsteam sehr flexibel auf einen neuen Klassenmix und die integrierte Star-Weltmeisterschaft reagieren. Jetzt sind die 16 Klassen, die Star- und die Fareast-WM sowie die Seebahnen angepasst sortiert.

Dabei traf die neue Anpassung die Bigboats am wenigsten. Die Segelwettkämpfe der Kieler Woche beginnen traditionell mit den Dickschiffen und ihrem Start vor Düsternbrook. Der Auftakt vor dem Kieler Yacht-Club gehört um 9 Uhr den Multihulls, es folgen die ORC-Teilnehmer am Welcome Race. Die Yardstick vermessenen Yachten für die Aalregatta starten um 10 Uhr nach Eckernförde. Daneben sind die Folkeboote und Albin Ballad als Einheitsklasse sowie Double Hand ausgeschrieben.
Am Sonntag geht es retour Richtung Kiel. Geplant ist, dass die Teilnehmer der Aalregatta und des Welcome Races in Eckernförde anlegen. „Ob im Päckchen, vor Anker oder mit dem Heck an der Pier klären wir noch mit den Behörden“, so Wettfahrtleiter Ralf Paulsen. Auf jeden Fall gibt es für alle Yachten, die an der Aalregatta teilnehmen, den obligatorischen Aal. Ansonsten wird wie die ganze Kieler Woche auch der Bereich Dickschiffsegeln flexibel den jeweiligen Corona-Vorschriften angepasst.

Die ORCi-Yachten treten ab Montag, den 6. September, bis Mittwoch, den 8. September, zum Kiel-Cup an (1. Start jeweils um 10 Uhr). Donnerstag und Freitag sind dann für die Seesegler/-innen Ruhetage, bevor die Langstrecke um das Silberne Band (Start um 14 Uhr) von Samstag auf Sonntag über Nacht auf dem Programm steht. Der Senatspreis fällt in diesem Jahr der Umgestaltung zum Opfer. „Wir bieten ein breit gefächertes Programm, das auch leicht in die verschiedenen Urlaubspläne einzubauen ist“, so Wettfahrtleiter Eckhard Reincke. Das Silberne Band am zweiten Wochenende ist für ORC Club, Yardstick und Double Hand ausgeschrieben.
Einen sportlichen Höhepunkt im Bereich Bigboats bietet in diesem Jahr die Weltmeisterschaft der Fareast 28R. Die Pre-Worlds im Rahmen der Kieler Woche und die WM im August wurden 2020 wegen der Corona gecancelt. Nun nimmt die Klasse in Kiel den zweiten Anlauf und das gebündelt mit der WM im Rahmen der Kieler Woche vom 3. bis 8. September.

Die Landsegler an Bord

Gute Dinge sind auch in schlechten Zeiten richtig. Nach diesem Motto handelt The Friendship Racing Division. Nach dem Einstiegserfolg im Vorjahr gibt es auch zur Kieler Woche 2021 (4. bis 12. September) Segelregatten an Land: Am zweiten Wochenende (11./12. September) finden im Rahmen der Kieler Woche erneut die German Open Blokart Championships statt.

Die Premiere auf der Asphaltfläche des Marinefliegergeschwaders MFG5 in Kiel-Holtenau im Vorjahr war ein Erfolg. „Die blanke Sensation“, schwärmt Alexander Bruhn, deutscher Klassen-Boss der kleinen Land- und Strandsegler. Auf dem engen Kurs mit allen Elementen und mit den begeisterten Zuschauern an der Rennstrecke sei echtes Formel-Eins-Feeling aufgekommen, so Bruhn. Der freie Blick auf die Förde, der feste Beton des ehemaligen Hubschrauber-Areals unter den Reifen und die Möglichkeit für Zuschauer, die Rennen aus nächster Nähe zu verfolgen waren für den Organisationschef überzeugende Pluspunkte. „Nach der erfolgreichen Durchführung der Rennen im Rahmen der vergangenen Kieler Woche freue ich mich, dass sich die Blokarts nunmehr 2021 in der Kieler Woche etablieren“, ergänzt der Repräsentant der deutschen Blokart-Association, der in diesem Jahr mit mehr deutschen und internationalen Teilnehmern rechnet.

Das Blokart wurde 1999 von dem Neuseeländer Paul „Guru“ Beckett entwickelt. Basierend auf dem Design herkömmlicher Strandsegler konzipierte Beckett einen kompakten Kart, der einfach zu manövrieren ist, für eine Menge Segelspaß an Land sorgt und überall dort zum Einsatz kommen kann, wo mehr Platz als die Größe eines Tennisplatzes befahrbar ist. In der Regel werden Geschwindigkeiten von 25 bis 40 km/h erreicht. Rennsegler sind auch schon mal über 100 km/h schnell.

Gesegelt wird wie im Vorjahr unterteilt nach Production und Performance sowie nach den Gewichtsklassen Light, Middle, Heavy und Super Heavy. Trophäen werden für die jeweils ersten drei Plätze vergeben. Am Samstagabend steht das übliche Pilot‘s Dinner für die Aktiven auf dem Programm – natürlich alles Corona-konform.

Der Repräsentant für Deutschland in der European Blokart Association freut sich, mit der Kieler Woche Deutschland als Austragungsort im europäischen Blokart-Rennkalender zu etablieren. „Auch das zweite Jahr dürfte noch nicht ganz ohne Pandemie-Vorzeichen stattfinden, aber danach sind wir dann auch in guten Zeiten ein fester Bestandteil der Kieler Woche. Das ist unser großes Ziel“, blickt Bruhns optimistisch in die Zukunft.

– Hermann Hell