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Postkarte von der norwegischen Riviera

Hei du,

bei an die dreißig Grad starten wir aus Kiel gen Skagen, um an Bord der SY Arndt zu gehen. Von dort geht es mit frischem Wind über das Kattegat. Erste Station: Tief in den schwedischen Schären, zwischen Fels und Muringtonne machen wir in einer kleinen Bucht fest.

Nach morgendlichem Bad nehmen wir Kurs auf Oslo. Mit einer Rückenbrise von drei Knoten motoren wir nach Norden. Dank Sturmtief Nadine können wir Kunst und Kultur der norwegischen Hauptstadt ausgiebig erforschen. Nach zwei Tagen beruhigt sich das Wetter. Neuer Kurs: Norwegische Riviera. Die älteste Stadt Norwegens, Tønsberg, begrüßt uns mit mediterranem Flair, prallem Leben in den Bars und Diskos rund um den Hafen.
Am nächsten Morgen machen wir Leinen los gen Nevlungshavn. Die G3 zieht uns bei Rückenwind nach Süden. Die Arndt ist größtes Schiff im kleinen Hafen. – Viel mehr hätte auch nicht gepasst - in dem kleinen Fischerörtchen an den Felsen.
Von dort fahren wir nach Aasvika: Unsere erste Station in den norwegischen Schären. Wie aus dem Bilderbuch folgt auf ein Felsinselchen das nächste. In den Buchten verstecken sich Ferienhäuschen und kleine Orte. Wir werfen Anker in der Bucht und lassen Heidi, unser Schlauchboot, zu Wasser. Strahlender Sonnenschein, entspannte 20 Grad. Auf zu Æroy rund, Heidi! Im Licht unseres Petroleumankerlichts lassen wir den Abend im Cockpit entspannt ausklingen.
Nächste Station: Risør, die „Perle der norwegischen Riviera“. Weiße Bilderbuchhäuschen an charmanten Gässchen und ein herrlicher Blick über die Bucht vom Risørflecken. Auf dem Fischmarkt erstehen wir frischen Dorsch und verkosten Garnelen in der Sonne.
Nun wollen wir noch ein Plätzchen in den Schären finden. Aber dieses Mal ist uns kein Glück beschieden: Platz 1 ist zu tief, Platz 2 passt nicht zum Wind, Platz 3 liegt an der „Hauptstraße“. Wir weichen aus nach Tvedestrand, die  Bücherstadt am Skagerrak. Auch hier ziehen sich weiße Holzhäuser die Hänge hinauf. 7,5 km sollen die Regale der Antiquariate zusammen messen. Leider stehen wir vor verschlossenen Türen: Der Sommer endet hier Anfang August, die Läden, die durchhalten, schließen am Nachmittag.
Nächstes Ziel: Arendal. Hier wollen wir noch einmal Kraft – und Diesel – tanken, bevor es über das Skagerrak geht. Morgen machen wir den großen Schlag gen Südost. Als wir den Schärengarten verlassen, gibt uns das Skagerrak eine Probe seines Könnens. Aus Südost weht es mit 26, in Böen über 30 Knoten. Die Arndt pflügt durch Gischt und Welle. Nach knapp zwei Meilen biegen wir wieder in die Schären ein. Es schüttet und pustet: es war eine gute Entscheidung, heute nicht den langen Schlag zu machen.
In Arendal geballtes Leben: Gefühlt halb Norwegen ist da: Parteien und Lobbyisten, an jeder Ecke Menschen im Gespräch: Arendalsuka bietet jährlich das große Podium für aktuelle gesellschaftliche Themen. Anschließend ist das Essen auf dem Feuer, Tank und Batterien sind voll. Morgen können wir los. Windfinder verspricht uns bis zu 23 Knoten aus Südwest. Zu unserer Ankunft soll die Sonne in Skagen durch die Wolken schauen.

Viele Grüße aus dem Norden
Carina, Karin, Dye und Klaus

Fotos: Karin Gude & Carina Wegner