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Kurs auf World Sailing Championships in Aarhus

Es geht um die ersten Tickets für Tokio 2020. Am Start sind u.a. Paul Kohlhoff/ Alica Stuhlemmer und Johannes Polgar/Carolina Werner im Nacra 17, Justus Schmidt/Max Boehme im 49er, Philipp Buhl im Laser und Tina Lutz und Susann Beucke im 49er FX.

Dänemarks zweitgrößte Stadt und die Bucht von Aarhus sind in diesem heißen Sommer die Bühne der alle vier Jahre ausgetragenen gemeinsamen Weltmeisterschaften aller zehn olympischen Disziplinen. Es geht für die Teilnehmer um 36 Medaillen und bereits 40 Prozent der für die Olympischen Spiele 2020 zur Verfügung stehenden Nationenstartplätze. Die ersten WM-Startschüsse fallen am 2. August für die Disziplinen Finn Dinghi, 470er Männer und 470er Frauen. Am selben Tag wird die Welttitelserie am Abend im neu gestalteten Hafenviertel Aarhus eröffnet.
In Dänemark bereiten sich die Gastgeber auf eines der größten Sportereignisse in ihrer Geschichte vor. Erwartet werden rund 1500 Segelsportler aus fast 100 Nationen mit ihren Betreuer-Teams sowie bis zu 400.000 Besucher, was die Gesamtzahl der 324.000 Einwohner in Aarhus noch übertreffen würde.
Torsten Haverland, DSV-Vizepräsident und verantwortlich für den Leistungssport, sagt: „Mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf und einige herausragende Ergebnisse haben wir uns als Team zwei Medaillen zum Ziel gesetzt. Was den Kampf um die Nationenstartplätze für die olympische Regatta 2020 in Enoshima angeht: Da traue ich unserer Mannschaft zu, dass sie mindestens 60 Prozent dieser Chancen nutzt.“ Da Athleten des German Sailing Team in acht der zehn Disziplinen am Start sind, würde das der frühzeitigen Sicherung von fünf der zehn möglichen Nationenstartplätze gleichkommen.
„Ich will in Aarhus um den WM-Titel kämpfen und den Nationenstartplatz früh sichern“, gibt Weltcup- und Kieler Woche-Sieger Philipp Buhl die Schlagzahl vor, „für uns ist diese WM fast ein Heimspiel, die Bedingungen dort können denen in unserem Trainingsrevier vor Kiel sehr ähnlich sein.“ Der Laser-Steuermann und Weltranglisten-Zweite KYC-ler, am Start für den Segelclub Alpsee-Immenstadt, den seine Teamkollegen zum Flaggenträger der deutschen Segel-Nationalmannschaft gewählt haben, zählt in der olympischen Einhandjolle Laser zu den Medaillenfavoriten und hat sich intensiv auf die Welttitelkämpfe vorbereitet, die für seine Disziplin am 3. August beginnen. Zehn Rennen sind bis zum abschließenden Medaillen-Finale am 10. August zu fahren.
Zum erweiterten Favoritenkreis zählen die deutschen Skiff-Seglerinnen und Segler. Die Kieler-Woche-Zweiten Tina Lutz (Chiemsee Yacht Club) und die KYC-lerin Susann Beucke, am Start für den Hannoverschen Yacht-Club haben sich für die Weltmeisterschaft viel vorgenommen. „Wir wollen uns ja immer verbessern, daher streben wir nach Platz 6 bei der letzten Weltmeisterschaft einen Platz in den Top 5 an“, erklärt die 49erFX-Steuerfrau und Vize-Europameisterin Vicky Jurczok aus Berlin, „und gemeinsam mit Tina und Sanni wollen wir auch das Nationenticket für Tokio 2020 lösen. Ich denke, dass uns das mit vereinten Kräften gelingen sollte.“
Dasselbe Ziel verfolgen die 49er-Segler. Die Kieler Justus Schmidt/Max Boehme (Kieler Yacht-Club) konnten sich nach längerer studienbedingter Pause mit Platz 5 bei der Europameisterschaft gerade erst rechtzeitig zur Weltmeisterschaft wieder in Top-Form zurückmelden. „Über diesen gelungenen Wiedereinstieg waren wir selbst überrascht“, sagt Steuermann Schmidt, „in Aarhus wollen wir nun helfen, den Nationenstartplatz für die Olympischen Spiele zu sichern. Wenn wir als Crew in die Top 6 segeln könnten, wäre es aus meiner Sicht ein beeindruckendes Ergebnis.“
Die Serie der Skiffsegler beginnt am 4. August und endet mit den Medaillenrennen am 11. August. Sie absolvieren 14 statt der in den anderen Disziplinen üblichen zehn Wettfahrten bis zum Finale.
Am 5. August beginnen die WM-Läufe für die Mixed-Katamaran-Teams im Nacra 17. Unter deutscher Flagge im German Sailing Team starten Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club) und Johannes Polgar/Carolina Werner (Norddeutscher Regatta Verein/Kieler Yacht-Club). Wollen die foilenden Zweirumpf-Spezialisten den Olympia-Startplatz für Deutschland sichern, müssen sie in die Top 8 Nationen segeln. „Das wird eine schwere Aufgabe“, sagt Carolina Werner, „aber wir glauben, dass wir das gemeinsam schaffen können.“ Nacra-17-Steuermann Johannes Polgar sagt: „Paul und Alica sind die Starkwindraketen. Gemeinsam sollte es uns gelingen, den Tokio-Startplatz für Deutschland im Nacra 17 zu sichern.“ Die ersten Rennen der Nacra-17-Flotte beginnen am 5. August, ihr Finale setzt am 12. August eines der drei letzten WM-Ausrufezeichen.
Den gleichen Zeitplan haben die Laser-Radial-Seglerinnen. Svenja Weger, Europameisterin von 2014, erklärt die Herausforderungen des Reviers: „Vor Aarhus herrschen meistens Flachwasserbedingungen mit einer steilen Kabbelwelle. Für uns sind das äußerst anstrengende Bedingungen: Im Laser muss man ununterbrochen hängen, um das Boot möglichst aufrecht zu segeln. Bei größeren Wellen kann man im Wellental auch mal etwas Druck von der Kante nehmen. Zusätzlich kann man die Krängung auch über die Arbeit mit der Schot regulieren. Im Allgemeinen ist aber ab einer gewissen Windstärke das Hängen einfach der wichtigste Faktor für einen guten Bootsspeed. Um hierbei auch in einem Weltklassefeld bestehen zu können, war ich im Winter daher sehr aktiv im Kraftraum.“
Noch vor den Laserseglern steigen die deutschen Finnsegler und 470er-Segler ins Geschehen ein. Die Serien für Finn-, 470er-Männer- und 470er-Frauen enden am 9. August mit den Medaillenrennen.
Was für die Nationen-Qualifikation für Tokio 2020 gefordert ist
Hier eine kurze Übersicht über die Platzierungen, die die Starter des German Sailing Teams in ihren jeweiligen Disziplinen bei den Hempel World Sailing Championships Aarhus 2018 erreichen müssen, um den Olympia-Startplatz für Deutschland bei der olympischen Regatta vor Enoshima in zwei Jahren schon zu diesem frühen Zeitpunkt und ohne späteres Bangen zu sichern. Dabei gilt für jede Nation nur das beste Ergebnis. Beispiel: Belegen zwei britische Teams die Plätze 1 und 2 und eine deutsche Crew Platz 3, dann bedeutet das rechnerisch Platz 2 im Kampf um die Nationen-Tickets für Olympia 2020. Die unterschiedlichen Anforderungen stehen in direktem Zusammenhang mit den verschieden großen Feldern der Disziplinen bei den Olympischen Spielen.

MÄNNER
Windsurfer (RS:X): Top 10 Nationen
Ein-Mann-Jolle (Laser): Top 14 Nationen
Ein-Mann-Jolle Schwergewicht (Finn Dinghi): Top 8 Nationen
Zwei-Mann-Jolle (470er): Top 8 Nationen
Skiff (49er): Top 8 Nationen

FRAUEN
Windsurfer (RS:X): Top 11 Nationen
Ein-Frauen-Jolle (Laser Radial): Top 18 Nationen
Zwei-Frauen-Jolle (479er): Top 8 Nationen
Skiff (49erFX): Top 8 Nationen

MIXED
Mehrrümpfer (Nacra 17): Top 8 Nationen

Fotos: © Mick Anderson/ Aarhus 2018 & © Jesús Renedo/ Aarhus 2018

Kieler Yacht-Club e.V.

Mit dem bereits von den Gründern 1887 formulierten Ziel, „die Freude am Segeln zu mehren“, steht der Kieler Yacht-Club für eine lange Tradition im Regattasegeln auf höchstem sportlichem Niveau und im anspruchsvollen Fahrtensegeln. Tradition und Zukunft des Segelsports bestimmen das HandeIn im Club. Schwerpunkte der Arbeit des KYC sind die seglerische Ausbildung Jugendlicher und Erwachsener sowie die Organisation hochrangiger Regatta-Veranstaltungen wie der Kieler Woche, MAIOR, YES sowie Welt- und Europameisterschaften in verschiedenen Klassen.

Mit rund 1.400 Mitgliedern ist der Kieler Yacht-Club einer der größten und mit seiner Gründung im Jahr 1887 einer der geschichtsträchtigsten Segelvereine Deutschlands. Zu den Mitgliedern des KYC zählen mehrere Welt- und Europameister und Olympiamedaillengewinner in unterschiedlichen Segelklassen.