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Mit Spaß und Spannung beim HelgaCup 2019

Drei KYC-Crews am Start bei der weltgrößten Frauenregatta. Es ist schon etwas ganz Besonderes wenn 330 Frauen aus zehn Nationen mit unterschiedlichen Lebensstilen und Segelerfahrungen aufeinander treffen. In einer Gesellschaft wie der heutigen, in der uns Frauen täglich die neuesten Schönheitsideale vor die Nase gehalten werden und in der wir am besten Karriere, Familiengründung, Weltreisen, Bildung, … gleichzeitig ‚wuppen‘, haben wir beim HelgaCup mal auf ‚Pause‘ gedrückt.

 

Mit nur einer funktionierenden Dusche, leckerem Cappuchino und Aperol, Weißweinschorle und Tanz, Sonnenschein und spannendem Regattasegeln schien das ‚Frausein‘ verdammt gut! Trotz des Wettkampfcharakters der Regatta verhielten wir uns wie nur ein Team: eine Mannschaft, bestehend aus verschiedenen Positionen und doch vereint durch den Sport. Seglerinnen, das waren wir an diesem Wochenende; keine Studentinnen, Töchter, Mütter, Ehefrauen, Lehrerinnen, Verkäuferinnen, Deutsche oder Amerikaner
– einfach nur Seglerinnen.
Vom 14.-16. Juni 2019 richtete der Norddeutsche Regattaverein zum zweiten Mal erfolgreich den HelgaCup auf der Alster aus. Unter den Teilnehmerinnen waren das KYC Team „Pink Pearls“ um Constanze Stolz, Rosa Rositzki, Berit Bellin, Friederike Larsen und Carlotta Heimann. Außerdem meldeten für den KYC Melanie Kohlhoff und Birte Berger mit ihrem Team „UPFFRONTINAS“ aus dem Vorjahr (mit Antje Gosch EnSFr, Maren Gadiscke YCS) und neu dabei Susanne Sartori.

Die UPFFRONTINAS berichten:
Schon früh als die Idee des HelgaCups geboren wurde (Herbst 2017), meldete Melanie und stellte ein Team zusammen: Eeine reine Frauenregatta sollte es werden, einfach mal was Neues! Ganz spontan flogen wir nach Kroatien zum Training und belegten später in der Regatta den 15. Platz von über sechzig Teams. Somit hatten wir unser Ticket für dieses Jahr gesichert (die Ttop 20 waren direkt gesetzt).
Letztes Wochenende ließen wir dann Beruf, Familie, Haus, Hund und sämtlichen Alltagsstress fallen und erlebten wunderbare Tage an und auf der Alster. Die Rennen auf der J70 nach Bundesligaformat und die wechselhaften Segelbedingungen, die die Alster bietet, waren gezeichnet von Flexibilität, schnellen Entscheidungen und Umsetzungen und vor allem Abstimmung im Team. Irgendwie war das Geschnatter an Boboard und auf den drei Regattabahnen doch etwas lauter als gewohnt… Unsere Wettfahrtreihe war geprägt von abwechselnd sehr guten bis mittleren Platzierungen. Wir konnten gute Starts und Kreuztaktiken, schnellen Bootsspeed sowie einen sicheren Umgang mit der J70 bei allen Bedingungen (zwischen 1-20 Knoten hatten wir alles dabei) verbuchen. Leider haben wir an einigen Stellen unsere Stärken bei den Gennakermanövern nicht zeigen können und dadurch den einen oder anderen Platz, der uns ins Finale hätte bringen können, verloren. Insgesamt haben wir den gleichen Platz wie im Vorjahr erlangt (Schicksal?). Da die Ergebnisse durch das Kurzrennen-System ohne Streicher alle sehr eng aneinander liegen, lag das Finale der Ttop 8 Teams nicht weit entfernt – unsere Mission für den HelgaCup 2020 steht demnach fest!
Die Veranstaltung an Land war gezeichnet von großem Engagement und Organisationstalent des NRVs und allen Freiwilligen, die wie im Jahr zuvor seelenruhig und gut gelaunt uns aufgebrachte Frauen im Schach hielten – vielen Dank dafür! Außerdem bedanken wir uns bei unseren Sponsoren Elkline und Upffront für die tolle Unterstützung und Teamkleidung!

Die Pink Pearls berichten:
Unser Team bestand aus insgesamt fünf Mädels. Constanze war der Ruhepol an der Pinne und hat fleißig für gute und entspannte Stimmung gesorgt. Friederike und Berit haben sich den Trimm geteilt, somit gab es am Samstag einen Crewwechsel. Rosa hat Vollgas auf dem Vorschiff gegeben und Carlotta war für die Taktik zuständig.
Insgesamt sind wir 10 zehn Rennen auf drei unterschiedlichen Bahnen gesegelt mit den verschiedensten Bedingungen. Von Flaute bis guten Böen war alles dabei. Das erfrischende an dem Format war, dass man zwischen seinen Rennen an Land warten konnte und immer zwei Rennen hintereinander segelte in einem Flight.
Unser Team ist mit dem Ziel nach Hamburg gefahren, eine Menge Spaß zu haben, ganz viel zu lernen und die tolle Atmosphäre des Events zu erleben.
Insgesamt sind wir auf dem 9. Platz von 70 Teams gelandet und haben um einen halben Punkt das Medal Race verpasst, aufgrund eines Penalty der Jury.
Wir sind sehr zufrieden mit diesem Ergebnis, weil wir kaum für dieses Event als Team trainiert und so eine Leistung zusammen geschafft haben!
Das Wochenende in Hamburg war wunderschön und wir freuen uns schon sehr auf nächstes Jahr- da möchten wir gerne unbedingt wieder dabei sein!
Wir bedanken uns beim Kieler Yacht-Club, die Möglichkeit gehabt zu haben, bei dieser Regatta dabei gewesen zu sein. Vielen Dank!

Der Fräulein Helga Cup berichtet:
Im Anschluss an den HelgaCup trafen sich siebzehn junge Opti Seglerinnen aus drei norddeutschen Vereinen, um ein spannendes Rennen direkt vor dem NRV Steg zu segeln. Die unglaubliche Kulisse der internationalen Seglerinnen an Land, die sie tatkräftig angefeuert und ihnen gratuliert haben, der Sonnenschein und die Tatsache, dass nur Mädchen an den Start gingen, hat unsere Nachwuchs Seglerinnen aus dem KYC, Ava, Greta und Helena, ganz schön zum Staunen und Strahlen gebracht!
Der NRV setzte sogar noch einen drauf und begleitete die Optimädchen auf der Medienbahn mit SAP Trackern und sie wurden vom Profisegler Tobias Schadewaldt kommentiert. Eine besondere Herausforderung für unsere KYC- Seglerinnen waren die kniffligen Winde der Alster: 180° pendelnde Winde sind sie von ihrem Wochentraining vor Strande doch eher selten gewohnt… Und trotzdem schaffte es Ava, sich gegen die Vereine der Alster durchzusetzen und startete ganz vorn. Die Position 1 hielt sie sogar bis kurz vor der ersten Leetonne durch und freute sich zum Schluss über einen dritten Platz – herzlichen Glückwunsch!
Greta: „Superklasse, da möchte ich nochmal wieder hin!“
Gretas Mama: „Es war ganz toll, so viele Powerfrauen auf einem Haufen zu sehen und die eigene Tochter an so einem tollen Event teilhaben zu lassen, macht einen schon stolz und glücklich.“
Helena: „Es hat Spaß gemacht! Der Wind hat ein paarmal gedreht, als wäre er Karussell gefahren und wolle mit uns ein Spielchen spielen. Ich möchte nächstes Jahr wieder mitmachen!“
Ava: „Das war meine dritte Regatta und da habe ich den dritten Platz gemacht. Ich war total aufgeregt, als ich erste war bis kurz nach der ersten Tonne. Und als mich auf dem Vorwindkurs noch zwei Mädchen überholt haben, hab ich fast gezittert vor Aufregung, weil ich Angst hatte, vor dem Ziel noch einmal überholt zu werden, der Wind war nämlich komplett weg. Alles war so schön dort und die Limonade hat Weltklasse geschmeckt.“
 
Text: Die KYC-Crews
Bilder: Heinrich Hecht, Lars Wehrmann & Birte Berger