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Medaillenhoffnungen für das deutsche Team

Tokio/ Enoshima. Das German Sailing Team beendete den siebten Tag der Olympia-Regatta vor Enoshima mit Medaillenhoffnungen in vier Disziplinen. Neben dem KYC-Team im Nacra 17, Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer, segeln unsere Clubmitglieder Philipp Buhl sowie Susann Beucke mit Partnerin Tina Lutz ums Edelmetall.

(c) DSV/ Lars Wehrmann

(c) DSV/ Lars Wehrmann

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Zuletzt hatte sich eine deutsche Segelnationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 so viele Chancen auf Kurs Finale erkämpft. Nachdem Laser-Weltmeister Philipp Buhl bereits am Vortag seinen Endlauf mit einer starken kämpferischen Leistung erreicht hatte, zogen am Samstag auch die deutschen Skiff-Teams in die Medaillenrennen ihrer Flotten am 2. August ein. 

Nacra 17 Mixed: „Es macht richtig viel Spaß zu segeln“
Den erfolgreichen Samstag in der Sagami-Bucht machten Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer (Kieler Yacht-Club) komplett. Der 26-jährige Steuermann und seine erst 21-jährige Vorschoterin hielten auch in leichten Winden, was sie an den Vortagen versprochen hatten, und segelten auf die Plätze drei, zwei und acht. Damit liegt das Duo drei Rennen vor dem Finale auf Gesamtrang drei. Auf die Tragflächen kam der Mixed-Katamaran in den leichten Windbedingungen heute nur teilweise. "Wenn wir nicht foilen, segelt unser Boot wie ein normaler Katamaran – mit dem Unterschied, dass wir unter Wasser große gebogene Foils haben", erklärt Alica Stuhlemmer die Herausforderung bei Leichtwindbedingungen. „Das Boot ist dann tendenziell langsamer als jeder Katamaran mit geraden Schwertern. Das bedeutet, dass wir sowohl am Wind als auch vor dem Wind noch vorsichtiger sein müssen in den Manövern, weil jede unnötige Bewegung auf dem Boot die Strömung stört und uns langsam macht.“ Für sie und Steuermann Paul Kohlhoff sei es im Vorfeld sehr schwer abzuschätzen gewesen, „wozu wir hier imstande sein können, weil wir viele Teams über einen sehr langen Zeitraum nicht gesehen haben“, so Alica Stuhlemmer. „Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass ich so meine ersten Tage bei den Olympischen Spielen verbringe, dann hätte ich das genommen. Es macht richtig viel Spaß zu segeln!“

49erFX: „Wir waren heute mutig“
Die besten Medaillenchancen erarbeiteten sich die 49erFX-Seglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke (Chiemsee Yacht-Club/Norddeutscher Regatta Verein). Das Duo aus Bayern und Norddeutschland glänzte in der Sagami-Bucht mit den Einzelrängen 7, 3 und 3 und positionierte sich vor dem Finale auf Platz drei. Dabei gelangen Tina Lutz und KYC-Mitglied Susann Beucke vor allem die Starts, die sie sich vorgenommen hatten. „Tina ist heute mega aggressiv in die Starts gegangen“, berichtete Vorschoterin Susann Beucke nach den Rennen begeistert. 
Mit 20 Zählern Rückstand auf die Spitze in den Tag gestartet, wendeten die Skiffseglerinnen das Blatt rechtzeitig vor dem Showdown zu ihren Gunsten. Nur drei Punkte Rückstand haben Lutz/Beucke zu den punktgleich an der Spitze liegenden niederländischen Spitzenreiterinnen Annemiek Bekkering und Annette Duetz sowie den brasilianischen Olympiasiegerinnen von 2016, Martine Grael und Kahena Kunze (jeweils 70 Punkte). Damit müssten die deutschen Skiffseglerinnen im doppelt gewerteten Medaillenrennen am 2. August zwei Plätze auf die vor ihnen liegenden Teams aufholen, wollen sie die Rivalinnen im Kampf um die Medaillen noch schlagen. „Wir haben heute wirklich alles gegeben, was wir hatten“, sagte Steuerfrau Tina Lutz, „und genau das werden wir auch im Finale tun.“ Der Weg dahin könne nur darüber führen, so die 30-Jährige, „dass man die Gedanken an eine Medaille aus dem Kopf verbannt“. Wie ihre Teamkameraden, haben auch Lutz und Beucke in der ersten Woche der Olympia-Regatta erfahren, wie kompliziert und fordernd das Olympiarevier mit seinen oft unbeständigen und schwer zu lesenden Bedingungen sein kann. Das Motto fürs Finale gab Susann Beucke vor: „Wir waren heute mutig und müssen im Medaillenrennen noch einmal genauso mutig sein.“ 

49er: „Es wird ein enger Kampf“
Das gilt auch für die Skiff-Männer. Erik Heil und Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein) sicherten sich an einem erneut umkämpften Tag mit drei Rennen auf der Bahn „Fujisawa“ am Ende der Hauptrunde Platz vier. 

Skiff- und Laser-Finale
Beide Skiff-Finals versprechen für den 2. August Hochspannung. Ebenso wie das Medaillenrennen mit Philipp Buhl, das am Sonntag ab 14.30 Uhr japanischer Zeit auf dem TV-Kurs „Enoshima“ ausgetragen wird. Dort geht es nach dem vorzeitigen Olympia-Sieg des Australiers Matthew Wearn um Silber und Bronze. Um die Medaillen will auch Philipp Buhl kämpfen. „Ich bin einfach happy, dass ich das Medal Race erreicht habe, freue mich, dass ich das letzte Rennen so gut gesegelt habe und werde morgen mit vollem Risiko angreifen. Was für mich spricht, ist, dass ich weniger Druck habe als die vor mir liegenden Segler. Es wird ein enger Kampf!“ 


Die nächsten olympischen Termine für das German Sailing Team:
1. August: Philipp Buhl steht als Gesamt-Vierter im Finale der zehn besten Lasersegler und kämpft um eine Olympia-Medaille. Die Skiff-Akteure pausieren vor ihrem Medaillenrennen am 2. August. Die Mixed-Katamaran-Crews im Nacra 17 setzen ihre Regatta fort.
2. August: Die Skiffsegler und -seglerinnen in den Disziplinen 49er und 49erFX tragen ihre Medaillenrennen aus. In beiden Finalläufen kämpfen mit Tina Lutz/Susann Beucke und Erik Heil/Thomas Plößel deutsche Teams um Medaillen. 
3. August: Das Medaillenrennen der Nacra-17-Flotte steht auf dem Programm. Als aktuell Dritte segeln Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer bislang souverän ihrem ersten olympischen Finale entgegen.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.
Live-Tracking: Sie sehen alle Olympia-Rennen im Live-Tracking auf der Website des German Sailing Teams.