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M32 vor GC32, und doch beide raus

Welcome Race sah spannenden Multihull-Zweikampf ohne Wertung / „Bajazzo“ und „Xen - Sydbank“ gewinnen berechnet ORC I und II / Fast neuneinhalb Stunden Leichtwind(tor)tour für einen geräucherten Aal

Startschuss zum Welcome Race von Wolfram N. Diener, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, mit der weltgrößten Wassersportausstellung boot seit langem ein starker und treuer Partner der Kieler Woche. Foto: ChristianBeeck.de

Als erste Gruppe wurden die Multihulls mit dem GC32-Katamaran „Malizia I“ unter Skipper und Weltumsegler Boris Herrmann auf die Reise geschickt, der sich im Ziel vor Eckernförde allerdings knapp geschlagen geben musste. Foto: ChristianBeeck.de

160 Yachten starteten am Sonnabend zum Auftakt der Kieler Woche 2021 beim Welcome Race und der Aalregatta nach Eckernförde. Foto: ChristianBeeck.de

160 seegehende Yachten eröffneten mit dem Welcome Race und der Aalregatta nach Eckernförde traditionell die Wettfahrten der 127. Kieler Woche. Beim ersten Start am Sonnabendmorgen (4. September) waren die Augen der Sehleute und Kameras auf der Hamburger Hochseesegler Boris Herrmann gerichtet, er mit dem GC32-Katamaran „Malizia I“ den sieben Jahre alten Streckenrekord von unter zwei Stunden brechen wollte. Allerdings hatte Petrus nur eine leichte Brise geschickt – auch für die ORC- und Yardstick-Yachten sowie die Teilnehmer des Nord Stream Races auf ihren ClubSwan 50-Rennyachten. Es dauerte mehr als dreieinhalb Stunden, bis die ersten ins Ziel kamen.

Eher gemächlich schoben sich die Multihulls nach dem Startschuss um fünf nach neun über die Startlinie auf der Innenförde vor dem Kieler Yacht-Club. Dabei setzte sich Sven Lindstädt (Norderstedt) am Ruder des M32 „Martini“ direkt an die Spitze, gefolgt von Boris Herrmann. Mit an Bord des foilenden GC32 auch die frisch gebackene Olympia-Silbermedaillengewinnerin Susann Beucke aus Strande, die sich langfristig den Umstieg ins Offshore-Segeln vorstellen kann. „Wir sind immerhin zehn Minuten am Stück geflogen“, berichtete die 30-Jährige von einer eher zähen Tour.

Streckenrekorde ließen die Windbedingungen bei weitem nicht zu. Bis zur Ziellinie entwickelte sich ein spannender Zweikampf zwischen dem M32 und dem GC32, der seine Vorteile gegenüber den gebogenen Schwertern aufgrund des Leichtwinds nicht ausspielen konnte. Um 12.38 Uhr und 25 Sekunden hatte Lindstädt das bessere Ende für sich, eine Minute und 44 Sekunden vor dem Profi und Weltumsegler. In der Ergebnisliste nützte es beiden nichts. Der Skipper des M32 hatte das Team vor dem Start beim Regattabüro nicht korrekt eingecheckt, für den GC32 wurde bis zum Welcome Race kein Rennwert (Handicap-Faktor nach Texel) vorgelegt. Platz eins bei den Multihulls ging so mit einer gesegelten Zeit von fünf Stunden, 46 Minuten und 27 Sekunden an Jan van Dyk mit dem Corsair 31 Ac „Trial, no Error!!!“, gefolgt von Falko Bruckner mit dem Contour 34 SC Shamrock.

 

„Bajazzo“ knapp vor der „Almost Nothing“

In der Gruppe ORC I siegte Sven Zoller mit der X-50 „Bajazzo“ mit einer gesegelten Zeit von vier Stunden 23 Minuten und 56 Sekunden berechnet drei Minute und 37 Sekunden vor nur absolut schnelleren Brenta 60 „Almost Nothing“ mit Steffen Müller aus Wrist am Steuer, der Yacht in der Knierim-Werft gebaut hat. Torsten Bastiansen hatte in der Gruppe ORC II mit der X-41 „Xen/Sydbank“ mit einer gesegelten Zeit von vier Stunden, 32 Minuten und fünf Sekunden berechnet mehr als sieben Minuten die Nase vor. Alf Henryk Wulf ersegelte mit der X-41 „Stardust“ Rang zwei, Michael Schulz mit der Farr 40 One-Design „Farr-Laessig“ Platz drei.

 

„Freya“-Sieg in ORC III, „Tam Tam 2“ in IV

„Der Wind war herausfordernd und interessant, aber für unserer Schiff sehr gut. Wir sind mit einer guten Brise kaum unter sieben Knoten schnell gesegelt. Das Rennen war für uns Start in die Regattasaison und hat Megaspaß gemacht. Wir freuen uns schon auf die Rückregatta am Sonntagvormittag, hoffentlich mit einer guten Brise“, resümierte Torsten Bastiansen begeistert. Platz eins in Gruppe ORC III ging an Jan Oswald vom Kieler Yacht-Club mit der X-35 OD „Freya“, bei den ORC-IV-Yachten an Raoul Kübler vom Akademischen Segler-Verein Kiel mit der Farr 25 „Tam Tam 2“.

91 Boote hatten für die traditionelle Aalregatta gemeldet, fast alle kamen rechtzeitig ins verkürzte Ziel am Mittelgrund. Bis in den Abend hinein lief das Rennen der Yardstick-vermessenen Boote, die sich am ab 11.05 Uhr auf die Rückregatta von Eckernförde nach Kiel machen. Das schnellste Boot brauchte sechs Stunden, 18 Minuten und 32 Sekunden. Es war die Streamline „Boba Fett“ von Wolfgang Koglin (Klub am Rupenhorn), die auch die Wertungsgruppe Rot berechnet gewann. Oliver Grandt vom Segel-Club Eckernförde brauchte mit der Narwal 38 „Maike“ fast neuneinhalb Stunden – und musste noch ein ganzes Stück in seine Heimat motoren.

 

Warmup für fünf ClubSwan 50

Für Farbtupfer auf der Kieler Innenförde sorgten die ClubSwan 50 des Nord Stream Races mit den großen Nationalflaggen der Teams aus Finnland, Dänemark, Russland, Schweden und Deutschland mit dem VSaW an Bord, die in dieser Reihenfolge die ersten Punkte für die Inshore-Wertung der Regatta einfuhren, die ab Montag über insgesamt 1000 Seemeilen nach St. Petersburg führt und Russland in den Segeln. Das Welcome Race, das nicht nach Eckernförde, sondern um verschiedene Bahnmarken herum zurück nach Kiel führte, mündet am Sonntag ab 12 Uhr in drei Küstenrennen in der Kieler Bucht, bevor es am Montag um 16 Uhr auf die erste Langstrecke nach Kopenhagen geht.