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IDM-Silber für Anna Barth und Alva Feilcke

Berlin. Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der 29er ersegelten Anna Barth und Alva Feilcke Silber für das Performance Team des Kieler Yacht-Clubs. Bei der WM in Valencia hatten sich die beiden bereits für die Youth Worlds im Oman qualifiziert. Anna und Alva berichten:

(c) Felix Diemer

(c) Felix Diemer

(c) Felix Diemer

Es war wieder soweit: Die Deutsche Meisterschaft stand vor der Tür. Und obwohl wir das Glück haben eines der schönsten Segelreviere, die Strander Bucht, unser Zuhause nennen zu dürfen, packten wir unsere Boote ein und fuhren damit nach Berlin an den Wannsee. Freitag ging es erst einmal aufs Wasser, um das für uns bislang unbekannte Revier kennenzulernen, das hat nämlich so seine Tücken. Vor allem der drehige Wind, der durch die am Ufer stehenden Bäume und Villen entsteht, ist zu beachten. Hinzu kommen noch die Ausflugsdampfer des Wannsees, die einigen Windschatten verursachen und gerne mal mitten durch das Regattafeld pflügen.
Samstag starteten die ersten Rennen der Meisterschaft und gleich zu Beginn haben wir auch direkt die schwierigen Bedingungen zu spüren bekommen. Mit einem 17. Platz starteten wir in die Wettfahrtserie. Bei gut 60 Booten ist das zwar kein schlechtes Ergebnis, doch für uns war das nicht ganz zufriedenstellend. Im Nachhinein war dieses Rennen aber vielleicht auch wichtig für uns, um zu merken, dass Augen offenhalten und die ganze Zeit den Wind beobachten, das A und O auf dem Wannsee ist. Die letzten zwei Wettfahrten für den Tag konnten wir dann mit zwei ersten Plätzen beenden, womit wir in der Gesamtwertung auf Platz 2 lagen. Auf dem ersten Platz lagen unsere Teampartner Per und Simon. Am Abend freuten wir uns gemeinsam über unsere guten Platzierungen, während wir den leckeren Flammkuchen vom Restaurant des „Vereins Seglerhaus am Wannsee“ genossen. Der VSaW hat die Meisterschaft sehr professionell, stilvoll und mit viel Engagement auf die Beine gestellt. Aufgrund einer weiteren Regatta auf dem Wannsee konnten wir am Sonntag erst um 15 Uhr starten, was eine ungewöhnlich späte Zeit ist.
Dennoch konnten wir an dem Tag mit unserer Konstanz in den Rennen glänzen, da diese bei solchen schwer einschätzbaren Bedingungen der Schlüssel zum Erfolg ist. Nach vier Rennen sind wir gegen 19:30 Uhr zufrieden wieder im Hafen angekommen. An Land stellte sich heraus, dass wir zu diesem Zeitpunkt die führende Crew waren, uns aber die Sach-Brüder ganz schön dicht im Nacken saßen. 
Leider war am dritten Wettfahrtag uns allen relativ schnell bewusst, dass es ein langer Tag mit vielem Warten wird, bis genug Wind da ist, um faire Rennen absolvieren zu können. Somit haben wir Segler unsere Zeit an Land mit Billardspielen verbracht, mit der Hoffnung darauf, dass Wind kommt. Um 16:30 Uhr hieß es dann „Abbruch!“. Daraufhin kam die Ansage von der Wettfahrtleitung, dass am Dienstag, dem letzten Tag der Deutschen Meisterschaft, der Start schon um 9 Uhr sein sollte, um noch einige Rennen zu schaffen. Die Windvorhersage für Dienstag sah zwar ähnlich aus wie für Montag, doch am Morgen sollte noch ein bisschen mehr Wind sein.
Am Dienstag morgen sind wir sozusagen vom Bett ins Auto gerollt und mussten so früh aufstehen, dass wir das Frühstück im Auto gegessen haben, um 10 Minuten länger schlafen zu können. Am Wannsee angekommen sah die Situation ähnlich aus wie zum Vortag. Wir alle waren uns nicht ganz sicher, ob uns die Wettfahrtleitung rausschickt oder nicht, letztendlich kam die Ansage, dass wir rausfahren sollen. Draußen im Bereich unseres Kurses war gerade genug Wind, um segeln zu können, und somit starteten wir in unser letztes Rennen. Wir hatten während der Regatta eigentlich immer ein gutes Gespür dafür, wie sich der Wind entwickelt. Doch leider hatten wir in diesem Rennen einen falschen Plan, wie sich später rausstellte. Bereits am Start hatten wir auf die rechte Seite gesetzt, in der Hoffnung, dass der Wind im Verlauf immer weiter nach rechts dreht, sodass wir über das Feld rüberfahren können, doch die linke Seite erwies sich als besser. So konnten wir unsere konstante Serie in diesem Rennen nicht fortführen. Schon im Verlauf des Rennens ist der Wind bereits weniger geworden. Nach dem Rennen hätte man dann die Wasseroberfläche als Spiegel benutzten können, sodass wir wieder an Land geschickt wurden. 
Am Ende haben wir die Regatta als Vize Deutscher Meister und als bestes deutsches Mädchenteam beendet. Weitere Top Ten Ergebnisse vom Kieler Yacht Club erzielten Per und Simon auf dem 5. Platz und Matti und Lisander auf dem 6. Platz. Wir drei Teams steigen nun in den 49erFX um und freuen uns auf weitere Erfolge und viel Spaß in der neuen Bootsklasse.

Doch für uns ist das noch nicht der Abschied vom 29er: Im Dezember fliegen wir in den Oman und vertreten dort Deutschland als bestes Mädchenteam bei den Youth World Championships.

Wir bedanken uns herzlich für die tolle Unterstützung des KYC und des KYC-Performanceteams.