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Gold bei der IDM im Laser Radial Open

Zwenkau. Vom 01.-04. Oktober richtete der Regattaclub Zwenkau e.V. die Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) der Laserklassen. Ole Schweckendiek holte den Sieg für den KYC im Laser Radial Open. Bei den Laser Radial Frauen gewann KYC-Mitglied Pia Kuhlmann Gold. KYC-Trainer Nick Heuwinkel segelte für den KYC in die Top Ten im Laser Standard.

„Man muss nicht immer gewinnen, wenn man gewinnen will“, berichtet der frisch gebackene Deutsche Meister im Laser Radial, Ole Schweckendiek. 
Die IDM 2020 wurde auf dem Zwenkauer See ausgetragen. Das eine Autostunde südlich von Leipzig gelegene Revier ist ein gefluteter Tagebau. „Das ist natürlich etwas Besonderes“, so das Mitglied der Jugend-Nationalmannschaft. Auf dem noch jungen Segelrevier trafen über 130 Laser-Seglerinnen und Segler aufeinander. Damit war es gemäß der Klassenvereinigung nach der IDM 2018 auf dem Ammersee die am zweitstärksten besetzte IDM der letzten Jahre. Das größte Feld mit 67 Konkurrenten stellten die Segler der Laser Radial Open. „Die maßgebliche deutsche Konkurrenz in dieser Disziplin ist in Sachsen angetreten“, erläutert Schweckendieks Trainer Manuel Voigt: „Ein starkes Feld.“
„Der Sommer kehrte für die vier Regattatage noch einmal zurück. Die Windbedingungen reichten von ‚gerade so segelbar‘ am ersten Tag bis zu ‚gerade noch segelbar‘ am letzten Tag. Dazwischen hatten wir meist mittlere, drehende Winde, die die Wettfahrtleitung vor einige Herausforderungen stellten“, erklärt die Klassenvereinigung über Social Media. „Was das Wetter betrifft, war alles dabei“, ergänzt Landestrainer Voigt, „von keinem Wind bis Starkwind und Böen. – Nur natürlich keine Welle.“
„Das Revier war sehr schwer zu segeln, da die Winde oft gedreht haben“, erläutert Nick Heuwinkel, Trainer der Jüngsten- und Regattagruppe, der auf dem Zwenkauer See im Laser Standard gestartet war. Der 22-jährige hatte erst im August diesen Jahres Bronze bei der Deutschen Meisterschaft im Finn Dinghy für den KYC ersegelt. Nun hatte er „als Finn-Segler einfach die Chance genutzt noch eine weitere Regatta dieses Jahr zu segeln“. Heuwinkel ersegelte für den KYC Platz 7 von 37 Teilnehmern. 
„Ich wusste von Anfang an, dass auf diesem Revier nicht jedes einzelne Rennen zählen würde, sondern die Serie. Also hieß es, immer konstant vorne dabei zu sein“, erklärt der 15-jährige Schweckendiek. „Das gelang mir auch sehr gut. Am ersten Tag war sehr wenig Wind. Nach einem abgebrochenen Rennen schafften wir es dann doch noch ein Rennen zu absolvieren, das ich bei leichtem Wind gewann.“ 
Einen Malus brachte der Auftakt aber mit sich: „Gleich am ersten Tag hat sich Ole eine gelbe Flagge eingefangen“, berichtet Voigt. Eine zweite gelbe Flagge wirkt ähnlich wie die zweite gelbe Karte im Fußball: Der Sportler scheidet aus dem Rennen aus. „Das kann einen dann für die schon nervös machen“, so der Trainer.
An Tag zwei zeigte sich der Zwenkauer See von seiner schönsten Segel-Seite:  Bei 20 Grad und 10 Knoten Wind wurden drei Wettfahrten gesegelt. Schweckendiek holte zwei erste Platzierungen. Am dritten Wettfahrttag wurden die Segler in Gold- und Silber-Gruppen eingeteilt. Die sehr drehigen und leichten Winde forderten die Sportler heraus. Der junge KYC-Segler fuhr in zwei Rennen vorn, im dritten auf Platz 13. „Vor dem letzten Tag war ich noch einen Punkt hinter dem derzeit Führenden. Als wir rausfuhren wusste ich direkt, dass es heute was werden kann. Es war sehr viel Wind der stetig zunahm, bis hin zu Böen mit bis zu 35 Knoten. Wir segelten an dem letzten Tag zwei Rennen die ich mit den Plätzen fünf und acht beendete. Das reichte für den Gesamtsieg der Deutschen Meisterschaft“, erzählt der junge Kieler. „Ole hat trotz der gelben Flagge immer einen kühlen Kopf bewahrt, ist entspannt und gut gelaunt gesegelt“, lobt der Landestrainer.  
Mit diesem Höhepunkt ist Schweckendieks Saison noch nicht zu Ende. „In zwei Wochen geht es schon nach Hamburg, wo unsere Internationale deutsche Jugendmeisterschaft auf der Alster ausgetragen wird.“ Und auf lange Sicht? „In der nächsten Saison werde ich noch weiter Laser Radial segeln und da versuchen bei großen Meisterschaften gut abzuschneiden“, berichtet der 15-jährige.
Schweckendiek ist Träger des Jugendseglerpreis 2020. Mit dem Preis würdigt die IMMAC group die außergewöhnliche Erfolgsserie des 14-Jährigen. Nach seinem Wechsel aus dem Optimisten in die neue Bootsklasse Laser 4.7 reihte der Kieler Erfolg an Erfolg und krönte die Serie mit dem Titel „Deutscher Jugendmeister 2019”. 
Schon früh war Schweckendiek durch seine Eltern zum Segeln gekommen, in der Jüngsten- und Regattagruppe des Kieler Yacht-Clubs dann zum Spitzensegler im Nachwuchsbereich gereift. 2017 hatte er den zweiten Platz bei der Deutschen Jüngstenmeisterschaften im Optimisten ersegelt. 2018 war er dann in den Laser 4.7 gewechselt. 2019 war dann sein Erfolgsjahr: Schweckendiek holte im Laser 4.7 das Triple und gewann Kieler Woche, Travemünder Woche und Warnemünder Woche. Er wurde Deutscher Jugendmeister und Vize-Europameister in der U16-Altersklasse. 

Foto ©Ingvild Buchholz