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Freude, Stolz und Dankbarkeit

Die Kieler Woche 2020 ist Geschichte, die Anspannung der vergangenen Monate fällt ab und wandelt sich in einen Gefühlsrausch, der Organisatoren, Helfer und Segler weit in die Zukunft tragen könnte. „Die vergangenen Monate waren ein emotionaler Rollercoaster. Bis zum letzten Tag schwebte das Damoklesschwert einer Absage über uns. Jetzt können wir mit großer Freude und mit Stolz resümieren, dass wir es erfolgreich versucht und gewissermaßen eine Benchmark gesetzt haben, was die aktuelle Normalität ist“, sagte Regatta-Organisationsleiter Dirk Ramhorst.

Alle Bilder: www.segel-bilder.de

Bis zum Start der Regattawoche steckten die Verantwortlichen unter der Führung von Dirk Ramhorst, Sven Christensen und Fabian Bach im Zwiespalt zwischen Hoffen und Bangen, waren in ständiger Abstimmung mit den politischen Entscheidungsträgern und brachten die Aktualisierungen der Corona-Verordnungen in die Planungen ein. „Mit der Entscheidung über die Verschiebung der Kieler Woche begannen anstrengende Monate. Wir haben dabei nicht nur auf die politischen Entscheidungen reagiert, sondern auch Lockerungen antizipiert“, so Ramhorst. Immer wieder gab es dabei Momente, die viele Fragezeichen aufwarfen. „Als vor drei Wochen die Entscheidung getroffen wurde, dass weiterhin auf Großevents verzichtet wird, mussten wir uns fragen: Was heißt das für uns?“ Aber auf die Zahl der aktiven Sportler hatte diese Entscheidung keinen Einfluss, und so konnte die Kieler Woche, die in ihren fünf Veranstaltungsbereichen mit jeweils mehreren Hundert Aktiven kalkulierte, an den Start gehen.


In den Regattatagen spielten dann alle Faktoren mit – selbst das Wetter. Durch beständig gute Winde konnte in fast allen Klassen das maximale Programm gesegelt werden, die Qualität der Klassen war auf einem Niveau wie selten in den vergangenen Jahren. „Wir sind natürlich am Strahlen. Die Felder waren top-besetzt. Die Olympia-Qualifikation des DSV, aber auch für andere Nationen haben die Regatta aufgewertet. Im nächsten Jahr werden wir das nicht erreichen können, wenn die Olympischen Spiele stattfinden. Aber 2022 mit Blick auf Paris 2024 wird es wieder nach oben gehen. Diese Kieler Woche hat uns nach vorn gespielt, das werden die Sportler nicht vergessen“, sagt Ramhorst und schöpft aus der Bestätigung, die es im Wochenverlauf gab, viel Kraft: „Das gibt Energien zurück, die in den vergangenen Wochen verbraucht wurden!“ Sich mit einer Segellegende wie Olympiasieger Santiago Lange aus Argentinien am Zaun gegenüber zu stehen und die Dankbarkeit zu bekommen, dass die Kieler Woche den Schritt gewagt hat, sei großartig gewesen so Ramhorst: „Ein Gänsehaut-Moment!“


Insgesamt hatten es die Segler genossen, bei dieser Kieler Woche im Fokus zu stehen, viel Platz für sich und ihre Boote zu haben. Die Auflagen, die erfüllt werden mussten, haben die meisten Sportler gern auf sich genommen, um endlich wieder eine Großregatta bestreiten zu können. Mit Blick auf 2021 wird sich das Organisationsteam die Frage stellen müssen, was dann die neue Normalität ist. Jetzt aber können alle Beteiligten den Blick zurück genießen. Ramhorst: „Es gab viel Achtung für unseren Mut. Die Kieler Woche 2020 war Balsam für die Seele.“