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Fast Tokio.

Frankfurt am Main. Unser Clubmitglied Bendix Hempel berichtet von einer besonderen Reise: Während der olympischen Spielen hatte ich die Möglichkeit die Deutsche Seglerjugend beim Deutschen Olympischen Jugendlager zu vertreten.

Bendix Hempel (c) Dominik Fritze/ DOJL

Empfang am Frankfurter Flughafen (c) Dominik Fritze/ DOJL

Das Ziel des Jugendlagers ist es, dass sich Nachwuchsathleten und Engagierte mit der olympischen Bewegung und deren Werten beschäftigen.
Bereits 2019 hatte ich mich für das Jugendlager in Tokio beworben, allerdings wurde das Jugendlager ebenso wie die Olympischen Spiele aufgrund der Pandemie um ein Jahr auf das Jahr 2021 und zusätzlich von Tokio nach Frankfurt am Main verschoben. 

Gemeinsam mit rund 40 weiteren Teilnehmenden nahm ich an Workshops zu verschiedenen Themen teil. Der Vortrag von Prof. Holger Preuß (u.a. Mitglied der IOC-Kommission „Nachhaltigkeit und Vermächtnis“) über aktuelle Herausforderungen und die Entwicklung der olympischen Bewegung hat zum Nachdenken angeregt ebenso wie eine spannende Diskussion mit DOSB-Vizepräsidentin Petra Tzshoppe über Geschlechtergerechtigkeit und Medienpräsenz im Sport. Hier sprachen wir unter anderem über die #showusequal Kampagne und diskutierten, wie man weniger populäre Sportarten wie Segeln in den Medien präsenter machen kann.
Zu dem Programm zählten aber auch Workshops zur japanischen Kultur, um das Gastgeberland kennenzulernen. So gab es zum Beispiel einen japanischen Tanzkurs, ein Kalligrafie-Workshop sowie ein Sushi Kochabend. 
Im zweiten Wochenteil stand ein Austausch mit der japanischen Sportjugend (JJSA) vormittags auf dem Programm, welches über Zoom mit Dolmetschern stattfand. Der Austausch stand unter dem Thema der Nachhaltigkeit im Sport und der Gesellschaft. Hierzu gab es Vorträge, Diskussionsrunden (unter anderem mit Johannes Weißenfeld aus dem deutschen Ruderachter) sowie eine Gruppenarbeit mit einer Vorstellung der Ergebnisse als Abschluss am Donnerstagvormittag.

Neben den Workshops und Vorträgen wurden wir auch sportlich aktiv, so zum Beispiel beim SUP-Fahren auf dem Main oder beim allabendlichen Volleyballturnier.
Doch auch der eigentliche Anlass, die olympischen Wettkämpfe, kamen in der Woche nicht zu kurz. So wurde jede freie Minute (und auch Schlafenszeit) geopfert, um die Wettkämpfe zu verfolgen.Mehrfach wachten wir um fünf Uhr morgens auf, um unsere Segler anzufeuern. 
Der Morgen der drei Medal Races mit Medaillengewinnen in allen drei Bootsklassen war etwas ganz Besonderes! So feuerten nicht nur ich und Clara (eine weitere von der Seglerjugend nominierte Sportlerin) unsere Segler an, sondern auch Leichtathleten, Schwimmer und Ballsportler konnten sich für die spannenden Rennen in der Früh begeistern. 

Das wohl größte Highlight für uns alle war der Empfang der Athleten am Frankfurter Flughafen. Mit einem Spalier, viel Jubel und Konfettikanonen empfingen wir die Sportler in der Ankunftshalle. Zudem bekamen wir die tolle Chance im Anschluss mit ihnen in der Family Lounge ins Gespräch zu kommen. So haben wir uns zum Beispiel mit Eduard Trippel (Silber und Bronze - Judo) oder den Männern des Ruderachters unterhalten, aber auch ein gemeinsames Gruppenbild mit Kristin Pudenz (Silber - Diskus) und Lukas Dauser (Silber - Turnen) gemacht und die Sportler von einer neuen und privaten Seite kennengelernt. Die deutschen Segler kamen leider erst einen Tag nach Ende des Jugendlagers aus Japan zurück, weshalb wir sie leider nicht in Empfang nehmen konnten. Stattdessen hatten wir aber nochmal am Tag vor den Medalraces die Möglichkeit, ihnen kleine Grußbotschaften zukommen zu lassen.

Nach dieser Woche blicke ich auf eine unvergessliche, wunderschöne und bereichernde Zeit zurück. Ich bin dem DOSB, der DSJ und dem Leitungsteam sehr dankbar, dass sie trotz der Umstände ein so tolles Programm auf die Beine gestellt haben und es geschafft haben, einen würdigen Ersatz für das Jugendlager in Tokyo zu finden. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit den anderen Teilnehmenden und kann wirklich jedem eine Bewerbung für das DOJL 2024 in Paris empfehlen.