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Das Ticket nach Oman

Bei der 29er WM in Valencia halten die Kieler Teams mit der Weltspitze mit. Lektionen gibt es aber auch. Die Erleichterung steht Anna Barth und Alva Feilcke ins Gesicht geschrieben. „Wir haben unser Ziel erreicht,“ sagen die beiden Seglerinnen des Kieler Yacht Clubs, als sie in der Affenhitze von Valencia ihr Boot zusammenpacken.

Das Ziel war, sich für die Jugend-WM im November in Oman zu qualifizieren. Und da Anna und Alva bestes deutsches Mädchenteam bei der Weltmeisterschaft der 29er geworden sind, haben sie das Ticket gelöst. Und dass, obwohl sie als 45. in Valencia unter ihren Möglichkeiten geblieben sind. Der Grund dafür?
Lisander Zeiske nennt das „spanische Verhältnisse“. Lisander ist mit Matti Balzereit 36. geworden und damit das beste Kieler Team. „Spanische Verhältnisse“, das sind die schwierigen Bedingungen vor Valencia: wenig Wind bei großer Welle, die über weite Strecken aus dem Osten anrollt. „Schwerere Teams haben dann große Schwierigkeiten, ihren Speed aufzubauen,“ meint Landestrainer Thomas Berg. Und mit dem Speed schwinden die taktischen Optionen in dem sehr hochklassig besetzten Feld.

Silberjungs
Die bitterste Pille mussten Per Schwall und Simon Schmidt schlucken. Die Ranglistenersten hatten sich intensiv auf die Bedingungen vorbereitet, Gewicht abgenommen, das Material optimiert - und scheiterten um Haaresbreite an der Qualifikation für die Goldflotte der besten 40 Boote. „Drei Knoten mehr Wind, und es wäre ein ganz anderes Spiel in der Qualifikation geworden,“ so Landestrainer Berg. So konnten Per und Simon als zweite in der Silberflotte ihr Potenzial unter Beweis stellen, aber nicht mehr um den Titel segeln. Steuermann Per blickt nach vorne: „Wir haben viel über Leichtwindtechnik gelernt.“ „Als nächstes kommt jetzt die Kieler Woche,“ ergänzt Vorschoter Simon Schmidt. „Da ziehen wir voll durch!“

Für alle Kieler Teams sind dies die letzten Regatten in der Jugendklasse. Nach der deutschen Meisterschaft im Oktober steigen alle drei Teams in den 49er FX um. Das ist für Frauen schon die olympische Klasse, für die Jungs gibt es als Fernziel noch den 49er. Die überragende Leistung der deutschen Athleten bei den olympischen Regatten vor Enoshima sind Ansporn genug, weiter hart zu trainieren. Auch wenn es in den spanischen Verhältnissen von Valencia auch die eine oder andere Frustration zu verkraften gab.

Text & Bilder: Andreas Schmidt