Navigation und Service

Aktuelles

Curry mal 111

Am Freitag, 15. November, lud der Kieler Yacht-Club seine Freunde und Förderer aus Politik, Sport und Wirtschaft zum Curryessen ein. Im Kaisersaal des Alfried-Krupp-Hauses im Hotel Kieler Yacht-Club feierten rund 200 Gäste die 111. Auflage des Traditions-Essens. Grußworte sprachen Landtagspräsident Klaus Schlie und Kämmerer Christian Zierau für die Landeshauptstadt Kiel.

„Seit der Gründung des KYC vor über 130 Jahren ist es Vereinszweck, die Freude am Segeln zu mehren“, leite Carsten Krage, Vorsitzender des Kieler Yacht-Clubs e.V. ein: „Wir tun dies auf sehr vielfältige Weise: Von der Heranführung von Opti-Kindern an das Segeln bis zur Förderung unserer Olympia-Aspiranten, die gerade in Neuseeland um ihre Olympia-Tickets kämpfen. Von der Veranstaltung interessanter Reisen für Fahrtensegler, in diesem Jahr zum Beispiel bis nach Helsinki und Bergen, bis zu der Teilnahme jugendlicher Hochseesegler an großen Hochseeregatten, wie Skagen Rund und in diesem Jahr am Rolex Fastnet Race. Und wir erfüllen den Vereinszweck durch die Veranstaltung von renommierten Regatten, allen voran der Kieler Woche. Fast alles, was wir tun und anbieten, wird ehrenamtlich und vor allem im Team erarbeitet und ermöglicht“, erläuterte er.
Auch in diesem Jahr wolle sich der KYC mit dem traditionellen Curry-Essen bei seinen Freunden und Förderern aus Politik, Sport und Wirtschaft für die vielfältige und breite Unterstützung bedanken.
„Dies gilt in erster Linie für die Kieler Woche, die wir gemeinsam mit unseren Partnervereinen Norddeutscher Regattaverein aus Hamburg und Verein Seglerhaus am Wannsee aus Berlin veranstalten. Auch in diesem Jahr haben fast 4.000 Seglerinnen und Segler aus über 50 Nationen an der Kieler Woche teilgenommen, gut 1.500 Boote mit rund 500 Starts auf 10 Regattabahnen. Über allem strahlte nahezu ohne Pause die Sonne. Karibik-Feeling auf der Kieler Förde, dazu viel guter Segelwind, das war etwas ganz Besonderes“, schwärmte der Vorsitzende des KYC.
„Um eine Regatta von diesem Format zu veranstalten, gibt es wesentliche Erfolgsfaktoren, ohne die wir als gemeinnütziger Verein nicht in der Lage wären, die Kieler Woche durchzuführen“, betonte er. Unter den Erfolgsfaktoren hob er das „äußerst engagierte Ehrenamt“ hervor. „Eine Veranstaltung in dieser Dimension wäre nicht darstellbar ohne die rund 400 ehrenamtlichen Helfer“.
„Das Kostenrisiko der Segelwettbewerbe“ allerdings trüge am Ende allein der Kieler Yacht-Club. Die Einnahmeseite durch Meldegelder sei schwankend und die Meldegelder deckten ohnehin allenfalls die Hälfte der entstehenden Kosten ab. Und bei allem Kostenbewusstsein und trotz strenger Sparmaßnahmen bleibe fast immer eine teils erhebliche Unterdeckung, die nicht durch Sponsoringeinnahmen etc. ausgeglichen werden könne. „Das ist für uns als gemeinnütziger Verein ein erhebliches Problem“, erläuterte er.
Die Kieler Woche allein generiere geschätzte Ausgaben der Besucher in Höhe von 60,75 Mio € „Das ist mehr als das Vierfache der gesammelten geschätzten Ausgaben aller Heimspiele vom THW, Holstein Kiel und der SG Flensburg-Handewitt zusammen“, betonte Krage. „Der seglerische Teil der Kieler Woche, den wir verantworten, ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der Kieler Woche und weltweites Markenzeichen von Kiel.Sailing.City.“
Dass das Kostenrisiko für eine internationale Veranstaltung, „die erhebliche Umsätze für die hiesige Wirtschaft und damit auch erhebliche Steuereinnahmen für Stadt und Land generiert“, der KYC als gemeinnütziger Verein aus seinen Mitgliedsbeiträgen, „die wir vorrangig in die Jugendförderung investieren möchten“ trage, könne eigentlich nicht richtig sein, unterstrich Krage.
Krage dankte der Landesregierung und hier insbesondere dem Innenministerium für die seit 2016 fortlaufend gewährte maßgebliche Unterstützung ganz außerordentlich. Zugleich regte er ein Überdenken der Förderstrukturen an: „Jede finanzielle Förderung aus öffentlichen Mitteln erfordert einen Eigenanteil des Clubs; das ist bei Anschaffungen, die gefördert werden, völlig richtig. Aber auch im Veranstaltungsbereich sei dieser Eigenanteil des KYC eigentlich nicht gut zu begründen. Hierzu wünschte er sich ein gemeinsames Gespräch.
Sodann erläuterte Krage die Austragung von eSailing-Regatten im Rahmen der Kieler Woche seit dem vergangenen Jahr. „Wir und haben uns vorgenommen, dies auch im Rahmen der Ausbildung in verschiedenen Veranstaltungen im Club zu etablieren.“
Dafür stehe dem Club dankenswerterweise das Land Schleswig-Holstein abermals zur Seite. Er bat Herrn Minister Grote und den Jugendtrainer Kai Bertallot zur Übergabe des Förderbescheides über rund EUR 9.260,00 nach vorne.
„Diese Idee der Verknüpfung von eSport und realem Sport auf dem Wasser ist aus meiner Sicht perfekt. Sowohl das virtuelle als auch das „echte“ Segeln sind unglaublich faszinierend. Beides zu verbinden ist genau das, was wir uns unter anderem mit unserer Förderung wünschen“, erklärte Innenminister Hans-Joachim Grote.
Krage hob die Bedeutung der Sponsoren für den KYC und die Kieler Woche hervor. „Sie, liebe Sponsoren, nehmen mit Ihrem Engagement nicht nur wirtschaftliche Eigeninteressen wahr, sondern übernehmen auch gesellschaftliche Verantwortung, damit wir als gemeinnütziger Verein in die Lage versetzt werden, unseren Teil für Sport und Gesellschaft zu leisten.“
Zum Abschluss dankte Krage den zahlreichen Gästen nochmals und begrüßte einige von ihnen namentlich. Darunter waren der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Klaus Schlie,  Staatssekretärin Kristina Herbst, von der Landeshauptstadt Kiel der 1. stellvertretenden Stadtpräsident Robert Vollborn  und der Stadtrat für Finanzen, Personal, Ordnung und Feuerwehr, Christian Zierau. „Ich möchte nochmals betonen, dass die Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt und dem Land auch in diesem Jahr hervorragend war“, so der Vorsitzende des KYC. Namentlich begrüßt wurden u. a. auch Petros Michelidakis für die boot Düsseldorf, für die Verbände und Vereine  DSV-Präsidentin Mona Küppers , Vizepräsidentin Nadine Stegenwalner (World Sailing), Vizepräsident Dr. Wolfgang Schäfer (Offshore Racing Council), NRV-Kommodore Gunter Persiehl und dessen Vorsitzenden, Tobias König, sowie vom VSaW den Vorsitzenden, Dr. Andreas Pochhammer.
Zu den sicherlich jüngsten Gästen der Veranstaltung zählten Maru Scheel und Freya Feilcke. Die 29er-Seglerinnen hatten im Dezember 2017 bei der Jugendweltmeisterschaft im chinesischen Sanya Platz 5 und 2018 bei den Sailing Youth Worlds  in Corpus Christi Platz 6 ersegelt und sich damit je als bestes deutsches Team und beste DSV-Nachwuchscrew positioniert. Sie begrüßte er stellvertretend für die Aktiven.
Für die „Wettfahrtleiter, die Regattaorganisation und alle ehrenamtlich in der Kieler Woche Tätigen, ohne die eine Kieler Woche nicht möglich wäre“, begrüßte der Vorsitzende stellvertretend den Organisationsleiter Dirk Ramhorst. „Als großen Förderer des Segelsports“ hieß er Herrn Felix Scheder-Bieschin willkommen.
Der Präsident des schleswig-holsteinischen Landtags, Klaus Schlie, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung des Kieler Yacht-Clubs als Markenzeichen für den Segelstandort Kiel und damit für die Identität des Landes.
„Ich hab ja zuerst an Currywurst gedacht“, gab Christian Zierau zu. Im Januar diesen Jahres war der 43-jährige aus dem Kreis Herford in die Kieler Kämmererei gewechselt. Für die Landeshauptstadt übernahm er das Grußwort. Als Neuankömmling lobte er die internationale und weite Strahlkraft, die die Stadt mit der Ausrichtung von Segelveranstaltungen entwickle. Auch nach der Ausscheidung aus dem Bewerbungsverfahren für Olympia 2024 solle man weiter in Richtung neuer Formate denken.
Das Traditions-Essen, bei dem jeder Gast aus verschiedenen Sorten Fleisch, Reis und weiteren Zutaten - natürlich vermengt mit einer ordentlichen Portion Currypulver - sein persönliches Tellergericht bereitet, nahm, begleitet vom typischen Guinness-Sekt-Gemisch, seinen geselligen Lauf.

Text: Carina Wegner
Fotos: Gerda Schliemann