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Clubabend

Kiel/ Strande/ online.  Erstmals fand am 18. November 2020 der Clubabend des Kieler Yacht-Club e.V. online statt. Über 130 Mitglieder wählten sich aus Kiel und der Welt ein.

Nach Begrüßung der Anwesenden bat Dr. Carsten Krage, Vorsitzender des Kieler Yacht-Clubs e.V. (KYC), die Clubmitglieder dem kürzlich verstorbenen Kommodore des Clubs, Dierk Thomsen, zu gedenken und würdigte sein außerordentliches Engagement für den Club und den Segelsport, das posthum durch World Sailing mit der Beppe Croce-Trophy ausgezeichnet worden war. 
„Die Corona-Pandemie hat vieles für uns verändert, aber wir als KYC haben diese bisher gut überstanden. Für uns ist es 2020 keine existenzielle Krise geworden. Der Segelbetrieb und die Regattaveranstaltungen sind viel besser gelaufen als zu Beginn befürchtet“, erläuterte er. „Wir sind in allem sehr kostenbewusst, noch viel mehr als sonst, und damit auch im Vorantreiben von neuen Projekten sehr vorsichtig. Wir wussten im Frühjahr nicht, was auf uns zukommt. Und wir wissen auch jetzt noch nicht, vor welche Herausforderungen uns die Pandemie noch stellen wird. Mit allem und auch mit unseren Veranstaltungen fahren wir auf Sicht und entscheiden jeweils nach der aktuellen Lage. So wissen wir auch noch nicht, in welcher Form wir im März unsere nächste Mitgliederversammlung abhalten können. Auch das werden wir dann nach Lage entscheiden“, so der Vorsitzende.

Stefan Brandenburg, der stellvertretende Vorsitzende des Clubs, berichtete: „Auch die Finanzen standen und stehen unter dem Eindruck Corona. So sind – bis auf die Mitgliedsbeiträge – teilweise Einnahmen ausgeblieben, durch die Einschränkungen im Sport sind aber auch Ausgaben reduziert worden, etwa durch den Ausfall von Veranstaltungen. So ist der Club bisher von wesentlichen negativen Auswirkungen verschont geblieben und der Haushaltsplan ist mit Einschränkungen umgesetzt worden.“

Dirk Ramhorst und Sven Christensen, Geschäftsführer von Point of Sailing, berichteten von der Kieler Woche. „Die vergangenen Monate waren ein emotionaler Rollercoaster“, hatte Regatta-Organisationsleiter Ramhorst zum Abschluss der Kieler Woche diesen Jahres resümiert. „Jetzt können wir mit großer Freude und mit Stolz feststellen, dass wir es erfolgreich versucht und gewissermaßen eine Benchmark gesetzt haben, was die aktuelle Normalität ist“, so Ramhorst. In den Regattatagen hätten dann alle Faktoren mitgespielt – selbst das Wetter. Durch beständig gute Winde hätte in fast allen Klassen das maximale Programm gesegelt werden können, die Qualität der Klassen sei auf einem Niveau wie selten in den vergangenen Jahren gewesen. „Die Felder waren top-besetzt. Die Olympia-Qualifikation des DSV, aber auch für andere Nationen haben die Regatten aufgewertet. Im nächsten Jahr werden wir das nicht erreichen können, wenn die Olympischen Spiele stattfinden. Aber 2022 mit Blick auf Paris 2024 wird es wieder nach oben gehen. Diese Kieler Woche hat uns nach vorn gespielt, das werden die Sportler nicht vergessen“, so Ramhorst. Mit Blick auf 2021 werde sich das Organisationsteam die Frage stellen müssen, was dann die neue Normalität sei. Heute aber könnten alle Beteiligten den Blick zurück genießen. Ramhorst: „Es gab viel Achtung für unseren Mut. Die Kieler Woche 2020 war Balsam für die Seele.“ Ramhorst und Christensen untermalten ihre Ausführungen mit einem Video. [Hier geht es zum Video (extern).]

Dr. Martin Lutz, stellvertretender Vorsitzender des KYC, berichtete zum Segelbetrieb des Traditionsvereins und hob besondere Leistungen hervor. „Das Top-Ereignis der Saison aus dem Performance-Team ist die erfolgreiche Olympiaqualifikation unserer Nacra 17-Crew Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer“, freute sich Lutz. „Darüber hinaus haben unsere Seglerinnen und Segler sechs Medaillen bei Deutschen Meisterschaften und Juniorenmeisterschaften für den KYC ersegelt. Der Vizeweltmeisterschaftstitel der Club-Swans, der German Open-Sieg bei den Mustoskiffs aus dem Erwachsenenbereich sowie im Jugendbereich der IDM-Sieg im Laser Radial und die deutsche Vizemeisterschaft bei den 29ern sind weitere der vielen sehr guten Ergebnisse“, betonte er. [Hier geht es zur Präsentation, hier zu den Ergebnisse in der Übersicht.]

Ulrich Münker berichtete stellvertretend für das Organisatorenteam zur Mittwochsregattasaison 2020. „Mit der Änderung des Regattaformates auf ‚double hand‘ und ‚ohne Spinnaker‘ bekam der Club eine Ausnahmegenehmigung zur Durchführung“, so Münker. „Es kamen 50 Teilnehmer zusammen, einige nahmen erstmals teil.“ Die Herbstserie wurde dann fast wie gewohnt durchgeführt, nur in der Crewbegrenzung auf zehn Personen bestand noch eine Restriktion.“  [Hier geht es zur Präsentation, hier zum Bericht.]

„Im Frühjahrs-Teil-Lockdown haben die Trainer der Jüngsten- und Regattagruppe das eSailing, das virtuelle Segeln, im Club weiter etabliert“, berichtete Dr. Martin Lutz. „Das wurde so gut angenommen, dass wir ab Herbst eine virtuelle Mittwochsabendserie ausgeschrieben haben. [Hier geht es zur Ankündigung.] Im Frühjahr werden wir dann den Clubmeister 2021 suchen.“

Der Jugendwart des KYC, Andreas Schubert, stellte anschließend das Jugendkonzept des Clubs vor. [Hier  geht es zum Konzept.] „Wir bieten Kindern, Jugendlichen und Junioren, Segeln vom Spitzen- über den Breitensport bis hin zum Fahrtensegeln. Die Basis bilden nach wie vor die Jüngsten- und Regattagruppe (J&R), sowie die Yachtschule (YS). Je nach Interesse und Talent besteht im Anschluss die Möglichkeit entweder ins Performance -Team, ins J/70-Projekt oder in die Schulungsgruppe zu wechseln. Neu hinzugekommen ist eine X 35, um die sich ein Offshore-Regatta-Nachwuchsteam gebildet hat. 
Ein wichtiger Baustein für sportliche Junioren ist unser J/70-Projekt, das sich immer größer werdender Beliebtheit erfreut. Ein Erfolgsfaktor dessen ist die intensive Zusammenarbeit zwischen J&R und YS. Dieser gute Austausch zwischen unseren Jugendgruppen hat sich besonders im ersten Corona-Teillockdown sehr bewährt“, so Schubert. 

Der leitende Trainer der Jüngsten- und Regattagruppe(J&R), Kai Bertallot, berichtete zur Kinder- und Jugendausbildung im Club. „ Unsere Schnupperkurse waren mit 93 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erfolgreicher denn je. 40 Schnupper-Kinder haben sich für eine Mitgliedschaft entschieden“, freute sich der Trainer. Nun werde es finanziell, materiell und organisatorisch eine Herausforderung das Trainingsangebot weiterhin auf gewohnt hohem Niveau zu stemmen. 
Mit dem Strander KÜZ habe die J&R 2020 die erste große Jugendregatta deutschlandweit veranstaltet. Ihr Hygienekonzept habe vielen anderen Clubs als Vorbild gedient. Bertallot dankte allen Clubmitgliedern und Helfer*innen, die die Einschränkungen mitgetragenhaben und eine der wenigen Regatten in diesem Jahr möglich gemacht haben. 
„Auch jetzt steht die J&R nicht still“, betonte er. „Wir haben dieses Jahr ein breites Online-Angebot aufgebaut, dass von Theorie- bis Fitnesskursen und natürlich zum eSailing reicht.“ Bertallot illustrierte seine Ausführungen mit einem Video. [Hier geht es zum Video (extern).]

„Auch in der Yachtschule haben wir versucht das Beste aus diesem Jahr zu machen“, so Niklas Schubert, Leiter der Kieler Yachtschule. „Obwohl wir immer wieder neu planen mussten, haben wir, auch dank des Engagements des Jugendwarts, Carsten Krage und Martin Lutz, viel spontan erreichen können. Die Boote waren, wenn möglich, ständig unter Segeln. Einen besonderen Fokus haben wir auf die Ausbildung und das Skipper-Training gelegt. Ganz besonders freuen wir uns über einen großen Zuwachs an Mitgliedern – und Skippern unseres Flaggschiffs Zukunft IV. Drei von ihnen konnten dieses Jahr ihre erste Reise segeln“, berichtete er und leitete so zum Video der Reise über. [Hier geht es zum Video (extern).]

„Auch die SG hatte einen schweren Start in die Saison. Dennoch konnten wir trotz der Einschränkungen ab Juni wieder mit der praktischen Ausbildung beginnen“, erzählte Bernd Küper, Leiter der Schulungsgruppe (SG). „Für den Praxis-Bereich SBF/ SKS aber auch SSS wurden Wochenend- und Wochentörns angeboten und Prüfungen abgenommen.“ Obwohl keine Werbung durch das übliche Schnuppersegeln möglich war, hätten zwölf ordentliche und zwölf Schnupper-Mitglieder den Weg zur SG gefunden. „Stellvertretend für die Regatten, an denen die SG teilgenommen hat, sei der Blue Ribbon Cup erwähnt“, so der SG-Leiter. [Hier geht es zum Regatta-Bericht.] Das theoretische Schulungsprogramm habe im Frühjahr eingeschränkt werden müssen, jetzt fände es online statt, „dank der Räumlichkeiten und dem Equipment von Ingo Kolmorgen. Der Zuspruch war so groß, dass wir nun zwei Tage in der Woche anbieten. Das wäre ohne das tolle Engagement der ehrenamtlichen Ausbilder nicht möglich“, betonte Küper. „Für mich ist das ein tolles Beispiel für einen lebendigen Verein.“  

Dr. Heiner Kramer, Beisitzender im Vorstand für den Bereich Fahrtensegeln und Koordinator des Ausbildungsangebots der SG, berichtete weiterführend zu seinen Bereichen. Nach erfolgreichem Auftakt der Schiffertische zu Beginn des Jahresbestünde aktuell keine realistische Perspektive zur Durchführung. Der Fahrtenwettbewerb finde statt, die Preisverleihung erfolge online am 4. Dezember. Die Motoryachtsegler seien eingeladen, ein neues Preisformat zu diskutieren. Das Kursangebot der SG finde, soweit möglich, online statt. Wo Präsenzveranstaltungen zwingend sind, werden die Angebote längerfristig geplant. [Hier geht es zur Präsentation.]

Carina Wegner sprach stellvertretend für alle im Club, „die sich darum kümmern, dass Ihre Geschichten erzählt werden, dass von Ihren Fahrten, von ihren Erfolgen berichtet wird.“ Die Beisitzerin im Vorstand berichtete zur Club-Kommunikation 2020/ 21. „Was wir tun, sehen Sie rund ums Jahr. Vieles, worum es sich dreht, haben Sie heute schon gehört“, so die Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit einem Augenzwinkern. „Das ist eine wunderschöne, abwechslungsreiche Aufgabe, die uns mit Ihnen teils gedanklich, teils ganz praktisch auf Segelabenteuer nimmt, von der Förde bis nach Plymouth zum Fastnet Race und – so hoffen wir es alle: Nach Tokyo. 
Apropos: Was für ein Jahr! Natürlich haben auch wir den Gürtel enger geschnallt und Einsparungen, etwa durch die Begrenzung der Seitenzahl des Mitteilungsblatts realisiert. Das ist uns nicht leicht gefallen, lassen wir Sie doch gern ausführlich zu Wort kommen! Über eine stärkere Nutzung der digitalen Medien – Webseite, Facebook und Instagram – haben wir den Ausfall zumindest teilweise kompensieren können. Umso schöner, dass es trotzdem viel zu berichten gab, insbesondere so gute Neuigkeiten wie die Olympia-Qualifikation unserer Segler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer im Nacra 17“, freute sich Wegner. „Begrüßt haben wir natürlich das positive Echo, das die Leistungen unserer Clubmitglieder, aber auch unserer Veranstalterteams, in den Fachmedien und auch weit darüber hinaus, gefunden haben.“ Sie dankte allen Aktiven im Club für ihr Engagement in Sachen Kommunikation herzlich. „Um der Fülle an Geschichten und insbesondere den Anforderungen eines Olympia-Jahres voll gerecht zu werden, brauchen wir aber weitere Unterstützung. Ich würde mich sehr freuen, neue, engagierte Kolleginnen und Kollegen im Team begrüßen zu können.“ 

Als Mitglied der Arbeitsgruppe zur Digitalisierung des KYC berichtete Bernd Küper zum aktuellen Stand: „Der KYC ist bereits gut aufgestellt. Eine moderne Homepage in Verbindung mit den sozialen Medien, das eSailing, die elektronische Segelliste, und die professionelle Durchführung der Kieler Woche  sind Beispiele dafür. Der Club musste schnell auf die Veränderungen reagieren, was ihm auch gelungen ist. Dabei hat jede Sparte sich ihre Lösungen für ihre Probleme gesucht. Nun gilt es die vielen unterschiedlichen Lösungen zu vereinheitlichen und die Kommunikation auf wenige gemeinsame Tools zu reduzieren. 
Ein erster Ansatz, basierend auf der Open Source Lösung Nextcloud, ist bereits gefunden. Damit können wir für alle Sparten Lösungen für zentrale Dateiablage, Wiki/Blog, Kontakte, Kalender und noch einiges mehr anbieten. Auf dem Weg werden keine Lizenzkosten das Budget des KYC belasten. Dennoch ist die Digitalisierung des Clubs nicht gänzlich umsonst zu bekommen, denn auch technische Voraussetzungen, wie schnelles Internet in Strande, bessere EDV-Struktur in Düsternbrook und weitere Hardware für Online-Schulungen, sind nötig. Hierfür haben wir  einen Förderantrag gestellt. Wir stellen uns der Herausforderung und werden nicht darauf hoffen, dass im nächsten Jahr wieder alles wie vorher ist. Unsere Mitglieder erwarten auch nach Corona, dass wir sie nicht nur informieren. Sie möchten aktiv teilnehmen, auch wenn sie nicht vor Ort sind. Jetzt besteht die Chance noch besser auf die Bedürfnisse der Mitglieder an einen modernen Verein einzugehen und entsprechende Lösungen zu realisieren.“

Hauke Bohnen gab einen Einblick in Winterlager- und Liegeplatzsituation: „Wir sind zu 100 Prozent ausgebucht“, freute sich der Takelmeister. [Hier geht es zur Präsentation.]

Meike von Essen, neue Ansprechpartnerin bei der KYC-Werft seit diesem Jahr, stellte die Werft und ihr Angebot vor. [Hier geht es zur Präsentation.]

Aus dem Trainingslager in Lanzarote meldete sich Paul Kohlhoff spontan zu Wort: „Danke für die tolle Unterstützung, die wir auf dem Weg zur Olympiaqualifikation erfahren haben. Das ist viel, viel wert.“ 

Abschließend dankte der Vorsitzende des Clubs allen, die sich haupt- und ehrenamtlich für den Club engagieren und wünschte ihnen alles Gute und insbesondere Gesundheit.