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Boris Herrmann wird Ehrenmitglied

Kiel/ Schilksee. Der Kieler Yacht-Club e.V. wählt sein langjähriges Mitglied Boris Herrmann zum Ehrenmitglied. Auf der Kieler Woche überreichte der Vorsitzende des Clubs, Carsten Krage, dem Weltumsegler symbolisch den Stander des Clubs und die goldene Ehrennadel. Seit 1947 hat der Club erst 14 Ehrenmitglieder ernannt, unter ihnen erfolgreiche Regattasegler, Förderer des Segelsports und besonders verdiente Vertreter des Clubs.

Sie halten den KYC-Stander hoch: Dirk Ramhorst, Boris Herrmann und Carsten Krage © Claudia Rositzki/ KYC

Erwartungsfroh: J&R-Kinder auf der Überfahrt zur Malizia I. © Kassian Jürgens/ segel-fotos.com/ KYC

Carsten Krage überreicht Fürst Albert II. seine Kieler Woche-Jacke. © Landeshauptstadt Kiel/ Bodo Quante

Boris Herrmann im Ziel der Vendée Globe. (c) Martin Keruzoré / Team Malizia

Der Segelsport braucht Leuchttürme, nicht nur auf dem Wasser, sondern auch auf dem Land. Denn nur mit den Leistungen und Erfolgen der Besten können wir mehr Interesse an unserem Sport wecken und vor allem mehr junge Leute für das Segeln und das Hochseesegeln begeistern. Und ein solcher Leuchtturm des Segelsports bist du, Boris, geworden“, betonte der Vorsitzende des Kieler Yacht-Club e.V. (KYC), Carsten Krage.

Auszeichnung der Schlimbach-Jury
Vor über 20 Jahren war Boris Herrmann dem Traditionsverein beigetreten. Schon 2001 hatte der Kieler Club Herrmann als wohl jüngstem Segler, der jemals von der Schlimbach-Jury ausgezeichnet worden ist, für seine sehr sorgfältig vorbereitete und erfolgreich durchgeführte Teilnahme am Mini-Transat geehrt. 

Vendée Globe 
Bereits drei Mal hatte der Skipper vergangenen Herbst die Welt schon umsegelt, jedoch noch nie allein. Den Atlantik hatte er schon zehn Mal überquert, zuletzt 2019 zum UN-Klimagipfel mit Greta Thunberg. Mit der Vendée Globe hat er den „Mount Everest des Segelns“ erobert: Einmal um den Globus, allein, ohne Pause. „Du hast es uns mit deinen Berichten von Bord immer wieder ermöglicht an deinen Erlebnissen und an deinen Entscheidungen teilzunehmen. Und alle waren ganz begeistert, schauten beim Frühstück und beim Abendessen, wie es denn gelaufen ist. Das taten auch ganz viele, die gar keine Segler sind und sich davon haben anstecken lassen. Und deine persönliche Leistung dabei kann man ja gar nicht genug hoch schätzen. Dazu kommt der bleibende Wert für die Bedeutung des Segelsports in Deutschland“, so Carsten Krage im Olympiahafen Schilksee.

Ein Leuchtturm für den Segelsport
„Mitten im Winter hatten wir plötzliche Segeln auf allen Kanälen“, betonte Krage. In der Tagesschau und im Sport-Studio, mit Sondersendungen auf vielen Kanälen und in vielen Zeitungen und Medien war – ungewöhnlich für den Segelsport - fortlaufend umfangreich zur Weltumsegelung des 39-jährigen berichtet worden. „Das Hochseesegeln, das sonst in Deutschland schwer zu vermitteln ist, bekam plötzlich ein besonders sympathisches Gesicht und alle begeisterten sich dafür. Und ich glaube, dass du damit für den Segelsport in Deutschland über deine Einzelleistung hinaus etwas ganz besonders Gutes und Bleibendes getan hast.“

Sports for Climate Action: Ein Rennen, dass wir gewinnen müssen
„A race we must win. Climate Action now“, heißt es auf seinem Großsegel. Die Vendée Globe – seinen Lebenstraum – stellte Boris Herrmann ganz ins Zeichen des Klimaschutzes. Dies würdigte Krage insbesondere: „Hinzu kommt, dass du mit deiner Malizia während des Rennens in Gebieten, in denen sonst kaum wissenschaftliche Forschung stattfindet, Messungen des CO2-Gehalts durchgeführt hast. Das ist ganz im Sinne des UN Sports for Climate Action Framework, dem der Kieler Yacht-Club beigetreten ist, um sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen und seine Mitglieder hierfür zu begeistern. In Anerkennung dieser besonderen Leistung hat der Ältestenrat des Kieler Yacht-Clubs Boris Herrmann zum Ehrenmitglied ernannt“, schloss er. Unter dem Applaus der Umstehenden steckte der Vorsitzende dem Weltumsegler die Ehrennadel an und übergab ihm einen Stander des Kieler Yacht-Clubs. „Ich wünsche dir für deine nächsten Projekte, von denen wir ja schon viel erfahren haben, viel Erfolg und alles, alles Gute!“

„Ich bin stolz.“
„Ganz vielen Dank. Ich fühle mich sehr, sehr geehrt“, antwortete der Weltumsegler. „Danke für die schönen Worte, die unser Projekt sehr umfassend beschreiben, auf diesem langen und schlangenförmigen Weg seit dem Eintritt in den Kieler Yacht-Club. Ja, da gab es diesen Anerkennungspreis der Schlimbach-Jury mit dem Lob – aber auch mit einem Makel - den hast du nicht erwähnt – dass ich kein ordentliches Logbuch geführt hätte. Und deswegen habe ich mir bei diesem Vendée Globe gedacht, dass ich gleich ein Videologbuch führe, damit auch wirklich kein Zweifel besteht, dass ich wirklich da lang gesegelt bin“, lächelte der Norddeutsche.
„Das Team hat sich jetzt zwei Wochen in Kiel willkommen und unglaublich wohl gefühlt, und wir werden hier sehr gern und hoffentlich bald wieder herkommen. Ich hoffe, dass wir vielleicht auch die GC32-Klasse überzeugen können, hier ein Rennen zu veranstalten. Ich bin stolz auf Kiel, die Kieler Woche und fühle mich mit Strande und dem KYC sehr verbunden. Vielen Dank noch einmal und auf ganz bald“, schloss Herrmann.

Boris Herrmann auf der Kieler Woche
Nachdem er am 4. September im Olympiazentrum Schilksee an der Seite von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer mit dem Typhon das offizielle Startzeichen für die Segel- und Festwoche gegeben hatte, war der Norddeutsche direkt selbst aufs Wasser gegangen.

Welcome Race
Beim Welcome Race der Kieler Woche gab er sein Regatta-Comeback nach der Vendée Globe. An Bord des GC 32- Rennkatamarans Malizia I startete er unter anderem mit seiner KYC-Kollegin und frisch gebackenen Gewinnerin der olympischen Silbermedaille Susann Beucke an Bord. „Das war Champagner-Segeln bei Kieler Kaiserwetter. Ein toller Tag auf dem Wasser und eine emotionale Eröffnung an Land, die viel Aufbruchsstimmung verströmt hat“, so Herrmann. 

Fürstlicher Besuch 
Am Dienstag, dem 8. September, hatten Boris Herrmann und Carsten Krage einen prominenten Kämpfer für die Gesundheit der Meere in Kiel begrüßen können: Monacos Fürst Albert II. war zu Gast an der Förde. Nach einem Besuch des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung setzten der Monarch und der Mono-Segler an Bord des Flaggschiffs des Kieler Yacht-Club e.V., der Zukunft IV ans Kieler Westufer, wo der Vorsitzende des Clubs sie gemeinsam mit dem Organisationsleiter der Kieler Woche-Regatten, Dirk Ramhorst, in Empfang genommen hatte. 

Boris nimmt Kurs 
Herrmanns nächste große Ziele sind, wie er auf der Kieler Woche verriet, The Ocean Race 2022/2023 und die zehnte Jubiläumsauflage der Vendée Globe 2024/2025. Das Boot dafür ist schon im Bau. Virtuell ist schon jetzt ein Blick hinein im Malizia-Zelt in Kiel Schilksee erlaubt. Auch die Messinstrumente, die Herrmann bei seinem Vendée-Globe-Ritt um die Welt zur Sammlung wissenschaftlicher Daten begleiteten, können neben Exponaten zum Engagement des Teams zum Thema Nachhaltigkeit am Schilkseer Basiscamp des internationalen Team Malizia bestaunt werden.

KYC J&R-Kids segeln Malizia 
Dieses Angebot nutzten 16 Kinder der Jüngsten- und Regattagruppe des Kieler Yacht-Clubs gern. Auf Einladung des Weltumseglers hatten sie sich in die Welt des Team Malizia „entführen“ lassen – und nach einem Workshop im Basiscamp mit dem schnellen GC 32- Rennkatamaran Malizia I„Leinen los“ gemacht. „Ich durfte sogar steuern“, berichtet Loulou Unkelbach begeistert. „Megageil“, freute sich Max Struve. „Das hat richtig Spaß gemacht“, fand Till Heimann.