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Besser als neu

Strande. Die Sonne strahlte perfekt, als die Taufpatinnen Luise und Rosemarie die beiden neuen 29er in ihr Element schickten. Als „Stormchaser“ und „Rolex“ werden sie den KYC national und international vertreten.

Gleich nach der gezwungenermaßen kleinen Zeremonie gingen die beiden Teams Anna Barth mit Alva Feilcke („Rolex“) und Per Schwall mit Simon Schmidt („Stormchaser“) zu einem Probeschlag auf die noch frühlingshaft kalte Förde. Ergebnis: „Mega!“ freuen sich die Teams unisono. „Wir sind allen Unterstützern und Spendern sehr dankbar, dass sie den Kauf der Boote für die J&R Abteilung möglich gemacht haben,“ meint Per Schwall. Anna Barth ergänzt: „Es fühlt sich toll an, den Kieler Yacht-Club als eine stärkende und fördernde Kraft hinter uns stehen zu haben.“  Der Probeschlag habe außerdem gezeigt, „dass sich unser Materialtuning gelohnt hat.“
Die Boote sind nicht nur nagelneu. „Wir haben noch je 30 Stunden Arbeit investiert,“ meint Vorschoter Simon Schmidt. „Wenn die 29er vom Händler kommen, sind sie gut, alles funktioniert. Aber wir machen sie noch besser.“ Immer wieder haben die vier sich in den Wochen vor der Taufe in zwei Garagen in der DSV-Halle getroffen, leichtere Fallen und Schoten eingebaut. Sie haben gespleißt, geschliffen, geklebt. Sie haben die Biegung beider Masten vermessen. Der minimal härtere ging an die schwerere Jungs-Crew, der weichere an die Mädchen.  „Das sind letztlich die Feinheiten, die uns nach vorne bringen,“ meint Steuermann Per.
Mittlerweile haben beide Teams einige Erfahrungswerte, was 29er-Tuning angeht. Damit das Wissen im KYC erhalten bleibt, haben sie ihre Bootsarbeiten in Videos dokumentiert. Was jetzt noch fehlt, ist Rennpraxis. Leider sind ja schon viele Regatten abgesagt. Anna und Alva haben ein Ziel dennoch fest im Blick: „Wir wollen uns mit Per und Simon für die Youth World Sailing Championships im Oman qualifizieren.“ Die Weltmeisterschaften sind im Dezember. Nur ein männliches und ein weibliches Team pro Nation können sich qualifizieren. Innerhalb Deutschlands gehören die vier zu den Top-Mannschaften, aber die Konkurrenz um die Startplätze ist sehr groß. Entscheidend ist die Platzierung bei der Kieler Woche im September. Die Chancen sind zumindest realistisch, dass die Crews von „Rolex“ und „Stormchaser“ den KYC im Golf von Oman vertreten werden-wenn die Pandemie bis dahin eingedämmt ist.


Text: Andreas Schmidt
Bilder: Nina Schwall/ KYC