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Auf ein Neues!

Heute geht ein ganz besonders Jahr zu Ende. Vor dem Bildschirmen gemütlich zu Hause können wir gemeinsam einen Ausflug in Richtung Südpazifik wagen, bevor es ans Anstoßen geht: Nach Angaben der Yacht setzt die ZDF-Silvestershow Segel und berichtet von der Vendée Globe.

Heute Abend um 21.45 Uhr beginnt die Live-Schau vom Brandenburger Tor. Voraussichlich um 22:57 Uhr soll ein aktuelles Gespräch mit Boris Herrmann gesendet werden. Leichte Zeitverschiebungen sind bei einer Live-Sendung natürlich möglich. 

Wer schon jetzt neugierig ist, kann sich direkt zu Boris‘ Silvesterbotschaft klicken. Kürzlich hat er Point Nemo, den am weitesten von jedem Land entfernten Punkt der Erde, passiert, nun ist er 50 Tage auf See, hat knapp 70 % der Regattastrecke absolviert und ist vier Tage entfernt von Kap Hoorn. "Die Vendée Globe ist ein Rennen, das wir gerne gewinnen würden, aber das Rennen gegen den Klimawandel ist eines, das wir gewinnen müssen."Hier geht es zum Video.

Die Vendée Globe aktuell
Niemand hätte am heutigen Silvestertag eine solche Spannung bei der 9. Ausgabe der Vendée Globe voraussagen können, an der der Deutsche Boris Herrmann teilnimmt. Von den insgesamt 33 Teilnehmern sind aktuell noch 27 im Rennen. Damit liegt die Ausfallquote noch deutlich unter dem Durchschnitt vorheriger Ausgaben von knapp 50%. 
Während sich der hintere Teil des Feldes gerade auf die Passage des Kaps Leeuwin (Südaustralien) vorbereitet, liefert sich die Spitzengruppe weit im südlichen Pazifischen Ozean derzeit ein außergewöhnlich spannendes Rennen. Yannick Bestaven (Maître Coq IV), der als erster Skipper Point Nemo passiert hat, führt weiterhin und segelt in komplizierten Wetterbedingungen, bei Regen und Kälte, schnell durch die „Wilden Fünfziger“.

Ein Match Race im Süden
Im Kielwasser von Yannick Bestaven ist das Rennen so eng wie nie zuvor. Charlie Dalin (Apivia) folgt auf dem zweiten Platz, Damien Seguin (Groupe Apicil) und Thomas Ruyant (LinkedOut) kämpfen gemeinsam um Rang drei. Seguin, ein Rookie und der erste paralympische Segler, der an der Vendée Globe teilnimmt, realisiert ein wirklich atemberaubendes Rennen. Doch noch ist nichts besiegelt, das Rennen ist noch lang und die Podiumsplätze stehen noch nicht fest.
Wie die Track-Linien zu erkennen geben, spielt sich im Süden eine besonders packende Regatta ab. Boris Herrmann und Jean Le Cam (Yes We Cam) lieferten sich nach mehr als 20.000 Kilometern gesegelter Strecke ein Duell der Extraklasse. Sie segelten über mehrere Tage dicht beieinander und sicherten sich an Weihnachten jeweils den 3. und 4. Platz. Was gibt es wohl für ein besseres Geschenk während der Festtage als einen Aufstieg in der Rangliste! "Es war wie ein Match Race", erzählte Boris. "Man konnte sehen, was der andere gemacht hat.“ 
Auch am heutigen 53. Tag des Rennens segelt die Spitzengruppe in engem Abstand zueinander. Weniger als 600 Seemeilen trennen den Erst- vom Neuntplatzierten Maxime Sorel (V And B Mayenne) beim Positionsupdate von 15:00 Uhr. Quasi ein Steinwurf bei der Gesamtdistanz von 24.296 Seemeilen oder 44.996,2 Kilometer.

Spannung vor Kap Hoorn
In den letzten zehn Tagen war das Wetter noch angenehm und vorteilhaft, doch seit dem Wochenende hat es sich radikal verändert: Klirrende Kälte, brechende Wellen, die an die Rümpfe schlagen... Bedingungen, die dem Ruf des Südpolarmeeres gerecht werden. Die Segler werden in den kommenden Stunden und Tagen äußerst wachsam sein müssen und die Entwicklung eines neuen Tiefdruckgebiets, das sie wahrscheinlich bis vor die chilenische Küste begleiten wird, sehr genau beobachten. „Ich stand vor einer wichtigen meteorologischen Entscheidung und habe mich schließlich für eine südliche Route entschieden", erklärte Boris Herrmann. „Die nördliche Option hätte mich in das Zentrum des großen Tiefs gebracht. Ich werde sehr bald herausfinden, ob das nun die richtige Entscheidung war". 
Das neue Jahr beginnt für den deutschen Skipper, der aktuell den 6. Platz belegt, mit der Passage von Kap Hoorn. „Ich kann kaum erwarten, es zu passieren. Für Segler ist es der Ort der Legenden und in diesem neuen Jahr ist meine ganze Energie und Aufmerksamkeit auf dieses Ziel gerichtet. Ich werde natürlich meine Familie und Freunde anrufen oder ihnen Nachrichten schicken, aber ich habe keine besondere Feier geplant. Ich gehe dann in das letzte Drittel des Rennens und es ist noch viel Arbeit, um den Gipfel zu erreichen". Bis zum Ziel in Les Sables-d'Olonne muss Boris noch knapp 8.400 Seemeilen bewältigen.
In der Rangliste werden wir sicherlich noch viele Veränderungen sehen, da im Zuge der Annäherung an Kap Hoorn, das die Spitzenreiter am Samstag, den 2. Januar, gegen Mittag passieren sollten, die Abstände zwischen den Teilnehmern möglicherweise weiter abnehmen werden.
Boris Herrmann sprach zum neuen Jahr den Partnern aus den Bereichen Wissenschaft und Industrie seinen Dank aus. „Bei der Ausübung unseres Sports ermöglichen sie es uns, einen wissenschaftlichen Beitrag zur Klimaforschung zu leisten und eine Plattform zu bieten, auf der wir gemeinsam mit allen an Lösungen für die Klimakrise arbeiten und Menschen auf der ganzen Welt inspirieren können, sich uns bei diesem wichtigen Rennen anzuschließen. Wir wünschen Ihnen ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2021 und freuen uns auf alles, was noch kommen wird! "

Das wünschen wir Ihnen und euch natürlich auch. Auf ein Neues!