Navigation und Service

Aktuelles

Auf alten Spuren und in neuer Freundschaft für den Meeresschutz

Kiel. Am 8. September besuchte der regierende Fürst von Monaco Albert II. die Kieler Woche. Nach einer Begrüßung durch den Ministerpräsidenten und einer Führung durch das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung setzte Albert II. mit der „Zukunft IV“ – dem Flaggschiff des Kieler Yacht-Clubs – über die Förde. Im heutigen Institut für Weltwirtschaft empfingen den Fürsten Gabriel Felbermaier für das Institut und Carsten Krage und Dirk Ramhorst für den Kieler Yacht-Club.

Monarch am Ruder (c) Landeshauptstadt Kiel/ Bodo Quante

Die Zukunft IV macht fest (c) Landeshauptstadt Kiel/ Bodo Quante

Boris Herrmann und Fürst Albert II. (c) Landeshauptstadt Kiel/ Bodo Quante

Carsten Krage überreicht Fürst Albert II. seine Kieler Woche-Jacke (c) Landeshauptstadt Kiel/ Bodo Quante

Fürst Albert, II. Carsten Krage, Dirk Ramhorst und Bernard d’Alessandri (c) Landeshauptstadt Kiel/ Bodo Quante

Gespräch mit monegassischem Stander. (c) Carina Wegner/ KYC

Ministerpräsident Daniel Günther, Stadtpräsident Hans-Werner Tovar und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hatten den monegassischen Landesfürsten auf der Kieler Woche in Empfang genommen. Der Weltumsegler Boris Herrmann begleitete ihn.

Kieler Woche-Tradition 
In Kiel wandelte Albert II. bei herrlichem Sonnenschein auf den Spuren seines Ur-Ur-Großvaters. Albert I. war 1898 erstmals Gast bei der Kieler Woche und sogleich auf Lebenszeit in den Kaiserlichen Yacht-Club eingetreten. Von da an segelte seine Yacht, die „Princesse Alice“ unter dem Stander des Kieler Clubs. Albert besuchte regelmäßig die Kieler Woche, pflegte intensive Beziehungen zu den Landesvertretern, Forschern und dem Kieler Yacht-Club.

Der Monarch und das Meer 
Der monegassische Fürst widmete sich selbst der Meeresforschung. Er entdeckte eine neue Fischart, gründete das Ozeanographische Museum in Monaco und das Institut Océanographique in Paris. Damit, so scheint es, wurde die Liebe zum Meer auch Albert II. bereits in die Wiege gelegt. Was Albert I. einst auf den Weg gebracht hat, führt er seit Jahren begeistert weiter. Das tut er unter anderem mit seiner 2006 nach ihm benannten Stiftung zum Schutz und Erhalt der Natur in der Arktis, aber auch mit der Unterstützung von Forschungsprojekten zur Klimaerwärmung und Ozeanversauerung. Der begeisterte Segler ist Präsident des Mittelmeerforschungsrates (CIESM) und wurde in dieser Funktion im Jahr 2016 in Kiel mit dem Deutschen Meerespreis ausgezeichnet. 

Boris und Albert II.
Dass er in KYC-Mitglied Boris Herrmann, der bei seinen Regatten auf den Weltmeeren für den Klimaschutz eintritt, einen passenden Partner fand, verwundert nicht. An Bord des G32 Katamarans Malizia I hatte Herrmann mit dem Neffen des Fürsten, Pierre Casiraghi, den Grundstein für eine Partnerschaft gelegt, die sie bis zur Vendée Globe und zum jetzigen gemeinsamen Treffen in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt getragen hat.

Der Tag in Kiel
Einen ganzen Tag nahm sich Albert II., den er insbesondere in den Zeichen des Meeres stellte. Mit einem Elektroboot vom Team Malizia setzte der Fürst zum Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung am Ostufer über.

Albert II. tauft Albert I.
Dort begrüßte Geomar-Direktorin Prof. Katja Matthes den berühmten Gast an ihrem Forschungszentrum. Nach einer Führung durch das Forschungslabor präsentierte sie den neuesten Zuwachs in der Flotte des Geomar, das Albert auf den Namen seines Urur-Großvaters taufte. „Das neue Unterwasserfahrzeug wird uns helfen, den Ozean noch besser zu verstehen, seinen aktuellen Zustand zu erfassen und Informationen für die Entwicklung von Zukunftsszenarien zu sammeln“, so die Geomar-Chefin. Mit diesem Wissen könnten Handlungsoptionen für eine nachhaltige Zukunft entwickelt werden. „Denn der Ozean hilft uns, den Klimawandel zu mindern und auf diesem Planeten zu überleben.“ Fürst Albert II. bedankte sich für die gute Zusammenarbeit zwischen Kiel und Monaco.

„Leinen los!“
Mangels Wind warf er den Motor an. Der Leiter der Kieler Yachtschule, Niklas Schubert, setzte den hohen Besuch mit seiner Crew an Bord der Zukunft IV, dem Flaggschiff des Kieler Yacht-Club e.V. über ans Westufer.

Auf den Spuren der Vergangenheit und in neuer Freundschaft
Schon von Weitem war das Großsegel des GC 32-Katamaran Malizia I zu sehen, der zur Feier des fürstlichen Besuchs an der Admiralsbrücke festgemacht hatte. Carsten Krage, der Vorsitzende des Kieler Yacht-Club e.V., und Dirk Ramhorst, Organisationsleiter der Kieler Woche-Regatten, hießen die Delegation willkommen und geleiteten sie zum Institut für Weltwirtschaft - ins ehemalige Gebäude des Kieler Yacht-Clubs. Albert I. war hier Gast, wenn er an der Kieler Förde weilte. Der Präsident des Instituts, Gabriel Felbermayr, und der frühere Vize-Präsident, Rolf Langhammer, begrüßten die Gäste und führten sie in die Geschichte und Gegenwart des Hauses ein.
Carsten Krage begrüßte den Fürsten offiziell im Namen des Kieler Yacht-Clubs e.V.. Albert II. enthüllte eine Plakette zur Erinnerung an seinen Ur-Ur-Großvater, „Gast der Regatten in Kiel 1898-1914“ und „Verfechter des Friedens und der deutsch-französischen Verständigung“. Zum Zeichen der langjährigen Verbundenheit zwischen dem Club und dem Fürstenhaus, überreichte der Vorsitzende des KYC dem Fürsten eine Krawatte, ähnlich der, die auch schon sein Vorfahr in Kiel getragen hatte und eine aktuelle Kieler Woche-Jacke.
Seit 1994 ist Albert II. Präsident des Yacht-Club de Monaco. Gemeinsam mit dem Direktor des Clubs, Bernard d’Alessandri, überreichte er der Delegation des Kieler Yacht-Clubs einen Stander des monegassischen Vereins als Zeichen der freundschaftlichen Verbundenheit der Clubs. Carsten Krage und Dirk Ramhorst revanchierten sich herzlich. 

Für den Fürsten endet der Tag als Ehrengast beim festlichen Kieler-Woche-Abend der Landesregierung im Ostseekai mit rund 200 geladenen Gästen.