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ÅF Offshore Race: Zukunft IV holt Kurt Ribbhagens Trophy

Stockholm. Knapp 400 sm, davon 16 Stunden Spikurs durch die erste Nacht mit zwei Meter Welle von hinten und Böen bis zu 38 Knoten und 200 sm Kreuz bei 30 Knoten: In 51 Stunden, 45 Minuten und 55 Sekunden hat die Crew der Zukunft IV das ÅF Offshore Race - "Gotland Runt" - absolviert. Und errang die Kurt Ribbhagens Trophy als bestes Jugendboot. - Ricarda Ruppersberg berichtet für die Crew:

Am 28.06.2018 verholen wir die Zukunft IV in den Regattahafen der Stockholmer Innenstadt. Im Laufe des Nachmittags und des nächsten Tages füllt sich der Hafen. Wir klaren an Bord auf und überlegen uns, welche Sachen wir für die Regatta ausladen können, um Gewicht zu sparen. Selbstverständlich finden wir neben den Vorbereitungen für die anstehende Gotland-Rund-Regatta auch noch Zeit um die Stockholmer Innenstadt zu besichtigen.
Am nächsten Tag kommen Stefan Brandenburg, Christian Dorn, Jean-Vincent (Klo) Dawin und Tom Wehde an Bord, mit dem gleichen Auto fahren Jan-Pieter (Piddi) Kluike, Andreas Betz, Christian Allekotte und Monika Kaulbars zurück nach Kiel. Herzlich begrüßen und verabschieden wir uns auf dem vollen Steg. Die Stockholmer kommen nämlich in Scharen um sich die Boote anzusehen. Gerade am Nachmittag ist das Durchkommen beinahe unmöglich, so auch bei unserem Crewwechsel. Unsere Crew komplettiert sich mit der Ankunft von Marie Müller, Philip Gläser und Kai Sommer, die wie Eva ebenfalls vom Greifswalder ASV kommen. In deren Auto können wir nicht vermessene Segel auslagern, die wir bei der Regatta nicht mitführen dürfen.
Gemeinsam bereiten wir den anstehenden Sicherheitscheck vor und legen alle geforderten Rettungsmittel bereit. Der Sicherheitscheck verläuft vollkommen problemlos, nach nur 12 Minuten verlässt ein zufriedener Prüfer das Boot, nun können wir unsere Regattapapiere im Race-Office abholen.
Am Sonntag startet die Gotland-Rund-Regatta mit ca. 250 Booten in 13 Starts. In unserer Gruppe starten wir mit 13 Booten im engen Stockholmer Fahrwasser. Am Wind segeln wir durch den Schärengarten. An einigen Engstellen wird es besonders spannend, auch wir werden vom Land aus angefeuert.
Ab Almagrundet können wir den Heavy-Spi setzen, bei bis zu 38 Knoten Wind kommen wir zu einem Topspeed von 14.9 Knoten. Bei unseren Konkurrenten kommt es zu vielen Sonnenschüssen, bei denen sich die Spis um das Vorstag wickeln oder platzen. Am Abend beginnen wir mit einem Zweierwachsystem und fahren den Spi durch die Nacht.
Am Montagmorgen bergen wir den Spi und beginnen fröhlich durch die Vorsegel zu wechseln. Zunächst geht es auf die Genua IV und dann bei wechselnden Windverhältnissen auf G III und G I. Fünfmal wechselt die Vorschiffs-Crew zwischen Genua III und Genua I. Für die Zukunft IV ist aber leider zu wenig Welle und auch zu wenig Wind. Kurz vor dem Ziel flaut der Wind immer weiter ab und wir treiben eher in das Ziel vor Sandhamn. Die Freude ist groß. Wir sind glücklich durchs Ziel gekommen zu sein.
In Sandhamn legen wir direkt vor dem Hotel an, über den Abend und die Nacht füllt sich der Hafen. Am Mittwoch halten wir Ausschau nach einem 24-Fuß-Boot, das von zwei 17-jährigen gesegelt wird. Wir wollen die beiden kennenlernen! Das Boot können wir am Abend ausfindig machen, allerdings scheinen die beiden tief und fest zu schlafen. Dafür haben wir vollstes Verständnis und lassen unsere Helden schlafen.
Am Abend findet die feierliche Preisverleihung statt, direkt als erstes wird der Youth-Boat-Preis aufgerufen. Die Kieler Yachtschüler stürmen die Bühne und überraschen das Publikum mit einer spontanen Bierdusche über Stefan Brandenburg und den Kommodore. Wir sind sehr froh über die großartige Möglichkeit an der Gotland-Rund-Regatta teilzunehmen zu können. Viel Spaß und fantastische Momente bestimmten die anspruchsvolle Regatta. Unser Ziel, unbeschadet anzukommen, haben wir erreicht. Den Wanderpokal für die beste Jugendcrew erfüllt uns mit besonderem Stolz. Begeistert hat uns die tolle Organisation rund um die Regatta, insgesamt war das Event rundum gelungen und wir hoffen, nächstes Jahr wieder kommen zu können.
Am Donnerstag segeln wir durch die Schären zurück nach Stockholm, hier besuchen wir das Wasamuseum und das technische Museum. Nun steht der nächste Crewwechsel an, wir wünschen der nachfolgenden Crew eine ebenso geile Zeit.

Text: Ricarda Ruppersberg
Foto: (c) Henrik Trygg

Kieler Yacht-Club e.V.

Mit dem bereits von den Gründern 1887 formulierten Ziel, „die Freude am Segeln zu mehren“, steht der Kieler Yacht-Club für eine lange Tradition im Regattasegeln auf höchstem sportlichem Niveau und im anspruchsvollen Fahrtensegeln. Tradition und Zukunft des Segelsports bestimmen das HandeIn im Club. Schwerpunkte der Arbeit des KYC sind die seglerische Ausbildung Jugendlicher und Erwachsener sowie die Organisation hochrangiger Regatta-Veranstaltungen wie der Kieler Woche, MAIOR, YES sowie Welt- und Europameisterschaften in verschiedenen Klassen.

Mit rund 1.400 Mitgliedern ist der Kieler Yacht-Club einer der größten und mit seiner Gründung im Jahr 1887 einer der geschichtsträchtigsten Segelvereine Deutschlands. Zu den Mitgliedern des KYC zählen mehrere Welt- und Europameister und Olympiamedaillengewinner in unterschiedlichen Segelklassen.