Kiel. Der zweite Schiffertisch des Winters am Samstag, den 7. Februar füllte den Kommodore Saal des Hotels „Kieler Yacht-Club“ bis an seine Grenzen, denn knapp 90 Zuhörer waren erschienen. Das hatte auch seine Berechtigung, denn es standen zwei sehr unterschiedliche interessante Vorträge auf dem Programm
Den ersten Vortrag hielten Jan und Katharina Stargardt unter dem Titel „Zwischen Sturm und Stille: Auf eigenem Kiel ganzjährig zuhause an Bord“. Jan und Katharina leben jetzt bereits seit mehreren Jahren ganzjährig auf ihrer Segelyacht „Lykke“. In ihrem Vortrag berichten sie gemeinsam, wie sie das Leben an Bord Schritt für Schritt zur Lebensform gemacht haben: Von technischen Anpassungen, Nachhaltigkeit, Aspekten der Energieversorgung, Wintertauglichkeit und Sicherheit bis hin zu den stillen und stürmischen Momenten, die das Leben an Bord so besonders machen. Das Paar verband in ihrem Bericht praktische Erfahrungen mit zum Teil sehr persönlichen Einblicken, es war, wie angekündigt, ein ehrlicher Bericht über Freiheit, Verantwortung und das Zuhause auf dem Meer.
Der zweite Vortrag hatte das Thema „Prävention von Seekrankheit“. Seekrankheit kann für eine nicht ganz kleine Gruppe der große Spaßverderber beim Segeln sein. Das Mitglied unseres Fahrtenausschuss, Ute Hecht, hatte wegen eigener Betroffenheit, den Hamburger Psychologen und beruflich zuvor weit herumgekommenen Seemann Thomas Bickhardt auf einem seiner Seminare kennengelernt und in diesem Winter eine Einladung zu einem Vortrag bei einem der Schiffertische des Kieler Yacht-Clubs ausgesprochen.
Thomas erklärte, warum Tabletten, Ingwer und der Blick auf den Horizont oft nur Symptome bekämpfen. Seine Methode setzt an der eigentlichen Ursache der Seekrankheit an, er erläuterte, wie sich durch gezieltes Training sich das Nervensystem „umtrainieren“ lässt und welche Übungen hierfür wirklich helfen. Die Zahl der Fragen war so zahlreich, dass die Diskussion nach dem Vortrag erst nach gut 30 Minuten beendet werden konnte.
Text: Heiner Kramer