Von Kiel nach Brest mit der Knop- Crew

13. - 16. Mai
Wer das berühmte Foto eines Leuchtturms in einem haushohen Brecher kennt, vermag sich kaum vorzustellen, dass es sich bei dem Turm, auf den Christian Knop schaut, um genau den selben handelt. "Le Four" vor Finisterre/ Bretagne stand wie auch die Arndt tagelang in der Flaute.  
Es wurde schließlich eine zähe Reise nach Brest für Arndt und Crew. Als in Calais die Sturmböen weniger wurden und der Nordost sich auf solide 28 Knoten eingespielt hatte, ging es zunächst mit Rauschefahrt nach Süden. An Cap Gris Nez vorbei, immer schön von den Hauptverkehrswegen freigehalten, wurde die Seinebucht erobert. Leider nur bis auf Höhe Boulogne sur Mer, da war es mit dem Wind vorbei, und zwar endgültig. Maschine an, die ist auf der Arndt nicht leise, und Kurs auf Cherbourg. Und dann meldete sich der Termindruck, Klaus Kinast will in Brest eine X 44 vorfinden! Also an Cherbourg vorbei, und Jan Focken gehen die Zigaretten aus...durch den Race of Alderney - wenigstens 6 Knoten Strom von achtern - an Guernsey vorbei und Kurs auf die Bretagne. Eine harte Prüfung für Jan! In einer Nacht mit Regen, Dunst und 30 Meter Sicht. Wie gut, dass die Arndt so ein gutes Radar hat.
Schließlich liegt die Arndt doch wohl vertäut in der neuen Marina au Chateau und wartet auf die nächste Crew, die das Schiff über die Biskaya bringen wird. Für die Kinast- Crew hoffen wir, dass sie nicht nur die Wahl haben wird, nach La Coruna gegen Südwest 7 zu kreuzen oder bei Flaute dorthin zu motoren.
Knop und Crew hatten vierzehn harte Tage, aber unter dem Strich eine schöne Zeit. Danke, Kieler Yacht-Club, für das schöne Schiff!

07. - 12. Mai
So einen Mai hat noch keiner erlebt, zumindest, was das Wetter betrifft. Niemand in Christan Knops Crew kann sich erinnern, solche Wetterlagen in einem Mai erlebt zu haben. Tagelang Südwest mit 6 bis 7 Beaufort, dann eine Nacht und einen halben Tag Flaute, die in Starkwind aus Nordost mit Neuner-Böen übergeht.
In dieser Lage hat sich die Arndt- Crew jetzt nach Calais durchgekämpft und ist auf dem Absprung zur Bretagne, wenn das Wetter es denn erlaubt.
Erfahrungen in der niederländischen Wattensee konnten die Jungs sammeln, als auf dem Weg nach Vlieland die Genua 3 Schaden nahm, und man einen Segelmacher in Harlingen fand. Kurz entschlossen wurde dort hin gesegelt und gleichzeitig die Kenntnisse über Gezeiten- Navigation wieder aufgefrischt. Ein bisschen Selbstvertrauen gehört dazu, wenn man mit der Arndt, die ja 2,40 Meter Tiefgang hat, über eine Barre mit 50 cm Kartentiefe segelt.
Aus dem Watt heraus (Den Helder) ging es bei gemütlichem Wetter nach Ijmuiden, wo am Sonntag die lange Etappe nach Calais startete.
Als am Abend der Spi geborgen und gegen die G3 getauscht wurde, konnte man
schon ahnen, dass das nicht so gemütlich sein würde. Sehr bald hatte sich ein Nordost mit 6-7 Beaufort eingestellt und ließ die Arndt nach  Südwesten jagen. Eine tolle Nacht. Sternenklar, eiskalt, 3 Meter Welle und eine lange Dünung - die Nacht der Nächte! 170 Seemeilen lang, Umwege wegen der VTGs eingeschlossen, wurden bis zum Morgengrauen des Montags abgeritten. Und nun?
Wieder einmal warten, denn für den Pas de Calais und den Kanal Ost sind bis zu 9 vorausgesagt. Den langen Schlag rüber zur Bretagne wollen wir lieber mit 6 Beaufort absolvieren.

02. - 06. Mai

Guten Mutes sind am 2. Mai Christian Knop und seine Crew mit der Arndt Richtung Brest ausgelaufen, verabschiedet von Freunden und Familien sowie unserem Geschäftsführer, Klaus Kinast und dem Leiter der Schulungsgruppe, Jan-Dirk Tenge.
Mut brauchen sie auch bitter nötig, seit sie die Nordsee befahren. Es ist bitterkalt auf dem Wasser und es kachelt aus West, wie sonst im September. Nach einem Zwischenstopp in Norderney (Heimatbesuch von Jan Focken Oswald) ist die Arndt- Crew, zu der auch noch Arne Ahlström, Lars Ravens und Hubert Miehe gehören, über Borkum nach Westen gekreuzt. Stramme 6-7 Beaufort machen eine ungemütliche See.
Deshalb pausiert die Arndt auch erst einmal in Lauwersoog, bevor es wieder auf die Kreuz geht. Es wird einerseits auf einen schönen Ost gehofft, sich andererseits moralisch auf Wind von vorne eingestellt. Naja! Da müssen sie durch, denn das Schiff soll (wird!) am 15.5. in Brest sein.
(Hubert Miehe)

...und noch ein paar Bilder...

Impressionen von der Reise