Das Fastnet Race der Arndt
Der Bericht:
Alles dran …
war am Race, haben wir gegeben und ist noch an der Arndt!
Ja, das war wahrhaftig ein Rennen, das uns nicht nur wegen seines
legendären Rufs noch lange in Erinnerung bleiben wird !
Vor der spektakülären Kulisse von Cowes und eines von hunderten von Yachten, Ribs, Fähren und Großschiffahrt brodelnden Solent sind unsere Nerven vor dem Start auf’s Äußerste gespannt.
Fünf Pressehubschrauber kreisen am nur mit kleinen Wolkentupfern geschmückten Himmel und verleihen neben den zahlreichen Maxis wie ICAP Leopard, Ran und Rambler und wahnwitzig schnellen Riesentris wie Banque Populaire dem irrsinnigen Getümmel auf dem Wasser zusätzlich die Aura eines ‘Weltevents‘. Entgegen allen Wetterprognosen weht ein frischer Wind, der die Szenerie in rasante Bewegung hält.
Von der Royal Yacht Squadron dröhnen die Bollerschüsse, die die Flotte flotillenweise auf die Reise schicken.
Jan bleibt dennoch cool und bringt uns souvervän um 12:10 an den fünften Start, der eine scharfe Kreuz von nicht weniger als 72 Booten vergleichbarer Rennstärke den westlichen Solent herunter eröffnet. Wie alle anderen Crews sitzen auch wir in den ersten Stunden brav Kante und verfolgen aufgeregt die Manöver unserer Konkurrenten.
Kurz vor der der alten Batterie nördlich der Needles reißt mit lautem Knall der Mantel unseres Großfalls und zwingt uns zum Austausch des ganzen Falls, der glücklicherweise rasch von statten geht.
‘Draußen‘ frischt der Wind bis auf sechs Beaufort mit entsprechendem Seegang auf und macht die ganze weitere Fahrt – witzigerweise zu 80% auf Steuerbordbug - zwar schnell, aber nicht gerade komfortabel. Bereits am Abend des nächsten Tages passieren wir Land’s End und segeln in eine stürmische Nacht mit 33 Knoten Wind, heftigen Schauern und massiven Wellengang auf, über und durch die Keltische See.
Am nächsten Tag ist das Tief durchgezogen und erlaubt uns etwas ‘Luftholen‘ bei der Kreuz auf den Fastnet Rock, den wir bei prachtvollem Sonnenuntergang umrunden.
Die Landnähe ermöglicht uns endlich wieder Kommunikation und erschüttert vernehmen wir vom Schicksal der Rambler, die einige Stunden zuvor hier – zum großen Glück ohne Verluste von Menschenleben - ihr stolzen Dasein durch Kielabriß und Kenterung beendete. Wir dagegen können bei mäßiger See auf dem Rückweg zu den Scilly Islands erstmals den Spi setzen.
Das Vergnügen wärt allerdings nicht lange und einige Seemeilen vor den schönen Eilanden haben wir sogar mit schwächlichen Winden zu kämpfen.
Danach geht’s jedoch wieder recht flott weiter und es werden schon Wetten auf unsere Ankunft in Plymouth abgeschlossen. Tatsächlich stehen wir bereits am Donnerstag mittags vor der Zieleinfahrt. Ja, stehen! Denn vier Meilen vor der ersehnten Linie müssen wir bei der ersten richtigen Flaute den Anker werfen, um nicht von der ablaufenden Tide wieder auf’s offene Meer vertrieben zu werden. Man mag sich vorstellen, wie es uns da erging …
Nach schier endlosem Warten trägt uns dann ein ganz laues Lüftchen mit zwei Stunden Verspätung gegen den Strom ins Ziel. Den erhofften Platz unter den ersten 100 hat uns das zwar gekostet (voraussichtlich sind wir auf Rang 117 von 278 nach IRC gezeiteten Booten gelandet), - trotzdem darf erstmal gefeiert werden !
Frank Krupinska
18.08.2011, 17:11:32 - das war die Zielzeit der Arndt in Plymouth nach langer Kreuz, das heißt, sie war 4 Tage, 5 Stunden, 1 Minute und 32 Sekunden unterwegs. Auch wenn das gängige Motto beim Fastnet - Race ja Mitmachen und Durchkommen ist, kann sich das Ergebnis der Arndtcrew durchaus sehen lassen. "33. von 71 Teilnehmern in IRC 2 und 20. von 38 Teilnehmern in IRC 2A", sagt die Bilanz.
Nun wünschen wir Arndt und Crew eine glückliche Heimkehr nach Kiel.
18.08.2011, 10:00
Wie vermutet, hat der Nordost durchgehalten, und die Arndt befindet sich seit Stunden auf der Zielkreuz. Querab Falmouth und 30 Seemeilen vor dem Ziel. Sie hatte weit nach rechts ausgeholt und konnte so einen sehr langen Schlag nach Norden machen. Mal sehen, ob jetzt im Final der Strom mitspielt. Jetzt liegt die Arndt auf Platz 32 in IRC 2 und unter IRC overall auf dem 93ten von über 200.
17.08.2011 20:00
Um 20:00 (MESZ) ist die Arndt noch 20 Seemeilen vor der Bahnmarke 'off Lizard Point', der sie sich mit fast 7 Knoten Fahrt nähert, entfernt. Der Nordost (055) ist im Laufe des Nachmittags etwas aufgefrischt (12kts), und es sieht so aus, als wenn er durchsteht. Das heißt für die Arndt cirka 85 Seemeilen Kreuz nach Plymouth. Rechnen wir also mit einem Rennen bis zum späten Nachmittag morgen. Wenn, ja wenn, sich nichts ändert....
17.08.2011 10:00 Uhr,
noch 160 Seemeilen hat die Arndt- Crew vor sich. Sie läuft momentan 8 Knoten bei einem Nordost mit 10 (Knoten). Also immer schön geradeaus. Es sei denn, auf Plymouth zu gibt es noch eine lange Zielkreuz. Schau'n wir mal...morgen früh!
16.08.2001 23:15 Uhr,
wie wir auf dem Fleettracker sehen können, hat die Arndt Fastnet Rock gerundet und ist auf dem Weg zur Pantaenius- Bahnmarke. Mäßige Winde aus nördlichen Richtungen bringen Schiff und Crew gut voran. Das Rennen dürfte also ohne größere Probleme über die Bühne gehen.
16.08.2011 20:30h
Auf der Kreuz geht es für die Arndt offensichtlich besser; heute hat sie sich von Platz 37 auf 33 vorgearbeitet und raced jetzt (20:30) 8 Meilen vor Fastnet Rock, den sie wohl noch vor Mitternacht runden wird. Wenn der Nordwest stehen bleibt, werden Arndt und Crew die zweite Nachthälfte wohl unter Spi gen Lizard Point rauschen
14. 08. 2011
Seit 12.10 Uhr Ortszeit ist die ARDNT nun auf der Bahn und auf dem Weg zum legendären Fastnet Rock vor der südirischen Küste. Live-Tracking gibt es auf der Seite des RORC. Hier ein zweiter Bericht der Crew von den letzten Vorbereitungen.
Langsam wird’s ernst ….
Die gerade auf der Skipperbesprechung verkündeten Wetteraussichten und die von Hoschi und Jan gehaltene Sicherheitseinweisung führen uns allen nochmal vor Augen, daß unsere Unternehmung mit ‘Kindergeburtstag‘ nicht allzu viel zu tun haben wird.
Aber wir sind inzwischen auch bestens vorbereitet:
Die ARNDT ist in Schuß, alle Ausrüstungen vorhanden, vollständig gebunkert und nicht zuletzt – wir sind vollständig, in guter Verfassung und kennen unsere Aufgaben.
Am Freitag sind Jessica Schneider, Hans-Heiner Kramer, Christian Jenne und Grant Grenall nach Anreise mit Flieger und Mietwagen zu uns gestoßen und konnten noch ein wenig von der tollen Atmosphäre des rauschartigen Ausklangs der Cowes Week miterleben. Gemeinsam mit Stefan Kunstmann, der ja beim RORC arbeitet, schlürften wir noch zwei Bierchen, bevor wir uns zwecks Erhaltung der Kondition ganz brav an Bord trollten. Vorher hatten wir (zur Erinnerung: Dieter Simmat, Jan Oswald, Thorsten "Hoschi" Maas, Timo Schmidt und Frank Krupinska) das Boot nach Cowes verbracht, mit viel Glück und noch mehr Pfunden einen ganz ordentlichen Liegeplatz im ‘Yacht Haven‘ ergattert und einem Feuerwerk beigewohnt, das das der Kieler Woche schlicht in den Schatten stellt.
Und am Sonntag geht’s nun wirklich los! Um 12:10 Ortszeit ist unser Start, vorher müssen wir aber noch - wie alle anderen Teilnehmer – ein Gate durchfahren und unsere Sturmsegel präsentieren.
Eine gewisse Anspannung macht sich bereits bemerkbar …
Frank Krupinska
11.08.2011
Nach turbulenter Überfahrt von St. Malo ist das Flaggschiff der Schulungsgruppe in Cowes angekommen. Die Crew um Jan Focken Oswald macht sich nun startklar für das Fastnet Race, das am 14.8. startet. Ein erster Bericht des Skippers...
Potz Blitz !
Wir wollen ‘Fastnet fahren‘ und sind auch durchaus bereit, einiges zu erleben …
Dass allerdings gleich schon unsere Anreise nach Cowes zur Bewährungsprobe gerät, hatten wir eigentlich nicht auf dem Programm.
Wir – das sind Dieter Simmat, Frank Krupinska, Thorsten "Hoschi" Maas, Skipper Jan Focken Oswald und Timo Schmidt - demnächst noch verstärkt durch Hans Heiner Kramer, Christian Jenne, Grant Grenall und Jessica Schneider, die am Sonnabend zu uns stoßen werden, um mit uns und gegen 350 andere Yachten um den berühmten Felsen zu racen.
Tatsächlich erwischen uns bereits auf der Überfahrt von St. Malo, wo wir das Boot von Jan-Dirk Tenge und seiner Crew übernommen haben, nicht nur heftige Schauer, sondern mitten im ‘Channel‘ auch ein formidables nächtliches Gewitter mit Boen von bis 42 kn und entsprechendem Seegang.
Doch kaum ist der Spuk vorbei, reißt die tiefschwarze Wolkendecke auf und gebiert einen geradezu gleißenden Sternenhimmel, der seinerseits die schönsten Schnuppen regnen läßt.
In solchen Momenten möchte man dann doch an keinem anderen Ort der Welt sein, selbst nicht in den gemütlicher Kneipen auf Guernsey und Alderney, deren Lichter sirenenhaft herübergrüßen.
Nicht weniger erregend dann die morgendliche Anfahrt auf ‘ The Isle‘ mit ihren Kreidefelsen und den ‘Needles‘… Als wir den Solent passieren, herrscht schon Wettfahrt-Hochbetrieb, den wir trotz eigener ‘Abgemaddeltheit‘ mit etwas Wehmut verfolgen. Die vielen schnuckeligen Schiffchen um uns herum lassen ein fast vergessen, daß wir ja selbst auf einem solchen sitzen.
Mit Sicherheit wird sich das wieder ändern, wenn wir uns am kommenden Sonntag in den ‘race mode‘ versetzen. Bis dahin gönnen wir uns jetzt erstmal ein bißchen Erholung und treffen die letzten Vorbereitungen.
Dann aber gibt’s kein Erbarmen mehr :
Der Felsen, die Konkurrenz und der innere Schweinehund wollen schließlich zu Ruhme unseres Kieler Yacht-Clubs bezwungen werden!
Jan Focken Oswald, Frank Krupinska







