Sommerreise mit der Zukunft IV
Zu den Glücklichen dieses Jahr gehörten folgende Personen:
Jan Terveer (Skipper), 20
Moritz Willer (Wachführer), 22
Jakob Duncker (Wachführer), 25
Frederick Meuser, 20
Steven Preidel,17
Tim Iwahn,14
John Vincent Dawin, 18
Fynn Terveer, 16
Kim Magnussen, 15
Hanna Schälke, 15
Finn Süverkrüp, 15
Claudia Wandt, 16
Nachdem wir die Kuh beladen hatten und die Crew an Bord war, ging es am 7. 8. 2008 um 8.40 Uhr endlich los. Unser erstes Ziel war Middelfart . Mit schwachen bis mäßigen östlichen Winden und etwas Sonne stachen wir in See.
Es wurden die ersten Vorräte getestet und nach 12 Stunden erreichten wir bei Gewitter Middelfart.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem dazugestoßenen Fynn, den wir vom elterlichen Boot befreiten, Richtung Marstrand weiter. Das anfangs noch recht schöne Wetter wurde immer schlechter, aber wir kamen trotzdem gut voran. Der Wind drehte von SW auf NW
5 Bft. Die erste Wache stellte bei stärker werdendem Seegang Rekorde bis zu 12 kn
(Jakob) auf. Um 23.°° Uhr beschloss unser Skipper Jan nach Anholt abzulaufen, weil
bei W 6 – 7 Bft. bei einigen die Seefestigkeit abhanden gekommen war (nicht dass Jans Ravioli mit 2 kg Pfeffer dazu beigetragen hätten). Beim Versuch, das Groß zu reffen, brach ein Großrutscher heraus; aber letzten Endes kamen wir um 1.15 Uhr etwas müde aber glücklich auf Anholt an.
Wir verbrachten 2 sonnige, aber sehr windige Hafentage auf Anholt, die wir mit Baden und kleinen Spaziergängen füllten. Abends luden wir KYC – Segler , Familie Bayer und Familie Baykowski sowie die Familie von Hanna zu einem kurzen Umtrunk ein. Mit Kontrolle der Jugendlichen hatte das natürlich rein gar nichts zu tun, denn danach feierten wir gemütlich mit ein paar Freunden in Klo`s Geburtstag hinein. Am nächsten Tag liefen wir morgens nun endlich mit schönen Wetter ,W 6 ,Groß und Genua III nach Marstrand aus. Um 20.°° Uhr erreichten wir unser Ziel.
Nachdem wir gebadet hatten und unser Versuch, unentdeckt in die Burg einzudringen, gescheitert war, wobei wir nach einer kleinen Gratisführung durchs Königstor hinaus geleitet wurden, ging es weiter nach Möllesund. Nach 2 Stunden bei 2 Bft. Wind , Genua II und Groß brachte uns Kim sicher ans Ziel. Dort testeten die männlichen Crewmitglieder den Sprungturm und wir ließen den Abend mit Freunden gemütlich ausklingen. Am nächsten Tag segelten bei SW 6-7 Bft. Und schönem Wetter nach Smögen (Jakob: …wo die Frauen uns mögen…ääh, bist du sicher, Jakob?). Die „Großen“ erkundeten die Stadt, um uns „Kleinen“ später aus dem Achterschiff zu erschrecken.
Nachdem der verpennte Mo, nur in Boxershorts bekleidet an Deck, die Mädels zum Kreischen brachte, manövrierte Jan uns bei viel Wind sicher aus der verstrickten Situation, als wir morgens die Hauptstromversorgungsleitung Smögens am Anker hatten. Es ging mit 5 Bft., strahlendem Sonnenschein ,Genua IV und Groß zügig Richtung Strömstadt. Dort wurden die ersten disziplinarischen Maßnahmen angewendet, es endete in Kopf- und Vollbädern.
Von Strömstadt fuhren wir schließlich früh morgens mit wenig Wind, anfangs Genua II, dann G I und Groß zu unserem Hauptreiseziel Oslo, wo wir um 21.°° Uhr den Hafen erreichten.
Am 16. 8. füllten wir das dringende Kulturbedürfnis der Crewmitglieder, indem wir erst die Skischanze mit Museum und dann die neue Oper besichtigten. Später ließen sich die „Großen“ von hübschen Schwedinnen die übrige Stadt zeigen. Den Kulturteil beendeten wir am Sonntag mit einem Besuch im Frammuseum. Abends wurde die traditionelle Taufe zum Leid der Jüngeren und Spaß der Täufer durchgeführt. Die „Älteren“ nahmen Kontakt zu Neptun auf und vergaben in angeheiterter Stimmung die Taufnamen.
Tags darauf segelten wir erfreulicherweise bei 2 – 4 Bft. Wind mit Groß und Spinnacker und wechselweise G II nach Horten. Der angepeilte Steg für Schiffe über 12 m konnte nicht belegt werden, da die Tiefe sinnigerweise nur bei 2, 50 m lag.
Am nächsten Tag segelten wir bei drehenden Winden von 4 Bft. und viel Regen nach Grebbestadt, wo Claudia ihre gesamte Wäsche mit Unterstützung von Fynn wusch.
Die 7-stündige Tour nach Lysekil verlief relativ vorfallsfrei, aber dafür mit viel Regen bei 6 Bft, so dass die Interessen neben dem Segeln hauptsächlich auf Waffeln mit Schlagsahne gerichtet wurden.
Der nächste Törn führte uns wieder nach Marstrand. Bei sonnigen Wetter segelten wir den gesamten Tag durch einige sehr enge Schärenfahrwasser. Trotzdem erreichten wir gegen Abend wohlbehalten den wunderschönen Hafen.
Auf dem Weg nach Öckerö gaben wir der gestiegenen Badelust nach und beschlossen eine Ankerpause einzulegen, wobei die Badelaune nach ein paar blicken auf die mit Feuerquallen verseuchte See schnell in mal wieder Essen- und Kartenspiellust umschlug.
Ausgeruht und mit leichtem SW-Wind ging es am 23.August gleich nach Göteborg weiter, wo die Crew nachmittags neben Mc. Donalds. auch den Rest der Stadt zu Gesicht bekam. Am Abend konnten wir dann bei Kerzenschein dem Stadtlauf Göteburgs zusehen.
Am nächsten Morgen mussten wir uns dann schweren Herzens von unserem Bordarzt Jakob trennen, der aus beruflichen Gründen frühzeitig nach Deutschland zurückkehren musste.
Danach ging es mit einem kleinen Zwischenstopp auf Anholt direkt durch, in die dänische Hauptstadt.
Gegen 1.30 Uhr legten wir endlich an. Ein wunderschöner Blick auf die beleuchtete Oper entging uns auch in Kopenhagen nicht. Und wie es der Zufall es wollte, bekam die „Zukunft“ mit einer leicht übermüdeten aber völlig überdrehten Crew den Platz neben dem einzigen aber allerfreundlichsten deutschen Boot weit und breit ab. Um 2.°° Uhr verwies uns die überaus freundliche Dame von nebenan auch gleich unter Deck.
Wenige Stunden später lernten wir Kopenhagen auch bei Tageslicht kennen. Natürlich nicht ohne dem örtlichen Mc Donalds einen Besuch abzustatten, wobei wir doch zum Entschluss gekommen sind, dass es überall gleich schmeckt. Danach liefen wir durch verschiedene Parks und Geschäfte und tankten noch etwas Sonne. Am Abend musste Hanna uns verlassen, weil sie anderen seglerischen Verpflichtungen nachkommen musste.
Nach dem Abschied wurde noch ein bisschen geredet, bevor wir alle erschöpft von dem anstrengenden Tag in Kopenhagen in den Kojen verschwinden wollten.
Doch nach kurzer Zeit konnte man lauter werdendes Gezeter aus dem Vorschiff vernehmen.
Es ging um die freigewordene Koje von Hanna. Nach längerer Diskussion erklärte Claudia sich bereit, mit Steven auf der Back zu schlafen.
Am 27. 8. ging es mit Groß und Genua III bei sehr diesigen Bedingungen und 5 Bft. aus SW nach Stubbeköbing weiter. Bei 7 kn Fahrt plünderten die gelangweilten Crewmitglieder die stark reduzierten Vorräte. Um 20.38 Uhr legten wir nach 81 Meilen unter Segeln und 1 motorten Meile Steuerbord längsseits in Stubbeköbing an.
Dort wurden die Duschen getestet. Wobei die Jungs plötzlich lautes Geschrei aus der Damendusche vernahmen. Als sie später nachfragten erfuhren sie ,dass dies an den viel zu dicken Spinnen in der Dusche lag, die plötzlich von der Decke herunterfielen.
Danach wurden noch ein wenig auf der gemütlichen Liegewiese gechillt , bevor wir alle kaputt in unseren Kojen verschwanden.
Morgens fuhren wir bei gutem Wind mit Gr und G III um 10:15 los. Es wurde ausgiebig über eine Brücke geredet ,die viele Crewmitglieder aus dem Fernsehen kannten.
Da wir kaum Seegang hatten und vielen langweilig war ,gingen wir wieder unseren Lieblingsbeschäftigungen nach -Essen und Karten spielen-.
Kurz vor Spodsbjerg zeigte uns ein Blick in das Hafenhandbuch ,dass es nur einen Platz im Hafen gibt ,der groß genug für uns war. Doch als wir uns umschauten ,sahen wir einen Katamaran, der offenbar das gleiche Reiseziel wie wir hatte. Also holten wir noch einmal alles aus der Kuh heraus, nahmen vor dem Hafen die Segel in Rekordzeit herunter und legten gekonnt an. Der geschlagene Kat musste sich wohl oder übel an die Tankstelle legen.
Am Freitag ,den 29.08.08, kam dann der Tag an dem es wieder zurück nach Kiel gehen sollte. Wir legten um 09:20 Uhr in Spodsbjerg ab. Bei 15Kn Wind zogen wir den Gennaker hoch und fuhren mit 10 sm an Langeland entlang. Nach nur einer Stunde hatten wir die Südkante quer ab. Da wir aber anlaufen mussten bargen wir den Gennaker und zogen G IV und Starkfock hoch. Es wurden die Restbestände des Vorrates geleert und um 13:45 Uhr hatten wir schon den Kieler Leuchtturm quer ab. An dem setzten wir wieder den Gennaker. Da der Wind aber stark abgenommen hatte ,kamen wir erst 16:10 Uhr in Kiel an ,wo wir freundlich empfangen wurden. Nach kurzem Austausch mit den anderen ging die Crew erstmals nach 3 Wochen traurig aber mit Freude auf eine lange Dusche und ein warmes Bett wieder getrennte Wege.
An dieser Stellen wollen wir uns auch ganz herzlich bei allen Beteiligten für die tolle Reise bedanken.
Kim Magnussen & Hanna Schälke






