Es ging um die Wurst…….. für uns zum ersten Mal
Mit der Einladung zu einem entspannten Wochenendtörn anlässlich des Absegelns im KYC bei schönem Wetter und angekündigt leichtem Wind haben uns Christine und Klaus Kalkreuth zum Mitsegeln an Bord von „Schmitzkatze“ gelockt. Wie es auf dem Vorschiff bei Klaus zugeht unter Regattabedingungen hatte ich (Martin) schon anlässlich der Kieler Woche kennengelernt, ziemlich entspannt war es da auch, besonders dann beim Abendbier…
Jetzt also stand Segeln „um die Wurst“ auf dem Plan, eigentlich ein Widerspruch zur obigen Ankündigung. Mit von der Partei sollten Christine und Klaus, Ellen, Max Schröder und wir beide sein, also eigentlich genug Leute für eine First 40.7, auch zum Regattasegeln. Leider fiel Ellen kurz vor dem Start aus terminlichen Gründen aus, und Max S. hatte seine eigenen Gründe, beim Absegeln um die Wurst unbedingt an Bord zu sein. Dazu später mehr. Bei versprochen schönem Wetter legten wir am Samstag früh dann unter Motor in Strande ab und gesellten uns zu den zahlreichen weiteren Yachten in der Strander Bucht. Mit Klaus am Ruder war auch die Startlinie schnell erreicht, das Groß und die Genua gesetzt und die Luvtonne ausgemacht.
Nach kurzer Startkreuz und Anlieger aus der Kieler Bucht folgte ein langer Spischlag Richtung Damp, und siehe da: es ging doch um die Wurst, zum ersten Mal:
Direkt hinter uns (noch) die Arndt und schon konnte es unserem Skipper nicht schnell genug gehen mit dem Spisetzen. Max S. verschwand zwangsweise unmittelbar davor unter Deck in die Koje von Christine, der Rest hat mit Ausnahme des Steuermanns, der weiter ganz entspannt am Rad drehte, bis zur Sperrgebietstonne vor Damp mit dem Spi gegen „Arndt“ gekämpft. Bis zu dieser Bahnmarke konnten wir zunächst alle Überholmanöver in Luv oder Lee erfolgreich abwehren. Die zahlenmäßige Überlegenheit des Deckspersonals auf „Arndt“ hat dann beim Spibergen in Verbindung mit einem geschickten Luvmanöver an der Tonne alles klar gemacht.
Und damit ging es wieder um die Wurst, zum zweiten Mal:
Superschnelles Spipacken war plötzlich angesagt (Ansage Klaus vom Ruder aus, ganz entspannt), Setzen hinter der Genua, Schoten schon dicht bevor die Spaßblase ganz oben war. Das Genuabergen haben wir Männer an Bord dann ganz generös den Damen überlassen, während wir fast hoch am Wind unter Spi mit sehr viel Lage den Abstand zur vor uns ohne Spi laufenden Arndt weiter vergrößerten (Christines Kommentare von vorne waren hörenswert). Nach dem Zieldurchgang war wieder kurzfristig Entspannung angesagt, Max S. wollte schon an Deck, bis die Entscheidung fiel, mit Spi weiter in die Schlei einzulaufen. Vor der Brücke in Kappeln trafen wir dann schon auf viele Yachten der der zweiten Startgruppe und die Teilnehmer der Geschwaderfahrt, die überwiegend schon eingetroffen waren. Nach der Brückenpassage hat die Flotte sich dann zum Teil im Päckchen bei immer noch superschönem Wetter im Hafen des ASC verteilt.
Relaxen war angesagt, wäre da nicht die Rede vom Yardstick gewesen: holt doch unser Skipper nicht nur ganz großzügig zwei Bier ins Cockpit, sondern auch noch einen Stapel mehr oder weniger beschrifteter Zettel, einen Stift und Papier. Und damit ging es erneut um die Wurst:
Klaus, O-Ton: „ Wir müssen nur aus den Meldungen die Segelnummer und die Yardstickzahl raussuchen, die Zieldurchgangszeit dann mit 100 multiplizieren, durch die Yardstickzahl teilen, den Teilnehmer in die richtige Zielduchgangsliste nach Startgruppe eintragen und dann noch aufpassen, dass nicht die Teilnehmer der Geschwaderfahrt darunter gemischt werden.“ Oder so ähnlich. Zum Glück war der Ablauf des sehr netten Abends so vorgesehen, dass erst nach der launigen Rede von Herrn Jenne, dem Abendessen und vereinzelt ein paar Bier die Preisverteilung stattfand. Das ergab genau das nötige Zeitfenster um die Lücken in der Ergebnisliste aufgrund fehlender Yardstickzahlen, Segelnummern und Zieldurchgangszeiten durch Einarbeiten von Umfrageergebnissen fertigzustellen.
Die sehr gute Stimmung bei der Siegerehrung und dem anschließenden geselligen Abend, der bis in die frühen Morgenstunden ging, sprach dafür, dass die errechneten Ergebnisse mit der subjektiven Erwartung der Segler ganz gut übereinstimmten.. Nach ausgiebigem Frühstück im Cockpit bei bestem Wetter ging es am Sonntag durchgehend entspannt nach Strande zurück. Nicht nur wir beide haben an Bord von „Schmitzkatze“ und im Kreis der „Absegler“ ein schönes Wochenende verbracht, wie hoffentlich unschwer zwischen den Zeilen zu lesen ist. Auch Max Schröder, der Borddackel, war nach einem großen Stück der gewonnenen Wurst mit dem Bordleben wieder versöhnt, nachdem er sich auf der Rückfahrt ohne drohende Manöverenge im Cockpit breit machen durfte. Einen ganz herzlichen Dank an die Organisatoren des Absegelns, bis zum nächsten Mal!
Monika und Martin Lutz