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Regatten

YES 2017 - Sonne satt – faires Finale

Gelungener Abschluss: Nachwuchssegler erlebten drei intensive Regattatage in Kiel – Deutsche Junioren-Meister gekürt

segel-bilder.de

Kiel und die Kieler Förde zeigten sich am Pfingstmontag zum Abschluss der Young Europeans Sailing (YES) von ihrer besten Seite. Bei strahlendem Sonnenschein und drei bis vier Windstärken aus Südwest bot die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt nach einer Gewitterwarnung zum Auftakt und strömendem Regen am zweiten Tag einen extrem versöhnlichen Abschluss.

„Die Meldezahlen haben sich wieder eingespielt und steigen. Wir versuchen, alles zu organisieren und für die Aktiven professionell zu arbeiten. Nur beim Wetter brauchen wir auch etwas Glück“, blickte Organisationsleiter Dirk Ramhorst auf drei intensive Regattatage zurück. Gemeinsam mit dem Norddeutschen Regatta Verein organisiert der Kieler Yacht-Club die größte Jugendregatta YES, die Kieler Woche des Nachwuchses.

Dabei sorgt die vertrauensvolle und intensive Zusammenarbeit mit dem Deutschen Segler-Verband für Extra-Prädikate, darunter Deutsche Junioren-Meisterschaften, Qualifikationen für EM, WM und Youth Worlds. DSV-Jugendobmann Timo Haß, DSV-Vizepräsident Torsten Haverland (Leistungs- und Wettsegeln) sowie Sportdirektorin Nadine Stegenwalner beobachteten auch in diesem Jahr die YES-Regatten und zeigten ihre Verbundenheit mit den Veranstaltern.

„Die YES ist schon eine Kern-Regatta für den deutschen Segel-Nachwuchs“, so DSV-Präsidiumsmitglied Haß, der seit März auch Vizepräsident des europäischen Seglerverbandes EUROSAF ist. „Es ist eine professionell organisierte und vom Nachwuchs angenommene Regattaserie“, beschreibt Haß die Kieler Woche des Nachwuchses.

Die DSV-Vertreter zollten der Wettfahrtleitung um den Obersten Wettfahrtleiter Mandus Freese Respekt für die Entscheidung, die Wettfahrten am Samstag rechtzeitig abzusetzen. Die Sicherheit der Jugend geht vor. Lieber zu vorsichtig als zu risikobereit. „Ich denke, wir haben alles richtig gemacht“, lässt auch Mandus Freese keine Diskussion aufkommen.

Trotz der nur einen Wettfahrt am Samstag absolvierten die Jugendlichen an drei Tagen 97 Wettfahrten. Dank des einen Streichers, der Einteilung der Gruppen in Gold- und Silber-Flotte nach der Qualifikationsserie und der sieben bis zehn Wettfahrten pro Klasse kam es zu fairen Ergebnissen.

470er: Beim Kampf um die Deutsche Junioren-Meisterschaft setzten sich bei den Frauen erwartungsgemäß Theres Dahnke/Birte Winkel (Plauer Wassersportverein) durch. Die Siebenten der Junioren-WM von 2016, die dem DSV-Nachwuchskader angehören, verwiesen die Hamburger Schwestern Luise und Helena Wanser um einen Punkt auf Rang zwei. Bronze ging an Jara Seidl/Christine Walkenbach  (Westerhausen). „Super gelaufen und viel Spaß gehabt“, war das kurze Resümee von Theres Dahnke, deren nächsten Ziele die Kieler Woche, die WM in Griechenland und die Junioren-EM am Gaardasee sind. Zumindest in Kiel und Thessaloniki gibt es für Birte Winkel ein Wiedersehen mit ihrem Bruder Malte und dessen Steuermann Matti Cipra, die ihrerseits die YES-Wertung gewannen. „Die können wir nur bei wenig Wind schlagen“, so Birte mit Blick auf die erste Wettfahrt.

Bei den Junioren gewannen die Düsseldorfer Tjorben und Hjalte Studt  vor Ole Blumenthal/Paul Stützle (Rostock). Für die Düsseldorfer geht es nach der Kieler Woche auch zur Junioren-EM (dort übrigens U24), um die Kaderkriterien zu erfüllen.

Den YES-Sieg ließen sich Malte Winkel/Matti Cipra (Kiel) nicht nehmen. Die Junioren-Vizeweltmeister des Vorjahres bringen fünf erste und einen zweiten Platz in die Wertung ein. In der YES-Wertung schoben sich nur Fabienne Oster/Anastasiya Krasko (Hermannsburg) zwischen die Geschwister.

Laser Standard: Bei den Männern war der amtierende Deutsche Junioren-Meister Max Wilken (Röbeler SV) nicht zu stoppen. Mit vier Wettfahrtsiegen verwies der Rechliner seine Dauerrivalen Philipp Loewe (VSaW) und Gregory Lucas Keizers (Willich) aus dem DSV-Nachwuchskader auf die Plätze. Damit entspricht die Junioren-Wertung der Gesamtwertung der YES. Alle drei hamsterten damit jeweils zwei Preise.

Im Laser Radial ließ sich Hannah Anderssohn (Warnemünde/Kiel) den Sieg nicht nehmen. Die 17-Jährige hielt auch die türkische Olympiateilnehmerin Cagla Donertas (15. vor Rio) in Schach. Donertas, für Rio von Alexander Schlonski (jetziger Laser-Standard-Trainer des DSV) in Olympia-Form gebracht, lebt zurzeit in Kiel, um nach der Olympia-Pause mit der deutschen Flotte zu trainieren.

Hinter der Türkin belegen Lena Haverland (Schwerin) und Pia Kuhlmann (Wunsdorf) die Plätze drei und vier. In der Juniorenwertung errang Laura Bo Voss (Mühlenberg) Silber, Julia Büsselberg (Berlin) Bronze. Büsselberg zeigte erneut ihr seglerisches Können. „Julia hat echtes Talent“, bescheinigte dann auch Laser-Radial-Trainerin Franziska Goltz. Es bleibt abzuwarten, wie viel Muskelmasse aufzubauen ist, und wieviel nötig ist, um in der Weltspitze mitzumischen.

Für die Europe-Klasse waren die YES-Wettfahrten der Abschluss ihrer WM-Qualifikation. Gemeinsam mit dem YES-Ergebnis fließen die deutsche Meisterschaft 2016 und die aktuelle Rangliste in die Wertung ein. Je neun Mädchen und Jungen kann die deutsche Klassenvereinigung für die WM in Spanien (6. bis 12. Juli/Blanes) melden. Mit Simon Hullenkremer (Stuttgart), Paul Jannik Haufe  (Stuttgart), Benedikt Rieckhof (Kiel), Robert Zink (Marl) und Fabian Kirckhoff (SV Hüde) bei den Männern sowie Tania Tammling (Ovelgönne), Vanessa Manthey (SV Hüde), Katharina von Schlienitz (Hanseatischer Segelsportclub) und Marisa Roch (Kiel) hat die deutsche Klassenvereinigung allerdings nur fünf Männer und vier Frauen benannt. Da der zeitliche Aufwand enorm ist, haben einige Qualifizierte zurückgezogen. „Zudem fehlt erstmals die finanzielle Unterstützung des DSV für die Teilnahme an internationalen Meisterschaften“, erklärt Europe-Sportwart Matthias Müller.

Einer, der nicht zur WM fahren wird, ist YES-Sieger Sverre Reinke. Der Bremer Abonnementssieger musste aus Zeitmangel absagen. In Kiel ist Reinke allerdings schon aus Tradition am Start. Mit dem Sieg im sechsten Rennen ersparte sich Reincke die letzte Wettfahrt und fuhr nach dem Zieldurchgang gleich Richtung Hafen.

Der Hemelinger beherrscht seit Jahren die deutsche Europe-Szene und verwies Frederik Frerck (Wattenbeck) und Nicki Kraus (Flensborg YC) auf die Ränge. Bei den Frauen setzte sich Marisa Roch (Kieler YC) durch.

Laser Radial Männer: Die starke deutsche Flotte ließ in diesem Jahr nichts anbrennen und lieferte sich ein Bug-an-Bug-Rennen nachdem anderen. Im vorletzten Rennen stellte der Berliner Nico Naujock die Weichen auf Sieg und konnte sich in der letzten Wettfahrt ein DNC leisten. Moritz Peitzner (Kiel) sicherte sich mit einem Sieg im letzten Rennen Rang zwei vor dem Dänischenhagener Jasper Paulsen.

Laser 4.7: Hier siegte Julian Hoffmann (SC Alpensee Immenstadt). Der Zweite der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft wurde in Kiel seiner Favoritenrolle gerecht und setzte sich gegen 67 Konkurrenten durch. Mit zehn Punkten verwies Hoffmann Björn Richardsen (Seeshaupt) und Thore Thoma (Berlin) auf die Plätze. Richardsen ist erst in diesem Jahr in den 4.7 eingestiegen. Bayerns Honorartrainer Michael Fellmann hatte das Talent erkannt und eingefangen. In Kiel ist die Südfraktion aus Bayern und Baden-Württemberg mit den Trainern Fellmann und Peter Ganzert gleich drei Wochen, um zu trainieren und regattieren.

29er: Gewohnt stark war die 29er-Klasse bei den Young Europeans Sailing vertreten. 61 Crews kämpften um den Titel im Nachwuchsskiff. In diesem Jahr war die internationale Konkurrenz allerdings eine Nummer zu groß für die deutschen Talente. Drei Dänen und auf Platz zwei ein Schwede verdrängten die deutschen 29er von den Medaillenplätzen.

Paul Pietzcker/Linus von Oppen (Berliner YC) aus der DSV-Jugendnationalmannschaft mussten sich als beste deutsche Crew mit Rang fünf zufrieden geben. Einen Platz hinter dem amtierenden Internationalen Deutschen Jugendmeister landeten Friederike Larsen/Berit Bellin (KYC/ 3. IDJM) als beste Frauencrew auf Platz sechs.

Im Piraten haben Svenja Thoroe/Karsten Bredt (Schilkseer YC) den Sieg abonniert, so auch 2017. Erstaunlich der Aussetzer im vorletzten Rennen (Platz 6), ansonsten nur erste Ränge mit der Idealnote 6 Punkte. Routinier Karsten Bredt zählt zwar schön länger nicht mehr zu den Nachwuchsseglern, fühlt sich aber in der Piraten-Klasse wohl und zeigt der Jugend, dass die Trauben hoch hängen. Dabei ist der Routinier durchaus bereit, sein Können weiterzugeben. Beim Nachwuchstraining auf der Schlei, an dem 18 Crews teilnahmen, war Bredt dabei und segelte mit verschiedenen Steuerleuten. „Unser Angebot kommt an. Erst neun, dann im Vorjahr zehn und nun waren es 18, die unser Trainingsangebot wahrgenommen haben“, so der Oberpirat. Doch Regatta ist eben nicht Training, da können die Neuen vielleicht etwas vom Zuschauen lernen.

420er: Im 420er lieferten sich Daniel Göttlich/Linus Klasen (Berlin) und Philipp Royla/Kim Fernholz (Neukirchen) bis zum Schluss ein spannendes Duell, das die Berliner für sich entschieden. Göttlich/Klasen mit fünf Wettfahrtsiegen und Royla/Fernholz mit vier trennten nach sieben Wettfahrten ganze vier Punkte.

An Land herrscht in der Action Area reges Treiben. Neben der Riesenrutsche (gesponsert von der Müllverbrennung Kiel) und der von der boot Düsseldorf präsentierten Skimboardbahn war die Seglerjugend des Deutschen Segler-Verbandes mit einem Bungee-Run an Bord. „Es wird immer mehr auch an Land eine Jugendveranstaltung“, so Sven Christensen von der Vermarktungsagentur Point of Sailing. Das vielfältige Angebot an Land komplettierten Ausstellern und Gastronomen.

Neu war auch das Kinofeeling in der Vaasahalle. Nachdem der America’s Cup am Samstag den Nachwuchs in seinen Bann zog, lieferte die Internationale Ocean Film Tour am Sonntagabend einen Vorgeschmack auf die Kieler Woche. Die beiden Moderatoren, 49er-Segler Justus Schmidt und der Blogger der boot Düsseldorf, Michael Walther, entführten die Jugendlichen auf eine Reise über, unter und auf dem Wasser. Die Filme „Weekend Sailor“, „Plastic Ocean“ und „Chapter one“ boten für jeden Geschmack etwas. Ein Wiedersehen gibt es zur Kieler Woche.

Die Veranstaltung wurde unterstützt von der Müllverbrennung Kiel, der boot Düsseldorf, Addix Internet Services,  B+S Card Service, Hugo Hamann, SVG Service Verlag/Segler-Zeitung und 1&1 Versatel.

Weitere Informationen gibt es unter  www.young-europeans-sailing.de und auf facebook unter www.facebook.com/YoungEuropeansSailing/

Meldungen und Ergebnisse unter www.manage2sail.com

Die Young Europeans Sailing 2018 finden vom 19. bis 21. Mai statt.

 

Ergebnisse:

DJoM-Wertung:

470er DJoM, Frauen: 1. Theres Dahnke/ Birte Winkel (Kiel) 32 Punkte, 2. Luise und Helena Wanser (Hamburg) 34., 3. Jara Seidl/Christine Walkenbach  (Westerhausen) 90.

470er DJoM, Männer: 1. Tjorben Studt/Hjalte Studt  (Düsseldorf) 34,0, 2. Ole Blumenthal/Paul Stützle (Rostock) 39,0, 3. Max Schubert/Silas Oettinghaus (Rostock) 42,0.

Laser Radial DJoM Frauen: 1. Hannah Anderssohn (Rostock) 11, 2. Laura Bo Voss (Escheburg) 31, 3. Julia Büsselberg (Berlin) 41, 4. Laura Schewe (Kiel) 50.0, 5. Carolin Müller (Fürstenberg) 52, 6. Carlotta Sophie Crüsemann (Hamburg) 62.

Laser Standard, DJoM Männer: 1. Max Wilken (Rechlin) 12.0, 2. Philipp Loewe (Berlin) 18.0, 3. Gregory Lucas Keizers (Willich) 33.0, 4. Alexander Ebert (Berlin) 38, 5. Nico Steenbuck (Lengede) 41, 6. Philipp Roitsch (Hamburg) 53.

 

YES-Wertung:

Laser Standard: 1. Max Wilken (Rechlin) 12.0, 2. Philipp Loewe (Berlin) 18.0, 3. Gregory Lucas Keizers (Willich) 33.0, 4. Timm Schoening (Brunsbüttel) 37, 5. Alexander Ebert (Berlin) 38, 6. Nico Steenbuck (Lengede) 41.

Laser Radial Frauen: 1.Hannah Anderssohn (Rostock) 11, 2. Cagla Donertas (Türkei) 15, 3. Lena Haverland (Schwerin) 17.0, 4. Pia Kuhlmann (Wunstorf) 21, 5. Laura Bo Voss (Escheburg) 31, 6. Julia Büsselberg (Berlin) 41.

470er, Männer: 1. Malte Winkel/ Matti Cipra (Kiel) 7, 2. Fabienne Oster/Anastasiya Krasko (Hermannsburg) 20, 3. Theres Dahnke/Birte Winkel 32, 4. Tjorben und Hjalte Studt (Düsseldorf) 33, 5. Luise und Helena Wanser (Hamburg) 33, 6. Ole Blumenthal/Paul Stützle (Rostock) 38.

 

Europe: 1. Sverre Reinke (Bremen) 12, 2. Frederik Frerck (Wattenbek) 51, 3. Nicki Kraus (Flensborg YC) 59, 4. Marisa Roch (Wees) 59, 5. Benedikt Rieckhof (Kiel) 65, Paul Jannik Haufe 65.

Laser Radial Männer: 1. Nico Naujock (Berlin) 14, 2. Moritz Peitzner (Kiel) 18, 3. Jasper Paulsen  (Dänischenhagen) 19, 4. Philip Walkenbach (Zeuthen) 29, 5. Tim Conradi (Düsseldorf) 29, 5. Justin Barth (Berlin) 31.

Piraten: 1. Svenja Thoroe/Karsten Bredt (Schilksee) 6.0, 2. Gunter Edinger/Andreas Steffenhagen (Berlin) 20, 3. Jakob von Hausen/Konrad Kuhmann (Münster) 20, 4.  Maik Westfehling/Michael Schröter (Lübeck) 22, 5. Sebastian Bunte/Ralph Nyhuis (Dümmer) 23, 6. Rex und Rico Rychlitzki (SV Einheit) 32.

420er: 1. Daniel Göttlich/Linus Klasen (Berlin) 7, 2. Philipp Royla/Kim Fernholz (Neukirchen) 11, 3. Felix Kaiser/Samuel Störr (Bayerischer YC) 15, 4. Theresa Steinlein/Lina Pleitner (Bayerischer YC) 26, 5. Finn Kenter/Lasse Kenter (Seeshaupt) 31, 6. Sofie Schöne/Line Thielmann (Schwerin) 32.

29er: 1. Natacha Violet Saouma-Pedersen/Jens-Philip Dehn-Toftehoj (Dänemark) 14, 2. Oscar Engström/Hugo Westeberg (Schweden) 26, 3. Casper und Victor Ladefoged (Dänemark) 28, 4. Frederik Fomsgaard/Mads Fuglbjerg(Dänemark) 55, 5. Paul Pietzcker/Jaarne Krebs (Berlin) 58, 6. Friederike Larsen/Berit Bellin (Kieler Yacht-Club) 67.

Laser 4.7: 1. Julian Hoffmann (Blaiach) 10,2, 2. Björn Richardsen (Seeshaupt) 20, 3. Thore Thoma (Berlin) 22,4, 4. Christian Winkler (Dänemark) 27, 5. Christian Spodsberg (Dänemark) 27.7, 6. Justus Sauer (Lübeck) 29.