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Fahrtensegeln

Berichte vergangener Schiffertische

Hier finden Sie die Berichte vergangener Schiffertische.

Schiffertisch III - 02.März.2018- Weit, Welt, Weg.

Am 02. März fand der letzte Schiffertisch des Jahres statt. Rund 50 KYC Mitglieder trotzen dem Wintereinbruch und der Grippewelle und lauschten gespannt den Erzählungen des Düsseldorfers Dieter Langer.

Abenteuer und Reisen sind seine Leidenschaft, über die weltweit in den Medien berichtet wurde u.a. von seinen Flügen mit dem Sportflugzeug, Segeltörns um die Welt. Aufgrund der begrenzten Zeit konnte Herr Langer uns „nur“ in einem Auszug von seinen Reisen berichten.

Im ersten Teil seines Vortrages teilte er seine Flugerfahrungen mit uns.

Große Inspiration während seiner Vorbereitungszeit gab ihm Sir Francis Chichester mit seinem Fliegerbuch Solo to Sidney. Der Rest waren seine Träume. Am 10. Juni 1992 startete er von Long Beach mit seiner Maule M5-180, einem Spornradflugzeug mit Stoffbespannung.
Seine erste große Herausforderung bestand darin New York City zu queren. Seine Fallschirmspringerpiloten überredeten ihn durch den Luftkorridor entlang dem World Trade Center zu fliegen. Es zeigte sich, dass das fliegerische Highlight über der Stadt lohnte, die Schweißperlen zu vergießen. Herr Langer hat nämlich während der Querung einhändig die eindrucksvolle Skyline mit seiner Filmkamera festgehalten.
Zur Überquerung des Atlantiks flog er in den Norden Kanadas. Von der Ungava Bay gestartet, landete er 8 Stunden später in Grönland. Der Flug über das ewige Eis Grönlands war eine fliegerische Herausforderung, welche mit dem Blick auf kalbende Gletscher und hunderte Eisbergen belohnt wurde. Von diesen und weiteren Abenteuern z.B. im mittleren Osten berichtete Herr Langer im ersten Teil seines Vortrages.
Nach einer kurzen Pause ging es in seinen Erzählungen per Boot weiter um die Welt.
Seine beliebteste Sportart war Segeln nie, obwohl er Wasser, Wellen und Tauchen liebe. Denn sobald das Boot über Wellen tanzte wurde ihm seekrank. Dennoch lockte ihn das romantische Abenteuer einer Weltumseglung. Ein 2-Mast Clipper in der Long Beach Marina erfüllte seinen Traum. Es war ein altes romantisches Holzboot, das 1965 in Japan gebaut worden war, in exellenter Handwerksarbeit mit Mahagoniplanken, Teakdeck, Eichespanten und Sprucemasten. Es war bestens instandgehalten, zwölf Meter lang inklusive Bow Sprit und ideal zum Einhandsegeln. Er kaufte sie und taufte sie Ala di Sabah. Herr Langer erlebte viele schöne Stunden auf seinen Reisen z.B. die Westküste Zentralamerikas ist ein traumhaftes Segelgebiet. Dort erlebte Herr Langer zum ersten Mal die Gemeinschaft und Verbundenheit der Fahrtensegler: Einander helfen, gemeinsame Törns genießen und täglich Partys feiern.

Aber es gab auch weniger schöne Momente, die Piraten überfielen ihn eines Nachts in Ecuador, wobei ein 9 mm Geschoss in seiner Brust landete. Er überlebte dank eines anderen Seglers und der Hilfe der Fischer im Dorf. Drei Monate später wurde ihm die Kugel in Deutschland vom Herzen entfernt.

Zehn Jahre auf den Ozeanen dieser Erde waren für ihn genug. Entsprechend seiner Philosophie, das alles in unserem Leben zur richtigen Zeit passiert, stand plötzlich ein brasilianisches Ehepaar neben seiner Ala di Sabah.
“We love your boat, we like to buy it“, sagten sie… 

Mit diesen philosophischen Worten beendete Dieter Langer seinen Vortrag und damit auch unsere Reihe von Schiffertischen. 

Schiffertisch II - 09. Februar 2018 - Eis und Schnee

 

Über 140 KYC Mitglieder und rund 30 Nicht-Mitglieder kamen am 09. Februar in den Genuss eines brillanten Redners und Polarforschers.

Mit eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen und Kurzfilmen nahm er uns mit in das Reich der Kälte. In seinem Vortrag „Grönland – 35 Jahre Abenteuer in Eis und Schnee“ blickte Arved Fuchs zurück auf die Besiedlungsgeschichte der Insel und seine ersten Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung. Leider hat sich der Alltag der Inuit, bedingt durch den Klimawandel, bereits stark verändert. Es geht Zusehens mehr Wissen, z.B. über die Jahrhunderte alten Jagdmethoden, für immer verloren, so berichtete es Arved Fuchs.

Sein Kurzfilm über die siebzigtägige Durchquerung der Insel per Hundeschlitten auf den Spuren des Polarforschers Alfred Wegener von 1983 ließ uns staunen. Was für eine logistische und menschliche Leistung, aber ohne Hunde wäre das nicht möglich gewesen. Auch wenn man mal einen gestandenen Husky davon überzeugen muss, über eine Eisspalte zu springen.

Diese und weitere Geschichten machten den 2. Schiffertisch zu einem Top Ereignis und einen vorläufigen Höhepunkt der Schiffertischserie 2018. 

1. Schiffertisch am 12.01.2018 - Sicherheit auf See

Ingo Berger, Wasserschutzpolizei Kiel

 

Referenten: Ingo Berger und Uli Münkler. 

Ingo Berger, Revierleiter Wasserschutzpolizei Kiel, und Melanie Riedel erzählte uns von Ihren Begegnungen mit der Berufsschifffahrt und den Freizeitskippern auf See. Die Referenten klärten uns u.a. darüber auf, dass es „A“ natürlich verboten ist und „B“ sehr gefährlich ist durch das Sperrgebiet vor Damp zu segeln. Denn es liegen dort knapp unter der Wasseroberfläche Übungsminen, die einen beträchtlichen Schaden am Boot verursachen können. Reich bebildert erzählte uns Frau Riedel, warum davon abzuraten ist, sich größeren Schiffen zu dicht zu nähern. Denn die Sicht von der Brücke, z.B. eines Containerschiffes, ist sehr stark eingeschränkt und kann somit ein kleines Segelboot schnell mal übersehen. Besonders zur Kieler Woche wird das Fahrwasser sehr eng. Auch die amerikanische Marine muss dort mit durch, aber die Mannschaft übersieht einen garantiert nicht. Hier kommt es schnell mal zu einer brennslichen Situation, denn bekanntlicherweise liegt der Finger eines Amerikaners recht locker an der Waffe. Da kann dann auch die Wasserschutzpolizei dem Skipper nicht mehr helfen.

Aber nicht nur für den Skipper kann es gefährlich werden auch die Umwelt kann durch Unachtsamkeit des Freizeitkapitän Schaden nehmen. Es kann immer mal ein Missgeschick (z.B. Glycolverlust) beim 1. Motorstart passieren. Wichtig dabei ist es nur, der Wasserschutzpolizei oder Feuerwehr die Umweltverschmutzung zu melden. Herr Berger klärte uns darüber auf, dass es einen vorsätzlichen Straftatbestand darstellt, wenn bei Treibstoffaustritt ins Wasser die Oberflächenspannung mittels Spülmittel reduziert wird und der Treibstoff somit absinkt. Zu guter Letzt wiesen die Referenten uns darauf hin, dass vor Saisonstart die Rettungsmittel unbedingt zu prüfen sind. Und je nach Statur die dementsprechende Rettungsweste zu tragen ist, welches gerade bei Kindern wichtig ist.

 

Nach kurzer Pause übernahm Uli Münker das Ruder und klärte uns darüber auf, wie die Segel zu pflegen und zu schützen sind. Das z.B. trotz eines UV Schutzes die Segel bei jedem Hafentag mit einer Persenning zu schützen sind. Die Sonne ist bei uns zwar nicht so intensiv wie in der Karibik, dafür scheint sie aber im Sommer bis zu 18 Stunden.

Auch die Materialkunde kam nicht zu kurz. Uli Münker gab uns für eine erfolgreiche Reparatur wichtige Tipps. Bei der Notreparatur ist z.B. von schrauben bis nähen alles erlaubt, Hauptsache es hält bis zum nächsten Segelmacher.

In einem kurzen Film stellte uns Uli Münker einen neuen 2 Komponenten Kleber vor. Er klärte uns darüber auf, dass für eine erfolgreiche Reparatur der Reparaturflicken und das Segel aus demselben Material sein müssen. Wenn alles gut für die Reparatur vorbereitet wurde, ist das Segel nach 20 min Trocknungszeit für den nächsten Einsatz bereit.

 

Schade nur, dass dieser informative Abend von einer übersichtlichen Anzahl von Clubmitgliedern genutzt wurde. Gerade für die Segelanfänger aus der Yachtschule und Schulungsgruppe wären die Beiträge wichtig gewesen.

 

Aber im Leben bekommt man immer eine 2. Chance. Uli Münker hat sich angeboten im nächsten Winter „Segelreparatur Workshops“ gegen eine Gebühr anzubieten. Wir werden Sie rechtzeitig darüber informieren.