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Princess Sofia Trophy Palma 2017

Alica Stuhlemmer und Tom Heinrich berichten vom Beginn ihrer ersten Saison im Nacra 17 bei der Princess Sofia Trophy Palma 2017.

Für uns begann die erste Saison in der olympischen Bootsklasse Nacra 17 schon Ende Januar mit unserem ersten Trainingsblock zusammen mit unserem Trainer vom DSV und Jan Hauke Erichsen und Ann-Kristin Wedemeyer, die auch ihre erste gemeinsame Saison vor sich haben. Es stellte sich schnell heraus, dass die beiden Teams gute Trainingspartner sind. Wir machten Riesen- Fortschritte, vor allem in den Bereichen Speed und Manöver. Diese neu gewonnenen Techniken konnten wir dann in unserem zweiten gemeinsamen Trainingscamp in Cadiz / Spanien nochmal vertiefen, sodass wir uns am Ende gut vorbereitet fühlten, nach einer kurzen Pause in unsere erste Regatta im Nacra 17 zu starten.

Am 24.3. ging es dann auch los, jedoch war unser erster Tag auf der für seine strahlende Sonne bekannten Insel nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Es regnete in Strömen, sodass unser Platz, auf dem die Boote standen 20 cm unter Wasser  stand. Also packten wir erstmal unsere ganzen Klamotten in die Ferienwohnung, in der wir zusammen mit den Nacra Teams aus Dänemark wohnten. Am Abend starteten wir noch einen Versuch das Boot aufzubauen, was darin endete, dass zwei triefend nasse Segler kurz vor dem Essen wieder in die Ferienwohnung kamen und bis jetzt nur die Plattform zusammengebaut hatten. Einen Trost gab es jedoch trotzdem, die Wettervorhersage für die nächsten Tage sah traumhaft aus.

Am nächsten Tag kam dann die so ersehnte Sonne auch raus, es war 15 Grad wärmer als am Vortag, sodass sich das Boot schon fast von alleine aufbaute. Jetzt gab es allerdings wieder ein Problem, es ballerte mit 25 Knoten auflandig. Wir entschieden uns, das Segeln für diesen Tag lieber sein zu lassen und hatten noch einen entspannten Tag. Der nächste Morgen sah dann schon deutlich besser aus. Wir segelten zwei Einheiten bei moderaten Bedingungen, bei denen wir das noch unbekannte Revier gut testen konnten. Am Abend hatten wir noch ein Briefing mit unserem Trainer Marcus Lynch, um uns mental auf unsere ersten Erfahrungen im olympischen Segelsport vorzubereiten. Wir freuten uns auf die kommende Woche und waren sehr auf das neue Fleet gespannt.

Die Wettfahrten starteten für uns am ersten Tag um 13 Uhr, auf dem Wasser hatten wir leichten ablandigen Wind, der aber schon ausreichte, manchmal einen Rumpf anzuheben. Perfekte Bedingungen also. Der erste Start war allerdings schon kompliziert, da der Wind in der letzten Minute 30 Grad nach links drehte. Somit kamen wir nicht gut von der Startlinie weg. Konnten uns dann aber gut frei Segeln und eine gute Line finden. Wir waren ziemlich überrascht, als wir dann in den Top 10 von den 31 Booten an der Luvtonne ankamen. Auch den Rest des Rennens segelten wir gut, sodass am Ende ein 6. Platz auf der Liste stand. Als uns dann der britische Coach ansprach, ob wir gemerkt hätten, dass wir die Ablauftonne nicht genommen hätten, wurden wir schon stutzig, als dann auch noch unsere Trainingspartner erzählten, dass unsere Rundung erstaunlich gut war, wurde uns dann klar, dass wir bei unserer ersten Luvtonnenrundung, in der wir mit circa 20 Booten gleichzeitig ankamen, anscheinend die Ablauftonne übersehen hatten. Die Wettfahrtleitung hat dies zwar nicht gesehen, wir hielten es aber doch für die bessere Idee, das Rennen im Nachhinein aufzugeben. Jedenfalls bleibt uns unser erstes Rennen jetzt für immer im Sinn. Wir konnten trotzdem viele positive Schlüsse ziehen. Unser Speed war auf dem Downwind und auch auf dem Upwind super, wir waren eins der schnellsten Boote auf der Bahn. In den nächsten Rennen versuchten wir dann diese Stärken zu nutzen, was uns auch mit zwei 18 Plätzen gut gelang. Alles in Allem trotz des ersten Ergebnisses ein guter erster Tag.

Die folgenden Tage sollten jedoch anders werden, der Wind drehte um 180 Grad, sodass wir nur noch von der Thermik beeinflusste Winde hatten. Es gab keine Dreher und auch nahezu keine Böen. Nun kam also alles auf den Start und die Geschwindigkeit an. Die  größte Hürde für uns war dabei der Start. Der Nacra ist in seinem Verhalten schon deutlich anders, als der 29er. Wir waren also vom Start an eher im letzten Drittel. An dieser Position war dann auf dem Kurs auch nicht mehr viel zu ändern, da man, egal auf welche Seite man gefahren ist, immer wieder mit den gleichen Gegner an der nächsten Tonnen angekommen ist.

Wir versuchten also den Fokus auf den Start zu legen, da wir hier am schnellsten und besten einige große Fortschritte machen können. Mit ein paar Tipps von Marcus und ein bisschen Übung wurden diese wie erwartet auch immer besser. Die Ergebnisse waren teilweise doch ein bisschen durchgemischt, da am dritten Tag der Wettfahrten die Thermik mal von der einen Seite der Bucht mehr beeinflusst wurde und mal von der anderen. Unser Kurs lag direkt in der Mitte der Bucht, wodurch die Windsysteme bei uns aufeinandertrafen. Dies führte zu ziemlichem Lottospiel, da es häufig keine Indizien für gab, über welche Seite der nächste Wind kam. Als Beispiel konnten die Tunesier, die auf dem letzten Platz die Regatta beendeten, einen ersten Platz einfahren.

Vor dem letzten Tag lagen wir dann auf dem 24. Platz, das Ergebnis ist jedoch nicht das Wichtigste der Regatta. Die mit unserem Trainer abgesprochene Zielsetzung war, möglichst viel zu lernen, damit wir auf die Europameisterschaft in Kiel gut vorbereitet sind. Dieses Ziel konnten wir perfekt ausschöpfen und haben in allen Bereichen Fortschritte zu verzeichnen.

Am letzten Tag ging es dann nochmal rund. Mit bis zu 15 Knoten auflandigem Wind und einer kurzen Welle sah es nach einem perfekten Tag aus. Unser Ziel war, unser Gelerntes möglichst gut umzusetzen, was uns vor allem am Start eindrucksvoll gelang. Wir konnten uns auf unserer Position halten und haben beim Startsignal eine perfekte Position am Pin-End der Linie. Wir packten unser Speed-Potenzial aus und überfuhren den Briten John Gimson, der sich mächtig ärgerte. Er ist am Ende der Regatta in den Top 5 gelandet. Wir konnten das Rennen dann auf dem 8. Platz beenden, mit dem wir sehr glücklich waren. Man muss schon sagen, dass es ziemlich viel Spaß macht, die Segellegende aus Spanien, Iker Martinez auf dem Downwind davon zu fahren :D. In den beiden weiteren Rennen sind wir noch einen 15. Platz und einen 17. gefahren, in denen wir auch nochmal zwei gute Starts zeigten und ein paar von den Besten geärgert haben. Zitat vom Moth Europameister aus GBR:“ Ich wurde noch nie von jemandem mit Bambuspinne überfahren!“ Damit haben wir dann unsere erste Regatta beendet, am Ende mit einem 22. Platz, der aber wenig Aussage über unseren Erfolg hat. Am letzten Tag konnten wir unser Potenzial nochmal beweisen und freuen uns riesig auf die nächsten Trainings in den Osterferien in Kiel und unsere nächste Regatta in Medemblik.

Alica Stuhlemmer / Tom Heinrich

Kieler Yacht-Club e.V.

Mit dem bereits von den Gründern 1887 formulierten Ziel, „die Freude am Segeln zu mehren“, steht der Kieler Yacht-Club für eine lange Tradition im Regattasegeln auf höchstem sportlichem Niveau und im anspruchsvollen Fahrtensegeln. Tradition und Zukunft des Segelsports bestimmen das HandeIn im Club. Schwerpunkte der Arbeit des KYC sind die seglerische Ausbildung Jugendlicher und Erwachsener sowie die Organisation hochrangiger Regatta-Veranstaltungen wie der Kieler Woche, MAIOR, YES sowie Welt- und Europameisterschaften in verschiedenen Klassen.

Mit rund 1.400 Mitgliedern ist der Kieler Yacht-Club einer der größten und mit seiner Gründung im Jahr 1887 einer der geschichtsträchtigsten Segelvereine Deutschlands. Zu den Mitgliedern des KYC zählen mehrere Welt- und Europameister und Olympiamedaillengewinner in unterschiedlichen Segelklassen.