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Kieler Yachtschule - Sommerreise Part 1

Am Freitag, den 21. Juli 2017 startete die Zukunft IV der Kieler Yachtschule in die diesjährige vierwöchige Sommerreise. Ricarda Ruppersberg und Jonas Stolle berichten von der ersten Etappe.

Speziell für diese Etappe hatten Pia Droege und Jonas Stolle noch am Freitag ihre SKS Prüfung abgelegt und mit Bravur bestanden. In der ersten Woche bestand die Crew, inklusive der bereits Erwähnten aus Niklas Schubert, Anjola Ernst, Tom Schulte, Ricarda Ruppersberg, Virgil Berndt, Robin Schenk und unserem Skipper Patrick Floß.

Das Wetter bescherte uns zu Beginn strahlenden Sonnenschein, von Schilksee aus segelten wir nach Spodsbjerg. Aufgrund von Welle und Gegenstrom bei 4 - 5 aus Ost entschieden wir uns gegen das ursprüngliches Ziel Warnemünde.

Der nächste Morgen begann für einige Crew-Mitglieder mit einem freiwilligen Frühsportprogramm, für die anderen mit einem gemütlichen Frühstück. Gegen acht Uhr legten wir ab und kreuzten hoch bis Stubbekøbing. Unsere Route führte uns durch Smållands-Fahrwasser, hier passierten wir die ersten zwei Brücken unserer Reise, unter staunenden Blicken wurde die Durchfahrt vom Deck aus beobachtet. Mit einer Masthöhe von 24 Metern erschienen die Brücken mit 26 Metern in letzter Minute immer zu knapp.

Am Montagmorgen, den 24. Juli 2017 liefen wir sehr früh aus, mit dem Ziel Bornholm zu erreichen; wir starteten in ein wunderschönes Panorama aus aufsteigendem Nebel und der aufgehenden Sonne. Zunächst mussten wir wegen einer Flaute motoren, glücklicherweise kam später noch Wind auf und wir konnten unter Gennacker fahren. Plötzlicher Seenebel gab uns die Möglichkeit zu einer intensiven Radarausbildung. Gegen 21:30 erreichten wir unser Ziel Bornholm und legten in Hasle an. Erschöpft von diesem langen Tag auf See fielen alle schnell in den verdienten Schlaf.

Für den nächsten Morgen war wegen Starkwind aus der falschen Richtung ein Hafentag angelegt. Langes Ausschlafen und ein Verwöhn-Frühstück ließen uns gut in den Tag starten, der hauptsächlich aus einem Shipshape bestand, da einige Reparaturen anstanden. Als Belohnung gab es abends Saunagänge und Badepausen. Aufgrund des schlechten Wetters, mussten wir eine geplante Fahrradtour auf den nächsten Tag verschieben, so kamen wir zu zwei Hafentagen auf Bornholm.

Bei Nieselregen starteten wir mit geliehenen Fahrrädern zur Burgruine Hammershus, die Strecke gestaltete sich für einige Crew-Mitglieder wegen der stetigen Steigungen als eine große Herausforderung. Auf jede Hügelspitze erfolgte glücklicherweise eine rauschende Fahrt bergab. So erreichten wir erschöpft aber glücklich die größte Burgruine Dänemarks. Auf dem Rückweg machten wir an einer weiteren Sehenswürdigkeit Bornholms halt; Jons Kapel, eine atemberaubende Steilküste mit vielen Möglichkeiten zum freien Klettern.

Mit einem Ableger unter Segeln ging es am Donnerstag, den 27. Juli in einem kurzen Schlag auf die "Erbseninseln", bereits gegen Mittag machten wir in Christiansø fest. Der kleine idyllische Hafen machte uns neugierig auf weitere Erkundigungen, wobei wir den neuen Außenborder für unser Dingi zum ersten Mal richtig einfahren konnten.

Am Freitag, den 28. Juli 2017 liefen wir um 07:00 Uhr morgens aus Christiansø aus, Richtung Karlskrona. Dort angekommen bauten wir einen Trainingsstation auf, um Spi-Halsen in aller Ruhe üben zu können. Diese spezielle Konstruktion, bestehend aus verschiedenen Leinen
simulierte den Aufbau und das Verhalten eines Spinnackers.

So erhielt die gesamte Crew die Möglichkeit, verschiedene Szenarien und jede Position auszutesten und durchzutauschen. Einige Zuschauer verfolgten das ungewöhnliche Geschehen gespannt.
Am nächsten Morgen ging es nach einem weiteren Ableger unter Segeln nach Kalmar. Mit bester Stimmung probierten wir auf See, die am Vortag eingeübten Spi-Halsen. Auch ein „Spi-in-Spi-Manöver“ wurde für einige Crew-Mitglieder als Premiere gefahren. In Kalmar stiegen Victor Floß und Johannes Müller zu. Am gleichen Abend begann unsere erste Nachtfahrt, als geplantes Ziel stehen die Ålands.

Voller Erstaunen mussten wir feststellen, dass die erste Woche unserer Reise nur so verflog. Viele neue Eindrücke und ein angenehmes Klima an Bord bescherten uns bereits jetzt eine  unvergessliche Zeit. Mit Vorfreude starten wir in unsere erste mehrtägige Überfahrt, bei nächster Gelegenheit werden wir über den weiteren Verlauf unserer Reise berichten.

Bericht: Ricarda Ruppersberg und Jonas Stolle 

Fotos: Niklas Schubert

Kieler Yacht-Club e.V.

Mit dem bereits von den Gründern 1887 formulierten Ziel, „die Freude am Segeln zu mehren“, steht der Kieler Yacht-Club für eine lange Tradition im Regattasegeln auf höchstem sportlichem Niveau und im anspruchsvollen Fahrtensegeln. Tradition und Zukunft des Segelsports bestimmen das HandeIn im Club. Schwerpunkte der Arbeit des KYC sind die seglerische Ausbildung Jugendlicher und Erwachsener sowie die Organisation hochrangiger Regatta-Veranstaltungen wie der Kieler Woche, MAIOR, YES sowie Welt- und Europameisterschaften in verschiedenen Klassen.

Mit rund 1.400 Mitgliedern ist der Kieler Yacht-Club einer der größten und mit seiner Gründung im Jahr 1887 einer der geschichtsträchtigsten Segelvereine Deutschlands. Zu den Mitgliedern des KYC zählen mehrere Welt- und Europameister und Olympiamedaillengewinner in unterschiedlichen Segelklassen.