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Im Spagat zwischen Universität und Olympiakampagne

Justus (Schmidt) und Max (Böhme) berichten: Während Max in den letzten Zügen seines Studiums ist, konnte Justus schon die erste Regatta für dieses Jahr bestreiten. Mit an Bord war in würdiger Vertretung unser langjähriger Trainingspartner und Olympiabronzemedaillengewinner Thomas Plößel.

Nach den Olympischen Spielen 2016 brannte in uns schon das Feuer für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Die Entscheidung, es noch einmal zu probieren war schon gefallen, bevor die Spiele in Rio überhaupt vorüber waren. Die Kampagne für Rio war mit all ihren Höhen und Tiefen ein erfolgreiches Projekt, angeführt vom Europameistertitel im Jahr 2015. Das Verpassen der Qualifikation für die Olympischen Spiele hinterließ jedoch eine offene Rechnung, die wir unbedingt noch begleichen wollen.
Eine weitere Kampagne, auch da waren wir uns einig, konnte jedoch nur unter einer Bedingung stattfinden. Wir wollten unser Studium bis zum Sommer 2018 soweit voranbringen, dass wir für die Zeit nach 2020 auf keinen Fall mit leeren Händen dastehen würden. Wir mussten also einen Weg finden, den Sport und das Studium gleichzeitig bewältigen zu können, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Sport wieder an unangefochtener, erster Stelle stehen wird. Dieser Moment steht im Sommer diesen Jahres vor der Tür, und wir beide werden dann unser Studium zu einem zumindest vorläufigenEnde gebracht haben. Das bedeutet im Fall von Max das Erreichen des Physikums nach einem knapp 2-jährigen Medizin-Studium in Polen, in dem Fall von Justus bedeutet es den Bachelor in Volkswirtschaftslehre an der Kieler Uni. Dieser Moment bedeutet den ersten, großen Meilenstein auf unserem Weg zu den Olympischen Spielen 2020. 
Schon jetzt können wir sagen, dass die Entscheidung, unser Studium voranzubringen, richtig war. Mehr denn je wissen wir jede einzelne Minute, die wir auf dem Wasser verbringen, zu schätzen. Die gewonnene Sicherheit und die gesteigerte Effektivität in unserem Training überwiegen die verpassten Stunden auf dem Wasser. Um uns unter diesen Umständen als Athleten möglichst gut zu entwickeln, gingen wir zunächst getrennte Wege. So konnte Max im Februar zusammen mit Erik Heil ein anspruchsvolles Training in Portugal absolvieren und mit dem amtierenden Weltmeister Dylan Fletcher und unseren spanischen Trainingspartnern Diego Botin und Iago Marra trainieren, während Justus seine Klausuren schrieb. Im März und Anfang April war es genau andersherum. Während Max in Polen wieder studierte, konnte Justus zusammen mit Thomas Plößel sowohl trainieren, als auch die erste Regatta für dieses Jahr bestreiten. Es war die Princesa Sofía Trophy, eine mit 90 Booten besetzte, international hochkarätige Regatta. Sie bildet traditionell den Saisonauftakt der europäischen Saison und ist damit ein echter Klassiker im olympischen Programm. Vor dem Hintergrund, dass sie einzig für diese Regatta in der genannten Konstellation segelten, rückte ein Ergebnisziel in den Hintergrund. Als bestes deutsches Boot schnitten Thomas und Justus auf dem 17. Rang dennoch passabel ab.
Viel wichtiger als das Ergebnis war in dieser Zeit jedoch der Trainingsreiz, denn in den neuen Teamkonstellationen konnten wir auch getrennt voneinander viel lernen. Wenn man wie wir bereits seit elf Jahren ein Team bildet, entstehen sehr feste Strukturen in der Kommunikation und der Technik, das Boot zu segeln. Jedoch führen natürlich auch im Sport viele Wege nach Rom und so war es sehr interessant, in neuen Teamkonstellationen diese Strukturen aufzubrechen und zu hinterfragen. Es eröffneten sich uns neue Wege, den 49er schnell über den Kurs zu bringen. In den kommenden Trainings wird es unsere Aufgabe sein, die gewonnenen Erkenntnisse in unser Team zu integrieren und Gelerntes zu perfektionieren. Dafür werden wir in der gewohnten Trainingspartnerschaft mit Heil/Plößel auf der heimischen Förde trainieren.

Wir freuen uns, bald mehr von unserem Training berichten zu können und verbleiben mit einem großen Dankeschön für die geleistete Unterstützung!

Justus (Schmidt) und Max (Böhme)

Fotos: Tomas Moya & Jesus Renedo/ Sailing Energy/ Trofeo Princesa Sofia Iberostar

Kieler Yacht-Club e.V.

Mit dem bereits von den Gründern 1887 formulierten Ziel, „die Freude am Segeln zu mehren“, steht der Kieler Yacht-Club für eine lange Tradition im Regattasegeln auf höchstem sportlichem Niveau und im anspruchsvollen Fahrtensegeln. Tradition und Zukunft des Segelsports bestimmen das HandeIn im Club. Schwerpunkte der Arbeit des KYC sind die seglerische Ausbildung Jugendlicher und Erwachsener sowie die Organisation hochrangiger Regatta-Veranstaltungen wie der Kieler Woche, MAIOR, YES sowie Welt- und Europameisterschaften in verschiedenen Klassen.

Mit rund 1.400 Mitgliedern ist der Kieler Yacht-Club einer der größten und mit seiner Gründung im Jahr 1887 einer der geschichtsträchtigsten Segelvereine Deutschlands. Zu den Mitgliedern des KYC zählen mehrere Welt- und Europameister und Olympiamedaillengewinner in unterschiedlichen Segelklassen.