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Dramatische Szenen beim Genever Cup 2017 der Monas-Klasse in Medemblik

Jan Richter (KYC) wurde mit seiner MONAS auf den Plätzen 1, 3 und DNF schließlich glücklicher Zweiter. Zuvor verlangten Wind und Welle ihm und der Konkurrenz einiges ab. Hier lesen Sie seinen dramatischen Bericht.

 

Tag 1:

Der erste Regattatag war mit letztlich einem Lauf bei zwei bis null Bft. sehr nass, kalt und über sechs Stunden nervenzehrend. 14 Monas‘ traten an, sechs überlebten den ersten Tag, wobei nur ein Boot das Ziel erreichte.

Tag 2:

Mit 18 Knoten aus West begann es bei steiler Welle auf der NW-lichen Außenbahn, denn in der Bucht segelten eigentlich bis zu 493 (!) Jollen auf 4 Bahnen. Böige Winde mit bis zu 22 kn kennzeichneten den ersten Lauf heute auf up & down Kurs. Ich landete auf Platz 3. Wir hatten den zweitem Start jeweils nach den Dyas, der Wind steigerte sich auf 22 -24 kn. Das Vorschiff schnitt häufiger vor dem Wind im Schmetterling unter und tauchte fast U-Boot-ähnlich auf und duschte mich über den Wellenbrecher. Mit Trockenanzug und guter Unterkleidung war das aber kein Problem.

Im zweiten Lauf auf der zweiter Kreuz brach mir die Fockschot, was auf einem Einmannboot unweigerlich auf den Vormwindkurs zwingt, Fockschleuder 'raus und soweit das bei bis zu 1m Welle möglich ist, Ruhe ins Boot bringen, Pinne im Kamm arretieren und hoffen das die Kiste Kurs hält. Nach mehreren Versuchen klappte das schnelle aufs Vorschiff laufen und balancierend freihändig einen Paalsteg in das schlagende Schothorn- blech einknoten. Alles gut ... weit gefehlt!

Das Vorstag und somit auch die Fock war aus dem Strecker raus und nun 25 cm (plus 20 cm) über Deck. Der Streckerleine hatte sich im Großschotblock eingefädelt ... also weiter kämpfen. Schließlich konnte ich das stark durchhängende Vorstag wieder stramm strecken und dann wiederum an den Wind zurück. Die zweite Kreuz war quasi durch den unfreiwilligen Vormwindkurs wieder dahin. Die Kollegen kamen mir schon vor dem Wind entgegen. Kurz kalkuliert: wieder aufkreuzen und erneut vor den Wind runtersegeln und nicht später als 20 Minuten nach dem führenden Boot ins Ziel ... unmöglich; also als DNF neben der Zielflagge passieren.

3. Wettfahrt: Der Wind nahm weiter zu, wir waren nur noch sechs Boote. Der Start klappte gut, der Wind nahm jedoch weiter zu auf 28 kn (wie wir später erfuhren). Als drittes Boot ging ich auf die erste Luvmarke zu. Alle segelten längst nur noch auf der Fock und nun schoss das führende Boot von Uwe Wenzel aus Bremen in den Wind und legte danach stark über, aber ohne ihn! Sein unmittelbarer Verfolger konnte ausweichen und im Bogen um ihn und die Tonne auf die Ablauftonne abfallen bzw. schoss davon. Ich fiel ab um zu sichern. Inzwischen hatte Eckart aus Ratzeburg mit etwas zu viel Höhe auf Backbord kommend zu spät bemerkt, dass es an der Tonne gefährlich wurde. Die unbemannte Monas segelte ihm über sein Seitendeck direkt in seinen Mast an Deck. Dieser brach daraufhin wie lautlos weg. Ich beobachtete weiter den schwimmenden Uwe, der vergeblich versuchte wieder einzusteigen. Seine Kräfte schwanden. Ein Sicherungsboot brauste heran und fuhr leider erst zum Masthavaristen ... klar, mehr konnte er bei der See aus der Ferne zunächst nicht sehen. Inzwischen kam das führende Boot von Gerhard auch wieder zurück und sicherte das führungslose Boot in Lee. Ich segelte wieder nahe zum mastlosen Boot und schrie mit aller Kraft „Mann über Bord ---- save him !!!“ und deutete in dessen Richtung. Der Motorbootfahrer verstand und kümmerte sich um die Bergung von Uwe, der die Leinenverbindung zu seinem Boot längst verloren hatte. Das Abbergen alleine im Sicherungsschlauchboot war übers Heck recht schwierig, klappte aber. Inzwischen waren auch Werner und Lothar heran und kreisten um den jeweilig wichtig erscheinenden Punkt. Wir bedeuteten uns gegenseitig der freiwilligen Abbruch der Wettfahrt per Handzeichen, zogen unter Land und kreuzten Richtung Medemblik zurück.

Beim gemeinsamen Heißgetränk wurde alles durchgesprochen und Uwe erschien frisch geduscht, nach dem wir sein Boot abgetakelt hatten und Eckart auch eingeschleppt worden war. 

Bericht: Jan Richter

 

 

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